Mehr über den Artikel erfahren Rote Karte, dann Gewalt: Schiedsrichter zu Boden geworfen
Nach der Roten Karte eskaliert die Situation.

Rote Karte, dann Gewalt: Schiedsrichter zu Boden geworfen

Eine Rote Karte darf niemals so enden. Beim Kreisliga-Spiel zwischen dem Siegener SC und dem SV Setzen II attackierte ein Spieler nach seinem Feldverweis den Schiedsrichter, warf ihn zu Boden und verletzte ihn leicht. Die Partie wurde daraufhin abgebrochen.

Rote Karte – und dann eskaliert alles

Siegen-Wittgenstein Ein Schiedsrichter wird attackiert, zu Boden geworfen und leicht verletzt. Das Spiel ist abgebrochen. Wieder einmal zeigt sich, wie schnell eine sportliche Entscheidung in Gewalt umschlagen kann.

Es läuft die Nachspielzeit beim Kreisliga-Spiel zwischen dem Siegener SC und dem SV Setzen II. Der SV Setzen führt 4:3. Dann zeigt der Schiedsrichter einem Spieler des Siegener SC die Rote Karte.

Was anschließend passiert, hat mit Fußball nichts mehr zu tun.

Der 22-Jährige geht auf den Unparteiischen los, packt ihn an der Hüfte, hebt ihn hoch und wirft ihn mit dem Rücken voran zu Boden. Der Schiedsrichter wird dabei leicht verletzt. Für ihn ist die Partie damit beendet – das Spiel wird abgebrochen.

Der Unparteiische erstattet anschließend Anzeige. Die Polizei ermittelt.

Eine Rote Karte ist niemals eine Rechtfertigung

Natürlich dürfen Entscheidungen des Schiedsrichters kritisiert werden. Natürlich kann man sich über eine Rote Karte ärgern. Und selbstverständlich kann auch ein Schiedsrichter einmal falsch liegen.

Aber nichts davon rechtfertigt Gewalt.

Gar nichts.

Ein Schiedsrichter steht auf dem Platz, um ein Fußballspiel zu leiten. Er ist kein Gegner, kein Feind und schon gar kein Freiwild.

Und genau deshalb ist dieser Vorfall mehr als nur ein weiterer Spielabbruch in einer unteren Spielklasse. Er ist ein weiterer Warnschuss für den Amateurfußball.

Denn hinter jeder Roten Karte steht am Ende ein Mensch. Einer, der am nächsten Wochenende wieder auf einem Platz stehen soll. Einer, der seine Freizeit für den Fußball investiert. Einer, der dafür sorgt, dass überhaupt gespielt werden kann.

Die Frage ist längst nicht mehr, ob wir ein Problem haben

Wir haben es.

Angriffe auf Schiedsrichter sind keine „Emotionen“, keine „Ausraster“ und schon gar keine normale Begleiterscheinung des Fußballs.

Sie sind Gewalt.

Und wenn ein Spieler einen Schiedsrichter hochheben und zu Boden werfen kann, nur weil ihm eine Entscheidung nicht gefällt, dann muss die Antwort des Fußballs eindeutig sein.

Null Toleranz.

Sportgericht und Strafverfolgungsbehörden werden den Fall nun bewerten. Am Ende müssen Konsequenzen folgen, die deutlich machen: Wer einen Schiedsrichter angreift, überschreitet eine Grenze.

Denn sonst müssen wir uns irgendwann die vielleicht unbequemste Frage stellen:

Wer soll am nächsten Wochenende noch pfeifen, wenn das die Konsequenz einer Roten Karte sein kann?

(mehr …)

0 Kommentare
Mehr über den Artikel erfahren Einspruch abgewiesen: Wagner bleibt gesperrt
Vincent Wagner (l.) sieht Rot von Referee Petersen. Foto: picture-allianceLaci Perenyi/SID/Laci Perenyi

Einspruch abgewiesen: Wagner bleibt gesperrt

Vincent Wagner bleibt für das bislang größte Spiel seiner Trainerkarriere gesperrt. Das DFB-Sportgericht hat den Einspruch des Elversberger Trainers gegen die automatische Sperre nach seiner Gelb-Roten Karte zurückgewiesen. Für das…

0 Kommentare
Mehr über den Artikel erfahren Wagners Einspruch: Warum ein Freispruch schwierig wird
Vincent Wagner (l.) sieht Rot von Referee Petersen. Foto: picture-allianceLaci Perenyi/SID/Laci Perenyi

Wagners Einspruch: Warum ein Freispruch schwierig wird

Die SV Elversberg will Vincent Wagner für das Bayern-Spiel zurück auf die Trainerbank bringen. Doch der Einspruch gegen seine Gelb-Rot-Sperre hat eine hohe Hürde: Das DFB-Sportgericht darf nur eingreifen, wenn…

1 Kommentar
Mehr über den Artikel erfahren Große Bühne und hohe Nachfrage: Deutsche Schiedsrichter prägen den Champions-League-Auftakt
​Fokussiert auf die Ansetzung: ​FIFA-Schiedsrichter Sven Jablonski im UEFA-Einsatz: Der 36-jährige Bremer leitet am Mittwoch die Champions-League-Partie zwischen dem FC Barcelona und Feyenoord Rotterdam. ​FIFA-Schiedsrichter Sven Jablonski im UEFA-Einsatz: Der 36-jährige Bremer leitet am Mittwoch die Champions-League-Partie zwischen dem FC Barcelona und Feyenoord Rotterdam.(Foto: IMAGO / Photo News)

Große Bühne und hohe Nachfrage: Deutsche Schiedsrichter prägen den Champions-League-Auftakt

Der Startschuss zur Champions-League-Saison 2026/27 steht ganz im Zeichen deutscher Pfeifen- und Video-Expertise. Während Sven Jablonski mit seinem Team am Mittwoch im Spotify Camp Nou das Topspiel zwischen dem FC…

0 Kommentare
Mehr über den Artikel erfahren Burda überzeugt bei Bundesliga-Debüt
SCHIEDSRICHTER DES SPIELTAGS DR. MAX BURDA. Starkes Bundesliga-Debüt - 9/10 (Foto: IMAGO / STEINSIEK.CH)

Burda überzeugt bei Bundesliga-Debüt

Der 2. Spieltag der Bundesliga ist aus Schiedsrichtersicht insgesamt erfreulich unspektakulär verlaufen. Zwar sorgten zwei Szenen für Diskussionen – der falsche Einwurf-Pfiff in Mönchengladbach und das Foul von Svensson an…

0 Kommentare

Schiedsrichter-Zeitung 5/2026 ist online

Die neue Schiedsrichter-Zeitung 05/2026 ist da! 🗞️⚽ Im Mittelpunkt stehen die neuen Gesichter in der Bundesliga: Max Burda und Richard Hempel sprechen im Interview über ihren Aufstieg und den Schritt…

0 Kommentare
Mehr über den Artikel erfahren Strittige Szenen: Petersen im Fokus
Martin Petersen im Mittelpunkt mehrerer strittiger Szenen.

Strittige Szenen: Petersen im Fokus

Vier Szenen, reichlich Diskussionsstoff und zweimal der Videobeweis im Mittelpunkt: Beim Bundesliga-Samstag und dem Duell zwischen Borussia Mönchengladbach und Elversberg (3:4) gab es gleich mehrere Situationen, die genauer hingeschaut werden…

10 Kommentare
Mehr über den Artikel erfahren Kein Elfmeter – wirklich?
43. Minute: Weinkauf trifft statt des Balles Fukuda – Elfmeter oder Stürmerfoul?

Kein Elfmeter – wirklich?

War das wirklich kein Elfmeter? Die Szene zwischen Hannovers Torwart Weinkauf und KSCs Fukuda in der 43. Minute sorgt für Diskussionsstoff. Tom Bauer entschied auf Stürmerfoul, der VAR bestätigte die…

0 Kommentare