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Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 3. Spieltag | 3. Liga

Am 3. Spieltag der 3. Liga neigte sich dem Ende und es gab einiges zu berichten. Die beiden Japaner Nagamine und Ohashi bekamen am Wochenende ihre letzte Partie auf deutschem Boden und der Schiedsrichter Austausch ist somit zu Ende. Es gab drei Debütanten in Liga 3, jedoch überzeugte nur einer zu 100%. Kernchen und Rose hatten leichte Probleme und Fehler in ihren Spielen. Die weitere Analyse und unsere Top 3 des Spieltags:

Platz 🥇 Jonah Besong: Jonah Besong bekam am Sonntag sein Debüt in der 3. Liga bei der Partie Erzgebirge Aue gegen TSV Havelse (2:1). Der 27-jährige Schiedsrichter aus Duisburg zeigte eine souveräne und überzeugende Leistung für seinen ersten Einsatz in dieser Liga. Eine strittige Szene war die Nichtvergabe eines Strafstoßes für Aue in der 87. Minute, als Pascal Fallmann im Strafraum zu Fall kam. Diese Entscheidung war korrekt, da der Kontakt im Rückenbereich nicht ausreichend war, um einen Elfmeter zu rechtfertigen. Ebenso wurde ein Tor von Marvin Stefaniak in der Nachspielzeit wegen Abseits aberkannt, was ebenfalls richtig entschieden wurde, da der Spieler minimal im Abseits stand. Besong behielt das Spiel durchgehend im Griff und sorgte für einen flüssigen Spielverlauf, was für ein Ligadebüt bemerkenswert ist. Insgesamt zeigte Besong eine starke Leistung mit starken Entscheidungen in den kniffligen Momenten, was einen vielversprechenden Einstand aufweist.

Platz 🥈 – Yannick Rupert: Yannick Rupert (25) aus Dortmund leitete am Sonntag die Partie zwischen FC Ingolstadt und Hansa Rostock (1:1). Rupert zeigte in dem intensiven Spiel eine solide Leistung. Er verteilte insgesamt 9 Gelbe Karten. In dem ersten Moment viel, aber die waren größtenteils für taktische Fouls oder robuste Zweikämpfe, was auf eine konsequente Linie hindeutet. Insgesamt zeigte Rupert eine souveräne Leistung für einen noch jungen Schiedsrichter in der 3. Liga, mit einer klaren Linie und ohne spielentscheidende Fehler.

Platz 🥉 3 – Kevin Behrens: Kevin Behrens leitete ebenfalls am Sonntag die letzte Partie des Spieltages zwischen SV Waldhof Mannheim und FC Viktoria Köln. Das Spiel verlief aus Schiedsrichtersicht sehr ruhig ab. Wie aber auch in der vergangenen Saison, überzeugte Behrens mit seiner kommunikativen Art und lieferte so eine erneut gute Leistung ab.

MSV Duisburg – SSV Ulm 2:1 (SR: Koki Nagamime)

Szene 1: Mitte der erste Hälfte wurde Duisburgs Offensivspieler Dennis Borkowski wegen eines rüden Foulspiels verwarnt. Diese Verwarnung war durchaus ein bisschen hart, da er hier auch den Ball getroffen hatte und dann das anschließende Foulspiel, als er mit dem angezogenen seinen Gegenspieler getroffen. Für mich Freistoß, aber keine Verwarnung, da dass Foul auch noch tief in der eigenen Hälfte war und er dadurch keinen aussichtsreichen Angriff verhinderte. Und so rücksichtslos war das Einsteigen dann auch nicht, der Ulmer fiel dann über das Bein. Ist ein normales Foul ohne Karte. [TV-Bilder – ab 01:25 Minuten]

Szene 2: Und dann stand Borkowski vor der Pause erneut im Mittelpunkt, und sorry, dass war völlig dumm. Er verhindert den Einwurf der Gäste, indem er den Ball leicht wegspitzelte und wurde dafür mit seiner zweiten Gelben Karte des Feldes verwiesen. Sicherlich war dann hier die erste Verwarnung falsch, aber ein solches unsportliches Verhalten das geht einfach nicht. Emotionen hin oder her, aber da muss er seinen Nerven im Griff haben! [TV-Bilder – ab 01:37 Minuten]

SSV Jahn Regensburg – 1. FC Schweinfurt 3:0 (SR: Martin Wilke)

Szene 3: Nach einer Stunde eine strittige Szene. Nach einem Zweikampf zwischen Wintzheimer und Beckhoff ging der Schweinfurter nach einem Kontakt links im Sechzehner zu Boden. Schiedsrichter Wilke hatte freie Sicht und ihm reichte der wenn auch kleine Kontakt nicht, auf Elfmeter zu entscheiden. Für mich hat hier die Nummer 10 zwar sein Bein rausgestellt und der Angreifer fiel darüber. Aber hier liegen die Argumente eher bei Schiedsrichter Wilke, da Wintzheimer mit einer engen Ballführung in den Strafraum hinein dribbelte und Benkhoff fiel dann über seine Beine. Zwar ist es für uns eher ein Elfmeter, aber es ist durchaus in Ordnung, weiterspielen zu lassen. Wenn Zweifel bestehen, dann ist weiterspielen immer richtig. Es ist kein klarer Kontakt, man kann ihn durchaus geben, man kann aber auch sagen, es ist für mich zu wenig und reicht mir nicht. Insgesamt vertretbar. [TV-Bilder – ab 02:09 Minuten]

TSV Alemannia Aachen – TSV 1860 München 2:0 (SR: Dr. Robert Kampka)

Szene 4: Gianluca Gaudino verlor in der eigenen Hälfte den Ball und holte Niederlechner von den Beinen. Da er schon verwarnt war, musste der Alemannia-Mittelfeld-Regisseur mit der Ampelkarte vom Platz. Die erste Verwarnung war schon eine Fehlentscheidung, da dass Foul an Jacobsen nicht Gaudino sonder Wiebe beging. Und hier für diesen leichten zu theatralischen Kontakt nicht ausreichend zu Verwarnung, da dass Foul kein überhartes Einsteigen war und somit für uns die gelb-rote Karte eine Fehlentscheidung darstellt. Doppelt bitter für Aachen. [TV-Bilder – ab 01:52 Minuten]

Szene 5: Infolge eines Aachener Einwurfs arbeitete Verlaat sehr stark mit den Armen gegen Wriedt, sodass der Stürmer zu Boden ging. Für Schiedsrichter Kampka nicht ausreichend für einen Pfiff. Für uns eine Fehlentscheidung, denn das war ein zu harter Einsatz und großes Glück für 1860, dass es keinen Elfmeter gab. Fehlentscheidung! [TV-Bilder – ab 02:45 Minuten]

TSG Hoffenheim II – FC Energie Cottbus 4:0 (SR: Yusuke Ohashi)

Szene 6: Der 22-jährige Luka Đurić verwandelte zum 2:0 ein. Er gewann das Duell gegen Erik Engelhardt im Nachsetzen – als der Schiedsrichter nach einem leichten handelsüblichen Kontakt zu Recht weiterlaufen ließ – und zog weiter Richtung Gehäuse. Er tanzte Awortwie-Grant auf einem Bierdeckel aus und platzierte das Leder im unteren rechten Eck. Wie schon erwähnt, lag bei der Vorarbeit kein Foulspiel vor. [TV-Bilder – ab 01:20 Minuten]

Szene 7: Luca Erlein hatte nach einem zu kurzen Ball von Ciğerci nur Augen für den Ball und räumte – unabsichtlich – Gegenspieler Jonas Hofmann ab. Der japanische Gast-Schiedsrichter zeigte sofort auf den Punkt und gab Elfer für Hoffenheim. Klare Sache. [TV-Bilder – ab 03:38 Minuten]

VfB Stuttgart II – Sportclub Verl 1:1 (SR: Niclas Rose)

Szene 8: Lauri Penna drang nach einem tiefen Steilpass rechts in den Strafraum ein. Der Verteidiger Otto trat ihm in die Hacken. Das nahm Penna dankend an, ging zu Boden und holte den Elfmeter raus. Auch wenn es eine unglückliche Aktion war, lag hier ein klarer Kontakt vor, weshalb der Strafstoß von Schiedsrichter Rose aus meiner Sicht die korrekte Entscheidung darstellt. [TV-Bilder – ab 01:10 Minuten]

Szene 9: Aus gut 25 Minuten gab es knapp zehn Minuten eine Freistoßflanke aus dem linken Halbfeld in den Strafraum. Dabei kam Groiß nicht wirklich mit dem Kopf an den Ball, aber er forderte einen Handelfmeter, da er die Hand des Verlers Otto am Ball gesehen hatte. Der Schiedsrichter ließ hier zu Unrecht weiterlaufen. Wie man in den Bildern erkannte, bekam Otto den Ball an den Arm. Das hätte definitiv den Elfmeter geben müssen. [TV-Bilder – ab 01:45 Minuten]

Szene 10: Der 19-jährige Penna war schon durch eine unglückliche Aktion im ersten Durchgang schon mit Gelb vorgewarnt und foulte kurz nach der Pause auf dem rechten Flügel durch ein sehr ausgestrecktes Bein, welches auch zurecht mit der Gelb-Roten Karte bestraft. Unstrittig! [TV-Bilder – ab 02:17 Minuten]

SV Wehen Wiesbaden – FC Rot-Weiss Essen 3:4 (SR: Lennart Kernchen)

Szene 11: Nach einem Eckball von der rechten Seite gab es Elfmeter für die Gäste. Schleimer sprang der Ball in Höhe des ersten Pfostens an den linken Arm. Schiedsrichter Kernchen zeigte sofort auf den Punkt. Korrekte Entscheidung! [TV-Bilder – ab 02:40 Minuten]

Szene 12: Für große Aufregung sorgte der Elfmeter für Wiesbaden. RWE-Keeper Lucas Goltz soll Kaya im Strafraum von den Beinen geholt haben. Nach mehrmaligen Ansehen der Bilder für mich eine Fehlentscheidung, den Elfmeter gegeben zu haben. Zunächst spitzte der Wiesbadener den Ball vor Golz weg. Dieser soll dann mit der Hand den Fuß Kayas berührt haben. Erst mal köpft sich der Verteidiger den Ball an die eigene Hand. Da ist weiterspielen, richtig. Dann spitzelt der Stürmer den Ball Richtung Seitenlinie. Für meinen Geschmack gibt es überhaupt keinen Kontakt, der diesen Sturz rechtfertigt. Der Stürmer hebt absolut theatralisch ab und will diesen Elfmeter herausholen. Was ihm ja letztlich gelungen ist. Für mich eine Fehlentscheidung. In den Einstellungen ist hier kein klarer Kontakt zu erkennen, zumal er dann auch sehr theatralisch abhob. Selbst wenn es da eine minimale Berührung gab, ist der Fall nicht ursächlich für den Fall und somit leider eine Fehlentscheidung für den jungen Schiedsrichterdebütanten. Man muss aber hier auch sagen, dass 8 von 10 Drittligaschiris bei dieser dynamischen Situation zur Sicherheit auf den Punkt gezeigt hätten. [TV-Bilder – ab 03:30 Minuten]

Dieser Beitrag hat 8 Kommentare

  1. Robin Schiroky

    Das Debüt von Schiedsrichter Besong fiel aus meiner Sicht deutlich durchwachsener aus, als es das reine Endergebnis widerspiegeln mag. Besonders auffällig war die Kartenverteilung: Sämtliche Gelben Karten bis zur 86. Minute waren aus meiner Sicht nicht korrekt. Damit hat der Unparteiische gerade im Bereich der Disziplinarstrafen ein schwaches Bild abgegeben.

    Besonders gravierend war eine Szene, in der der falsche Spieler verwarnt wurde: Gelb erhielt Havelser Spieler Nr. 19, obwohl das Vergehen eindeutig von Aues Nr. 23 ausging.

    1. IG Schiedsrichter

      Was hast du denn bei Besong zu bemängeln? Kicker-Note 2,5 und auch Babak Rafati hat ihn auf Platz 1 gesetzt. Sind bestimmt alle unobjektiv außer der große Robin Schiroky der alles besser weiß…
      —–
      Starkes Drittliga-Debüt

      Der 27-Jährige ist erst vor der Saison in die 3. Liga aufgestiegen und stand am Sonntag beim Duell zwischen Erzgebirge Aue und dem TSV Havelse nun erstmals auf dem Platz. Dabei überzeugte Besong nicht nur mit einer starken Körpersprache und Kommunikation, sondern lag auch in allen wesentlichen Entscheidungen richtig. Unter anderem war es korrekt, nach 87 Minuten keinen Elfmeter für Aue zu geben, nachdem Fallmann zu Boden gegangen war. Insgesamt ein starkes Debüt des 27-Jährigen. Von Nervosität war keine Spur.

      1. Robin Schiroky

        Babak Rafati oder Kicker Note wird meinerseits respektiert. Aber man muss nicht gleiche Meinung sein. Schaut bitte wie ich es getan habe, das komplette Spiel oder nur die von mir aufgeführte Szenen, an. Es wäre auch schön, wenn ihr andere Meinungen wo mit Spielminuten und Szenen hinterfragt werden, auch respektieren würdet. Danke!

        1. IG Schiedsrichter

          Aber deine Meinung ist viel zu harte Kritik. Hab sonst nur positives gesehen und gelesen und generell war Besong gut.

          1. Robin Schiroky

            Ja, zugegebenerweise stimmt das mit der kritischen Sichtweise. Dennoch habe ich eine Bitte: Schaut euch bitte die beiden Zweikämpfe in der 68. Minute mit gestrecktem Bein und besonders in der 72. Minute den Ellbogeneinsatz (wieder von Nr. 19 H.) an. Was hat der Schiedsrichter dort gemacht?

  2. Manfred Savelsberg

    Ich finde, dass der DFB bei so krassen Fehlentscheidungen keine weitere Sperre für den Geld/rot geahndeten Spieler aussprechen darf. Im Gegenteil Alemannia wurde doppelt bestraft durch den nicht gegebenen Elfmeter.

    1. Robin Schiroky

      Aus Objektiver Sicht kann ich dieser Einschätzung nur zustimmen. Besonders im Spiel gegen die TSG Hoffenheim war der Platzverweis aus meiner Sicht nicht gerechtfertigt. Die entscheidende Szene zeigt vielmehr, dass das eigentliche Vergehen gegen Aachener Spieler vorlag.
      Bei Gianluca Gaudino fällt auf, dass er sich in nahezu jeder Partie hart an der Grenze zu einer Gelb-Roten Karte bewegt. Aus meiner Sicht ist es daher zwingend erforderlich, dass die sportliche Leitung hier ein klares Gespräch sucht. Die erste Verwarnung im Mittelfeld war nach dem verzögerten Pfiff korrekt, und auch die Gelb-Rote Karte war folgerichtig – zumal er nur Sekunden zuvor bereits mit einem riskanten Einsteigen mit gestrecktem Bein enormes Glück hatte, den Gegenspieler nicht zu treffen.

      Dieser junge Spieler muss dringend an seiner Spielweise und auch an seinem Verhalten gegenüber Schiedsrichterentscheidungen arbeiten. Andernfalls wird er seiner Mannschaft langfristig mehr schaden als helfen.

  3. Robin Schiroky

    Die Spielleitung von Schiedsrichter Rupert war aus Sicht der Zweikampfbewertung und Verwarnungen ein regelrechtes Fiasko. Besonders die Gelben Karten(51./80./ und 93. Minuten) offenbaren gravierende Fehlentscheidungen.

    66. Minute – Handspiel (Gelb für Nr. 2 FCI):
    Nach einem Zweikampf(Foulspiel an Nr.2!) lag der Verteidiger mit der Nr. 2 am Boden und berührte den Ball beim Fallen völlig unabsichtlich. Gleichzeitig nahm allerdings der Stürmer den Ball aktiv mit der Hand mit. Anstatt dieses klare Angreiferfoul zu ahnden, wurde Gelb gegen den Verteidiger gezeigt – eine vollkommen unverständliche und regelwidrige Entscheidung.

    89. Minute – Fußvergehen (Gelb für Nr. 24 FCI):
    Später kam es zu einer weiteren krassen Fehlbewertung: Statt das Stürmerfoul konsequent zu pfeifen, entschied der Schiedsrichter erneut gegen Ingolstadt und zeigte Verteidiger Nr. 24 Gelb für ein angebliches Fußvergehen. Auch hier lag die Situation objektiv auf der Seite des Angreifers, sodass die Entscheidung keinerlei Grundlage findet.

    Diese beiden Szenen sind exemplarisch für die schwache Spielleitung: Zwei unterschiedliche Spieler werden durch völlig falsche Bewertungen verwarnt, während die eigentlichen Vergehen der Angreifer ungeahndet bleiben.

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