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Der mutige Aytekin korrigiert sich zweimal

Die im Rahmen einer aufregenden Konferenz gesehenen Einzelszenen kurz in der Bewertung. Die vollständige Analyse dann nach vorliegen der Videos Anfang der kommenden Woche.

Werder Bremen – RB Leipzig 1:2 (SR: Robert Hartmann)

Szene 1: Der erste Aufreger schon nach 20 Sekunden, als Felix Agu den Ball nach vorne schlagen möchte. Christoph Baumgartner kam zuvor an das Leder heran und wurde anschließend vom Verteidiger der Hausherren am Fuß getroffen. Klares Foul, keine Karte. Keine Absicht, er kommt einfach einen Tick zu spät, und der andere ist schneller.

Szene 2: Die zweite klare Aufregerszene in der 3. Minute. Olivier Deman tanzte einen Leipziger Gegenspieler aus, zog mit hohem Tempo Richtung Strafraum. Plötzlich pfeift Schiedsrichter Robert Hartmann und entscheidet auf Einwurf für Leipzig, weil er den Ball angeblich schon im Aus gesehen haben will.

Bayer Leverkusen – VfL Wolfsburg 6:3 (SR: Martin Petersen)

Szene 3: Ein Wolfsburger Spieler ging nach einem leichten Kontakt mit einem Leverkusener zu Boden. Schiedsrichter Petersen zeigte sofort auf den Punkt. Für uns eine sehr harte Entscheidung. Er schiebt ihn im Zweikampf mit dem angelegten Arm, als der Angreifer schon im Fallen ist. Weiterspielen wäre die bessere Entscheidung. 

Szene 4: Nach einem Pass von Wind auf Amoura in den Sechzehner ging der Wolfsburger nach einem Kontakt mit Tapdoba zu Boden, doch diesmal pfeift der Referee nicht, weil Tapsoba auch den Ball gespielt haben will. Der VAR prüfte aber die kritische Szene. Am Bildschirm sah er dann den Kontakt am Bein des Angreifers der den Ball nicht spielen kann und ihn von hinten im Bereich der Achillessehne traf. Das ist ein Elfmeter.

HSV – FC Augsburg 1:1 (SR: Deniz Aytekin)

Szene 5: Eine großartige Fairplay-Szene in Hamburg. Als Schiedsrichter Deniz Aytekin auf Foul und Freistoß entschied, gab es Proteste. Auf Befragung gab Gregoritsch zu nicht getroffen worden zu sein und so nahm Aytekin den Freistoß zurück. Stark! Die Bilder zeigten, er ist auf der Ferse des Gegners ausgerutscht. Auf eine gelbe Karte wird in diesem Fall verzichtet, weil Michael Gregoritsch ehrlich und fair gehandelt hat. Es gibt nur Gelb, wenn ein Spieler absichtlich einen Kontakt vortäuscht, um den Schiedsrichter zu täuschen. Hier hat Gregoritsch nicht simuliert und auch nicht versucht, den Schiri zu betrügen. Er hat im Gegenteil Fairplay gezeigt, indem er die Wahrheit sagte, obwohl es seinem Team den Vorteil gekostet hat. Der Schiedsrichter hat das als ehrliches Geständnis gewertet – genau das wird im Fußball positiv gesehen und belohnt (statt bestraft).

Szene 6: Muheim bekam die Kugel nicht richtig unter Kontrolle. Anton Kade spritzte dazwischen, dann traf der HSV-Kapitän selbst, den Augsburger unglücklich an der Hacke als letzter Mann. Das ist eine klassische Notbremse durch letzer Mann, kein anderer Verteidiger konnte eingreifen, der Augsburger wäre hingegen durch gewesen. Durch den Kontakt an der Hacke verhinderte er die klare Torchance. Regeltechnisch rote Karte wegen Verhinderung einer offensichtlichen Torchance durch ein Foul als letzter Mann die richtige Entscheidung.

Szene 7: Deniz Aytekin pfeift zunächst auf Handspiel im Strafraum und zeigt auf den Elfmeterpunkt. In der Wiederholung wurde klar: Der Arm von Cédric Zesiger war deutlich am Körper angelegt. Aytekin nahm am Bildschirm den Elfmeter schnell zurück. Aytekin hat wahrscheinlich den Kontakt am linken, etwas abgespreizten Arm wahrgenommen. Im vollen Tempo sah so etwas oft nach unnatürlicher Armhaltung aus, besonders wenn der Arm leicht vom Körper weg ist. Deshalb griff der VAR ein: Bei klarer Fehlentscheidung. Kein strafbares Handspiel nach den aktuellen Regeln, Aytekin revidiert die Entscheidung.

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