Sechs Thüringer Schiedsrichter haben am Mittwoch, 23. September, am SRA-Stützpunkt der DFB-Nachwuchsligen in Berlin teilgenommen. In der Sportschule Wannsee ging es einen Tag lang intensiv um die Arbeit an der Seitenlinie – von der Abseitsbewertung über standardisierte Abläufe bis hin zum Zusammenspiel innerhalb des Schiedsrichterteams.
Berlin: Unter der Leitung von Sandy Hoffmann und Markus Häcker beschäftigten sich die Teilnehmer mit verschiedenen Bereichen, die für Schiedsrichterassistenten gerade auf höherem Leistungsniveau von großer Bedeutung sind.
Ein Schwerpunkt lag dabei auf dem Thema Abseits. Was von außen häufig wie eine einfache Entscheidung aussieht, verlangt dem Assistenten in der Praxis einiges ab. Entscheidend ist nicht nur die Position eines Angreifers im Moment der Ballabgabe. Gleichzeitig müssen Ball und vorletzter Abwehrspieler im Blick behalten, aktive Eingriffe bewertet und teilweise innerhalb von Sekundenbruchteilen mehrere Wahrnehmungen miteinander verbunden werden.
Entsprechend intensiv wurde beim Stützpunkt an der Abseitswahrnehmung und der einheitlichen Regelauslegung gearbeitet. Gerade bei knappen Situationen kommt es darauf an, eine möglichst optimale Stellung einzunehmen, konzentriert zu bleiben und die Szene bis zum entscheidenden Moment vollständig wahrzunehmen.
Teamwork als entscheidender Faktor
Doch die Tätigkeit eines Schiedsrichterassistenten besteht längst nicht nur aus Abseitsentscheidungen. Deshalb gehörte auch das SRA-Basispaket zum Programm. Im Mittelpunkt standen dabei unter anderem Teamwork, Standardprozesse und die Zusammenarbeit mit dem Schiedsrichter.
Denn ein gutes Gespann funktioniert nur dann, wenn die Abläufe klar sind. Wer übernimmt in welcher Situation welche Verantwortung? Wann ist die Unterstützung des Assistenten gefragt? Wie werden Wahrnehmungen kommuniziert? Und wann sollte sich ein Assistent bewusst zurückhalten, weil der Schiedsrichter die bessere Perspektive auf eine Situation besitzt?
Gerade für junge Unparteiische, die sich auf dem Weg in höhere Spielklassen befinden, sind solche abgestimmten Prozesse ein wichtiger Bestandteil ihrer weiteren Entwicklung.
Erfolgreicher Konformitätstest
Ein weiterer Programmpunkt war der Konformitätstest. Dabei geht es darum, anhand verschiedener Spielszenen Entscheidungen zu treffen und diese mit der vorgegebenen beziehungsweise erwarteten Regelauslegung abzugleichen.
Anschließend wurden die Ergebnisse gemeinsam ausgewertet und die einzelnen Situationen besprochen. Für die sechs Teilnehmer aus Thüringen verlief der Test erfolgreich.
Neben den Thüringer Unparteiischen waren auch Schiedsrichter aus weiteren Landesverbänden in Berlin dabei. Damit bot der Stützpunkt nicht nur fachliche Inhalte, sondern zugleich die Möglichkeit zum länderübergreifenden Austausch.
Gerade dieser Blick über die Grenzen des eigenen Landesverbandes hinaus ist für Nachwuchsschiedsrichter wertvoll. Unterschiedliche Erfahrungen können miteinander geteilt, Situationen diskutiert und neue Ansätze für die eigene Spielleitung beziehungsweise die Arbeit als Assistent mitgenommen werden.
Mehr als nur die Fahne heben
Der Stützpunkt in Berlin machte damit einmal mehr deutlich, wie anspruchsvoll die Tätigkeit eines Schiedsrichterassistenten inzwischen ist. Abseits erkennen, Laufwege beherrschen, kommunizieren, den Schiedsrichter unterstützen und gleichzeitig die eigenen Zuständigkeiten kennen: An der Seitenlinie sind Konzentration, Regelkenntnis und Teamarbeit gleichermaßen gefragt.
Für die sechs Thüringer Teilnehmer war der Tag in der Sportschule Wannsee deshalb nicht nur eine weitere Lehrveranstaltung, sondern zugleich eine wichtige Gelegenheit, an genau diesen Details zu arbeiten und weitere Erfahrungen für ihre Einsätze in den DFB-Nachwuchsligen zu sammeln.
