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Franziska Wildfeuer ist unsere Schiedsrichterin des Spieltags, die mit der einfach zu leitenden Partie Regensburg - Wiesbaden keine Probleme harre.

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 10. Spieltag | 3. Liga

(ldk) Das Wochenende in der 3. Liga bot erneut einige interessante Geschichten aus Schiedsrichtersicht. Neben den Leistungen auf dem Platz sorgten auch kurzfristige Änderungen innerhalb der Schiedsrichterteams für Aufmerksamkeit. Besonders bemerkenswert war der Einsatz von Timon Schulz, der in Duisburg kurz vor Anpfiff verletzungsbedingt für Kempkes als erster Schiedsrichterassistent einspringen musste.

Sportlich standen vor allem die Entscheidungen von Eric-Dominic Weisbach bei Alemannia Aachen gegen Hansa Rostock im Mittelpunkt. Eine umstrittene Handspielsituation, ein nicht geahndetes gelbwürdiges Foul und ein fragwürdiger Platzverweis sorgten für reichlich Diskussionsstoff. In Ingolstadt blieb dagegen nach einem Zweikampf im Strafraum der Elfmeterpfiff von Kernchen aus.

Aachen gegen Rostock: Weisbach mit mehreren schwierigen Entscheidungen

Gleich mehrere Szenen verlangten Schiedsrichter Eric-Dominic Weisbach einiges ab.

Handspiel auf der Torlinie – vertretbar, aber mit hohem Risiko

Besonders knifflig war eine Handspielsituation, bei der ein Aachener Spieler einen möglichen Rostocker Treffer auf der Torlinie verhinderte. Weisbach ließ weiterspielen und verzichtete auf einen Strafstoß.

Aus meiner Sicht war diese Entscheidung vertretbar. Der Ball kam aus sehr kurzer Entfernung, eine absichtliche Bewegung der Hand zum Ball war nicht zu erkennen und der Arm befand sich relativ nah am Körper. Entscheidend ist dabei allerdings nicht allein die fehlende Absicht, sondern insbesondere, ob eine unnatürliche Vergrößerung der Körperfläche vorlag.

Den Ärger der Rostocker kann man dennoch nachvollziehen. Wenn ein Ball auf der Torlinie durch einen Armkontakt aufgehalten wird, ist die Aufregung verständlicherweise groß. Der Aachener ging mit seiner Armhaltung jedenfalls ein erhebliches Risiko ein. Es ist durchaus vorstellbar, dass andere Schiedsrichter diese Situation mit einem Strafstoß bewertet hätten.

Gelb-Rot nach hartem Einsteigen wäre die richtige Entscheidung gewesen

In einer weiteren Szene lag Rostocks Emil Holsten plötzlich mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden. Ein bereits verwarnter Aachener hatte ihn mit einem harten Einsteigen zu Fall gebracht.

Dieses Foulspiel war aus meiner Sicht klar rücksichtslos. Der Aachener ging mit einer Intensität in den Zweikampf, die eine weitere Verwarnung gerechtfertigt hätte. Da er bereits Gelb gesehen hatte, wäre Gelb-Rot die richtige Konsequenz gewesen.

Hier ließ Weisbach die notwendige Konsequenz vermissen.

Rot gegen Dirkner – eine zu harte Entscheidung

Nur wenig später rückte Weisbach erneut in den Mittelpunkt. Rostocks Jonas Dirkner traf seinen Gegenspieler Koscierski im Laufduell mit dem Ellenbogen. Der Schiedsrichter wertete die Aktion als Tätlichkeit und zeigte dem Rostocker die Rote Karte.

Diese Entscheidung halte ich für falsch.

Beide Spieler befanden sich in einem Laufduell um den Ball. Dirkner setzte seinen Arm dabei zwar regelwidrig als Werkzeug ein, doch eine gezielte Schlagbewegung oder eine übermäßige Härte, die einen Feldverweis wegen einer Tätlichkeit rechtfertigen würde, war für mich nicht erkennbar.

Das Vergehen war rücksichtslos und hätte mit einer Gelben Karte geahndet werden müssen. Die direkte Rote Karte war aus meiner Sicht eine Fehlentscheidung.

Gerade im Vergleich zum zuvor nicht mit Gelb-Rot geahndeten Einsteigen eines Aacheners wirkte die Bewertung der beiden Szenen wenig überzeugend.

Ingolstadt gegen Essen: Kein Elfmeter für Scholz

Auch in Ingolstadt gab es eine Strafraumszene, die unterschiedlich bewertet werden konnte.

Jonas Scholz ging im Strafraum zu Boden, nachdem er in einem Zweikampf mit einem Essener Gegenspieler zu Fall gekommen war. Schiedsrichter Kernchen ließ die Begegnung weiterlaufen.

Für mich war das die richtige Entscheidung. Zwar kam es zu einem Körperkontakt, doch dieser allein reicht nicht aus, um einen Strafstoß zu rechtfertigen. Die Intensität und die Art des Kontakts waren aus meiner Sicht nicht ausreichend, um ein strafbares Foulspiel anzunehmen.

Nicht jeder Kontakt im Strafraum ist automatisch ein Elfmeter. Kernchen bewies hier das richtige Gespür und ließ sich vom Fallen des Angreifers nicht zu einem Pfiff verleiten.

Duisburg: Timon Schulz springt kurzfristig ein

Eine ungewöhnliche Situation ereignete sich vor dem Anpfiff in Duisburg. Weil der ursprünglich vorgesehene erste Schiedsrichterassistent Kempkes verletzungsbedingt ausfiel, musste Timon Schulz kurzfristig einspringen.

Solche Wechsel unmittelbar vor Spielbeginn sind selten und stellen besondere Anforderungen an die Kommunikation und Abstimmung innerhalb des Schiedsrichterteams. Umso bemerkenswerter ist es, wenn kurzfristig ein Ersatz bereitsteht und die Begegnung regulär beginnen kann.

Ballweg mit uneinheitlicher Linie

Auch die Spielleitung von Ballweg gab Anlass zur Diskussion. Weniger einzelne gravierende Fehlentscheidungen als vielmehr eine uneinheitliche Bewertung vergleichbarer Zweikämpfe prägten den Eindruck.

Gerade bei der persönlichen Strafengebung ist eine nachvollziehbare Linie entscheidend. Werden ähnliche Vergehen unterschiedlich bewertet, entsteht bei Spielern und Verantwortlichen schnell der Eindruck fehlender Konsequenz.

Und natürlich gehören auch diesmal wieder unsere Top 3 des Spieltags dazu:

🥇 Platz 1 – Franziska Wildfeuer

Franziska Wildfeuer sichert sich am 10. Spieltag den ersten Platz unserer Schiedsrichter-Rangliste. Die 32-Jährige, die mittlerweile in Starsiedel bei Leipzig lebt, überzeugte beim 1:0-Erfolg des SSV Jahn Regensburg gegen den SV Wehen Wiesbaden mit einer souveränen, ruhigen und unaufgeregten Spielleitung.

Besonders aufmerksam zeigte sich Wildfeuer in der 53. Minute, als sie eine Doppelberührung des Regensburger Torhüters Felix Gebhardt bei der Spielfortsetzung erkannte und folgerichtig auf indirekten Freistoß für Wiesbaden entschied. Eine regeltechnisch anspruchsvolle Situation, die sie richtig bewertete.

Auch darüber hinaus hatte Wildfeuer die Begegnung jederzeit unter Kontrolle. Mit einer klaren Linie, gutem Stellungsspiel und einer angemessenen Zweikampfbewertung ließ sie kaum Diskussionen aufkommen.

Eine rundum überzeugende Leistung, mit der sich Franziska Wildfeuer verdient den Spitzenplatz unserer Wochenendwertung sichert.

Insgesamt verlief der 10. Spieltag der 3. Liga aus Schiedsrichtersicht vergleichsweise ruhig. Die größten Diskussionen konzentrierten sich auf wenige Begegnungen.

Besonders Eric-Dominic Weisbach dürfte seine Leistung bei Aachen gegen Rostock noch einmal kritisch aufarbeiten müssen. Während seine Entscheidung beim Handspiel auf der Torlinie durchaus vertretbar war, überzeugten mich die Bewertungen der beiden persönlichen Strafen nicht. Ein mögliches Gelb-Rot blieb aus, während auf der Gegenseite ein aus meiner Sicht lediglich verwarnungswürdiges Vergehen mit einem direkten Platzverweis geahndet wurde.

Dagegen war die Entscheidung von Kernchen in Ingolstadt, keinen Strafstoß zu geben, für mich nachvollziehbar.

Der kurzfristige Assistentenwechsel in Duisburg zeigte außerdem, dass im Schiedsrichterwesen nicht nur die Entscheidungen auf dem Platz, sondern auch die organisatorischen Abläufe eine wichtige Rolle spielen.

🥈 Platz 2 – Simon Schreiner

Auf dem zweiten Platz unserer Schiedsrichter-Rangliste landet Simon Schreiner nach seiner Leistung beim 3:2-Erfolg der SG Sonnenhof Großaspach gegen Preußen Münster. Der 28-jährige Unparteiische aus Bayern leitete eine Begegnung, die insbesondere in der zweiten Halbzeit einiges an Spannung zu bieten hatte.

Nachdem Münster bereits mit 2:0 in Führung gelegen hatte, kämpfte sich Großaspach zurück und drehte die Partie noch zu seinen Gunsten. Mit zunehmender Spieldauer stieg auch die Intensität der Zweikämpfe, doch Schreiner behielt weitgehend die Kontrolle und kam mit insgesamt vier Gelben Karten aus.

Für Diskussionen sorgte lediglich eine abseitsverdächtige Situation im Vorfeld des Anschlusstreffers zum 1:2. Eine eindeutig falsche Entscheidung ließ sich daraus jedoch nicht ableiten.

Insgesamt überzeugte Schreiner mit einer soliden, unaufgeregten Spielleitung, ohne größere Fehlentscheidungen. Damit sichert er sich verdient den zweiten Platz unserer Wochenendwertung.

🥉 Platz 3 – Leonidas Exuzidis

Den dritten Platz unserer Schiedsrichter-Rangliste sichert sich Leonidas Exuzidis. Der 31-jährige Unparteiische aus Castrop-Rauxel leitete die Begegnung zwischen Fortuna Düsseldorf und dem 1. FC Saarbrücken, die mit einem 3:1-Auswärtssieg der Saarländer endete.

In einer temporeichen Partie überzeugte Exuzidis mit einer großzügigen, aber nachvollziehbaren Zweikampfbewertung. Er ließ das Spiel laufen, ohne bei jedem Körperkontakt einzugreifen, und trug damit zu einem flüssigen Spielverlauf bei.

Auch als Düsseldorf in der Schlussphase noch einmal den Druck erhöhte, bewahrte der Westfale die Ruhe und behielt die Kontrolle über das Geschehen. Größere Diskussionen um seine Entscheidungen blieben aus.

Insgesamt eine solide und souveräne Spielleitung, mit der sich Leonidas Exuzidis den dritten Platz unserer Wochenendwertung verdient.

Gab es noch am Wochenende große Aufregung um Timon Ulrich und den Platzverweis für Maximilian Thalhammer, blieb der 10. Spieltag der 3. Liga aus Schiedsrichtersicht vergleichsweise ruhig. Nur Eric-Dominic Weisbach hatte in Aachen Schwierigkeiten.

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