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Guter letzter Auftritt von Daniel Bartnitzki in Osnabrück.

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 37. Spieltag | 3. Liga

Der vorletzte Spieltag in der 3. Liga ging zu Ende und neben einigen kniffligen Szenen gab es auch noch zwei Schiedsrichter die in Liga 3 ihr letztes Spiel bekamen. Dabei handelt es sich einmal um Daniel Bartnitzki (Erfurt) und Nico Fuchs (Bergisch Gladbach). Beide werden aller Vorrausicht sich spezialisieren und zukünftig hauptsächlich als Schiedsrichter-Assistent im Einsatz sein. Trotz einigen Schwierigkeiten in der Vergangenheit können beide stolz auf sich sein! In Kritik an diesem Wochenende standen diesmal zwei Zweitligaschiris mit Max Burda der in Essen und Timo Gansloweit der in Cottbus im Einsatz war. Welche Szenen richtig oder falsch bewertet wurden, seht ihr in der Analyse und hier erstmal vorab die Top 3 des Spieltages:

Platz 1 – Daniel Bartnitzki:
In seinem letzten Drittligaspiel steht Daniel Bartnitzki aus Erfurt auf dem ersten Platz der sein Abschiedsspiel bei der Partie VfL Osnabrück – SSV Ulm bekam. Es war ein schöner und runder Abschluss für Bartnitzki! An der Bremer Brücke hatte er in dem Spiel, wo es um nichts mehr ging, keine Probleme und er kann mit einem guten Gefühl seine Karriere als Liga 3 -Schiedsrichter beenden und sich zukünftig auf seine Schiedsrichter-Assistenten-Rolle konzentrieren! Viel Glück und Erfolg wünschen wir ihm dabei!!

Platz 2 – Kevin Behrens:
Auf dem zweiten Platz haben wir Kevin Behrens aus Berlin der am Freitagabend das Spiel zwischen Erzgebirge Aue und MSV Duisburg leiten durfte. Es war eine gute Ansetzung für Behrens, da es eine von vier Partien am Wochenende war, wo es tabellarisch noch um was geht. Das zeigte von Vertrauen bei der Ansetzung und das Vertrauen bewies sich als äußerst positiv. Behrens strahlte eine angenehme Ruhe aus, war sehr kommunikativ mit den Akteuren auf den Platz unterwegs und hatte das Spiel über 90 Minuten unter Kontrolle. Kevin Behrens wird damit aller Vorrausicht in die Liga 2 aufsteigen und dies hat er nach einer mehr als souveränen Saison verdient!

Platz 3 – Felix Weller:
Auf dem dritten Platz haben wir den größten Aufstiegsfavoriten mit Felix Weller der bei der Partie Hansa Rostock – VFf Stuttgart II im Einsatz war. Weller hat ebenfalls wie Behrens ein hohes Vertrauen bekommen und erhielt eine Partie wo es noch um was ging. Weller lag in der Elfmeterentscheidung richtig und löste alle anderen Szenen souverän. Auch die Szene als Assistent Henry Schröder übel wurde, löste er mehr als richtig und handelte perfekt. Großes Lob an Schiedsrichter Weller und der Aufstieg ist zu 99,9% sicher!

1860 München – FC Ingolstadt 1:2 (SR: Yannick Sager)

Szene 1: Sean Dulic hat als letzter Mann ein Zuspiel zu einem Ingolstadt-Angreifer absichtlich mit der Hand gestoppt. Das war ein Handspiel, das eine klare Torchance verhinderte (DOGSO – Denying an Obvious Goal-Scoring Opportunity). Bei letztem Mann und klarem Handspiel zur Verhinderung einer Torchance ist Rot der Standard. Gelb gibt es in der Regel nur bei weniger klaren Situationen, z.B. wenn der Spieler nicht letzter Mann ist, der Ball nicht klar auf Tor geht oder es keine Absicht gibt. Daher eine klare Fehlentscheidung nicht auf Rot zu entscheiden. Hier stand Schiedsrichter Yannick Sager schlecht positioniert und zu weit weg vom Geschehen. Sein Assistent mit Seitenblick hätte hier helfen müssen. [TV-Bilder – ab 03:25 Minuten]

Rot-Weiss Esssen – SC Verl 1:0 (SR: Dr. Max Burda)

Szene 2: Nach einer Ecke kam es im Gewühl im Essener Strafraum zu einem Zweikampf, bei dem Yari Otto zu Boden ging, Schiedsrichter Dr. Max Burda pfiff nicht, ließ weiterspielen. Nils Kaiser erwischt Otto, aber der Verler ging da schon etwas leicht zu Boden. Otto ist bereits im Fallen, das Bein ist hoch, der Körper kippt nach hinten. Kaiser berührte Otto am Oberkörper/Beinbereich, aber es wirkt nicht wie ein klares Umreißen oder Schubsen von hinten. Der Kontakt ist da, aber nicht übertrieben hart oder regelwidrig. In Strafraumszenen nach Ecke muss der Kontakt deutlich und unfair sein (z.B. klares Schubsen von hinten, Bein stellen oder Umreißen). Hier wirkt es mehr wie ein normaler Luftzweikampf und Mitgehen des Angreifers. Schiedsrichter Burda steht nah dran und hat das richtig als kein strafbares Foul bewertet. Gute Entscheidung. [TV-Bilder – ab 02:45 Minuten]

Hansa Rostock – VfB Stuttgart II 5:3 (SR: Felix Weller)

Szene 3: Nach Ecke kam der Ball in den rechten Strafraum. Darvich dribbelte an Hummel vorbei. Hummel erwischte Darvich am Knie mit einem klaren Kontakt, der den Angreifer zu Fall brachte. Schiedsrichter Felix Weller pfeift sofort und zeigte auf den Punkt. Das erfüllt die Kriterien für einen Strafstoß: klarer, spielverhindernder Kontakt im Strafraum gegen einen dribbelnden Angreifer. Es ist kein leichter Kontakt oder Mitgehen wie in der Essen-Verl-Szene, sondern ein spürbares Erwischen am Bein/Fuß. Gute und schnelle Entscheidung des Schiris. Kein „Weiterspielen“ möglich, weil der Kontakt deutlich genug war, auch wenn es wie ein dramatisches Abheben und leichten Kontakt aussah, aber da er ihn vorne am Fuß stempelt, was sehr tut, ist der Elfmeter die für mich richtige Entscheidung [TV-Bilder – ab 0:20 Minuten]

Szene 4: Nach der Pause eine kuriose Szene. Da es Assistent Henry Schröder kurz vor der Pause übel wurde, wurden die 30 Sekunden zu Beginn der zweiten Hälfte nachgespielt, bei dem sich Spieler beider Teams den Ball zu passten. Dann wurden die Seiten gewechselt und Rostock konnte gleich anstoßen. Regeltechnisch ist das nicht anders händelbar. Für Weller bei dem es um den Aufstieg in die 2. Liga geht, wäre ein Regelverstoß tödlich. So hat er sich mit der seltenen Variante gerettet. Regeltechnisch korrekt und clever gelöst von Schiedsrichter Felix Weller. Das war eine sehr seltene, aber saubere Handhabung: Laut Regel 7 (Spieldauer) und Regel 5 (Schiedsrichter-Befugnisse) hat der Referee die Verantwortung für die korrekte Spielzeit. Er darf:

  • Die Halbzeit bei unvorhergesehenen Ereignissen (hier: Ausfall eines Assistenten) anpassen.
  • Versäumte Zeit nachholen.
  • Die Reihenfolge (Nachspielzeit vor Seitenwechsel) so wählen, dass das Spiel fair und praktikabel weiterläuft.

Wichtig: Ein Abbruch oder ein späterer Wechsel des Assistenten hätte viel mehr Aufwand und potenzielle Proteste bedeutet. So wurde die fehlende Zeit transparent und ohne Wettbewerbsverzerrung nachgeholt.

Für Hansa Rostock (und Weller selbst) wäre ein Regelverstoß oder ein Protestgrund hochgefährlich gewesen. Mit dieser „30-Sekunden-Variante“ hat er sich elegant aus der Affäre gezogen. Beide Teams haben es sportlich genommen und mitgelacht.

Fazit: Sehr gute, regelkonforme Lösung in einer ungewöhnlichen Situation. Solche Kuriositäten machen den Fußball manchmal sympathisch. [TV-Bilder – ab 01:20:00 Minuten]

Energie Cottbus – Wehen Wiesbaden 2:1 (SR: Timo Gansloweit)

Szene 5: In der 48. Minute eine knifflige Szene: Nyamekye Awortwie-Grant stocherte von hinten in den Zweikampf mit Fatih Kaya. Er traf ihn am Knöchel, Kaya ging zu Boden — Wiesbaden fordert vehement Elfmeter. Es ist ein klassischer kniffliger Zweikampf im Strafraum nach einer Hackenvorlage. Kaya ging energisch zum Ball, Awortwie-Grant kam von hinten und versuchte, den Ball zu spielen. Der Kontakt am Knöchel ist da, aber nicht überhart oder mit gestrecktem Bein. Solche „Stochern“ von hinten sind im Profifußball häufig und werden nicht automatisch als Foul gepfiffen — besonders, wenn der Angreifer auch etwas mitgeht. Schiedsrichter Timo Gansloweit hatte aus der Nähe zugeschaut und weiterlaufen lassen. Der Kontakt liegt noch im handelsüblichen Rahmen für solche Szenen. Man kann pfeifen (viele Schiris hätten es vielleicht getan), aber man muss nicht. Kein klarer, eindeutiger Fehler, der einen Elfmeter erzwingt. Kein krasser Fehlpfiff, sondern eine vertretbare Weiterspielen-Entscheidung in einer 50:50-Szene. Ich finde weiterspielen hier die viel bessere Wahl. Klar ist da ein minimalerKontakt am Fuß, aber für mich ist weiterspielen im Rahmen. Ein Strafstoß wäre ein „soft penalty“ gewesen. Cottbus hatte Glück, Wehen ärgert sich zu Recht etwas — aber es war kein Skandal. [TV-Bilder – ab 02:15 Minuten]

TSV Havelse – 1. FC Schweinfurt 3:2 (SR: Felix Grund)

Szene 6: Im Spiel kam es im Strafraum zu einer gefährlichen Aktion der Gäste. Nach einem geblockten Schuss von Sebastian Müller blieb Schweinfurt am Ball und schlug eine scharfe Flanke in den Fünfmeterraum. Nico Grimbs lenkte den Ball aus kurzer Distanz am Torwart Jonah Busse vorbei ins kurze Eck. Der Treffer wurde jedoch von Schiedsrichter Felix Grund sofort abgepfiffen und nicht gegeben, weil Grimbs den Ball mit der Hand ins Tor befördert hat. Die Entscheidung ist korrekt. Ein Handspiel beim unmittelbaren Torabschluss = kein Tor (unabhängig davon, ob es absichtlich oder unabsichtlich war. [TV-Bilder – ab 0:30 Minuten]

Szene 7: Kurz nach der nicht gegebenen Hand-Tor-Szene von Nico Grimbs kam es zur nächsten kritischen Aktion. Noah Plume zupft im Strafraum am Trikot eines Schweinfurter Stürmers und brachte ihn zu Fall. Schiedsrichter Felix Grund entschied sofort auf Elfmeter für Schweinfurt und zeigte der bereits verwarnten Plume die Ampelkarte. Ein Trikot-Zupfer, der den Gegner aus dem Gleichgewicht und zu Fall bringt, ist im Strafraum fast immer ein Foul. Gelb/Rot ist die konsequente Fortsetzung. Plume hatte schon eine Gelbe Karte. Ein weiteres taktisches oder klares Foul im eigenen Strafraum führte bei der Verhinderung eines aussichtsreichen Angriffs zum Platzverweis. [TV-Bilder – ab 0:45 Minuten]

Viktoria Köln – Alemannia Aachen 0:3 (SR: Nico Fuchs)

Szene 8: Verthomy Boboy hielt Mika Schroers im Sechzehner am Arm und zieht ihn zu Boden. Schiedsrichter Nico Fuchs ließ weiterlaufen. Ein klares Halten/Ziehen mit der Hand, das den Angreifer aus dem Gleichgewicht bringt und zum Fall führt, ist grundsätzlich ein Foul und damit Elfmeter. Im modernen Fußball wird ein solches Trikot-Ziehen oder Festhalten im Strafraum aber sehr uneinheitlich gepfiffen. Es kommt stark auf Intensität, Dauer und ob der Spieler dadurch klar benachteiligt wird und auf die Linie des Schiedsrichters, an. Ein einzelnes kurzes Zupfen oder leichtes Halten wird sehr oft laufen gelassen. Hier aber hielt der Kölner Schroers einfach zu lange und zieht ihn förmlich runter. Das ist für mich strafstoßwürdig. [TV-Bilder – ab 01:48:20 Minuten]

Szene 9: Verthomy Boboy klärte den Ball im Zweikampf, Lars Girndorf lief anschließend in ihn hinein. Es kam zum Körperkontakt mit dem angelegten Ellenbogen. Schiedsrichter Nico Fuchs zeigte keine Karte und ließ weiterspielen. Die Entscheidung von Fuchs ist richtig. Der Verteidiger spielt klar zuerst den Ball. Wenn der Angreifer dann „hineinläuft“, ohne dass der Verteidiger brutal nachsetzt oder mit gestrecktem Ellenbogen absichtlich trifft, ist kein Foul und erst recht keine Karte angebracht. Der angelegte Ellenbogen ist nicht ausgefahren und bei solchen Zusammenstößen häufig unvermeidbar und wird normalerweise toleriert, wenn der Ball zuerst gespielt wurde. Girndorf trägt hier tatsächlich eine Mitverantwortung, weil er nicht rechtzeitig bremst bzw. den Zweikampf sucht, obwohl der Ball schon weg ist. [TV-Bilder – ab 01:52:50 Minuten]

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Michael

    Ach, Herr Bartnitzki wurde jetzt offiziell an die Seitenlinie versetzt? Sehr gut. Leider viel zu später, aber immerhin.

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