Es war ein außergewöhnliches Bundesligaspiel, das auch Florian Exner so schnell nicht vergessen dürfte. Zahlreiche Strafstoßentscheidungen, wiederholte VAR-Eingriffe und eine Spielleitung, die über weite Strecken alles andere als souverän wirkte.
Natürlich waren mehrere Strafstöße regeltechnisch korrekt. Doch allein daran lässt sich die Leistung eines Schiedsrichters nicht messen. Auffällig waren insbesondere die wiederholten Unsicherheiten bei der Bewertung von Handspielsituationen, die wechselnden Entscheidungen und die mehrfach notwendige Unterstützung durch Video-Assistent Günter Perl.
Besonders die zweite Handspielentscheidung bleibt trotz der offiziellen Erläuterung durch Alex Feuerherdt kritisch zu hinterfragen. Die veröffentlichten Bilder liefern aus unserer Sicht weiterhin keinen überzeugenden Nachweis für einen klaren und offensichtlichen Fehler.
Auch die Schlussphase mit weiteren Strafstoßentscheidungen verdeutlichte, wie schwer es Exner an diesem Nachmittag fiel, eine klare Linie zu finden.
Welche Entscheidungen waren richtig, wo bleiben Zweifel und welche Rolle spielte der VAR?
Unsere Analyse 👇 https://ig-schiedsrichter.de/elfmeter-wahnsinn-bei-exner-viermal-zeigt-er-auf-den-punkt-var-wirbel-ohne-ende/
Unsere Gesamtbewertung: International wäre eine solche Spielleitung kaum vorstellbar
Es war einer der außergewöhnlichsten und zugleich unruhigsten Schiedsrichter-Nachmittage der bisherigen Bundesliga-Saison. Fünf VAR-Eingriffe, zahlreiche Strafstoßentscheidungen und immer wieder Diskussionen um die Wahrnehmung und Bewertung einzelner Situationen.
Dabei geht es keineswegs darum, Florian Exner jede Entscheidung als Fehler anzulasten. Mehrere Strafstöße waren regeltechnisch korrekt. Doch die Gesamtleistung eines Schiedsrichters bemisst sich nicht allein daran, ob am Ende die richtige Entscheidung auf der Anzeigetafel steht.
Gerade auf internationaler Ebene legt die UEFA großen Wert darauf, dass der Schiedsrichter die entscheidenden Situationen möglichst selbst erkennt und der VAR nur bei klaren und offensichtlichen Fehlern eingreift.
Der frühere Bundesliga-Schiedsrichter und Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Strigel hatte uns bereits erläutert, wie streng die UEFA wiederholte VAR-Interventionen bei der Bewertung ihrer Unparteiischen berücksichtigt. Auch die zeitweisen internationalen Pausen von Tobias Stieler und Felix Zwayer zeigen, welche Bedeutung die Leistungen auf diesem Niveau für weitere Ansetzungen haben können.
Unsere Einschätzung: Eine Spielleitung mit fünf VAR-Eingriffen wäre nach den strengen internationalen Bewertungsmaßstäben ein gravierendes Problem. Eine solche Häufung von Interventionen kann sich erheblich auf die weiteren Ansetzungen eines Schiedsrichters auswirken.
Kritisch sehen wir in diesem Zusammenhang auch die Berichterstattung des kicker. Wenn eine ursprünglich falsche Schiedsrichterentscheidung erst durch einen VAR-Eingriff korrigiert wird, darf dies bei der Bewertung der Spielleitung nicht einfach als richtige Entscheidung des Feldschiedsrichters verbucht werden. Entscheidend ist schließlich, was der Unparteiische selbst erkannt und entschieden hat. Andernfalls entsteht ein geschöntes Bild seiner tatsächlichen Leistung. Denn eine durch den VAR korrigierte Fehlentscheidung bleibt zunächst einmal eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters.
