Ein kurzer Gesamtüberblick über unsere Tätigkeiten, was wir für den Fußball tun und was der #Schiedsrichterstreik 2022 bewirkt hat
Die Interessengemeinschaft „IG Schiedsrichter“ ist ein unabhängiges Informationsportal und eine Transparenzinitiative rund um das Thema Schiedsrichter im deutschen Profifußball. Es richtet sich an Schiedsrichter selbst, aber auch an Fußballfans, indem wir regelmäßig Schiedsrichter-Entscheidungen neutral und stets sachlich analysieren, die sich auch zu großen Teilen mit den offiziellen Bewertungen deckt, berichten über Ansetzungen, Regeln, News und Initiativen zur Förderungen der Transparenz.
Wir betreiben das Portal auf unserer Webseite ig-schiedsrichter, sind auf Plattformen wie Facebook, Instagram und X (ehemals twitter) aktiv – unter demH Handle „IgSchiri“ auf X. Dort teilen wir Inhalte wie Schiedsrichter-Ansetzungen, Tipps für Nachwuchsschiedsrichter oder Diskussionen zu Regeländerungen (z.B. Abseits-Reform).
Ziel ist es, das Verständnis für Schiedsrichter-Entscheidungen zu verbessern, Transparenz zu schaffen und das Vertrauen der Fans zu stärken. Wir werben auch für Schiedsrichter-Nachwuchs, z.B. mit Vorteilen wie freiem Stadionzutritt und Aufwandsentschädigungen. Es handelt sich nicht um eine offizielle Gewerkschaft (trotz „IG“ im Namen, sondern um eine reine private Bildungs- und Informationsplattform. Früher gab es auch mal einen Streikaufruf im Amateurbereich, aber heute liegt der Fokus auf positiver Berichterstattung und Unterstützung der Schiedsrichter.
Was war beim Streik genau?
Der bekannteste und größte „Schiedsrichterstreik“-Aufruf der IG Schiedsrichter fand im Mai 2022 statt – und genau das ist gemeint, wenn heute noch vom „Schiedsrichterstreik der IG Schiedsrichter“ gesprochen wird. Mit dem Ziel für einen besseren Schutz & Unterstützung der Schiris durch die Verbände; Entschädigung von Schiedsrichtern als Zeugen vor Sportgerichten; Mehr Prävention (bessere Ausbildung von Trainern, Betreuern, Vereinen); Respektkampagnen und spürbare Maßnahmen gegen den zunehmenden Hass auf Schiris.
Wir haben den Finger tief in die Wunde gelegt. Trotz einer großen Gegenwelle der Verbände („schadet den Fußball“ und sei „unverhältnismäßig“, hat genau dieser „Finger tief in die Wunde“ für mehr öffentlichen Druck gesorgt und einige der 13 Kernforderungen – schrittweise nach jetzt fast vier Jahren – wurden vorangebracht.
Wichtige umgesetzte oder spürbar verbesserte Punkte:
- Mehr Aufmerksamkeit & Respektkampagnen → Das Thema „Gewalt gegen Schiedsrichter“ ist seitdem dauerhaft auf der Agenda – sowohl bei DFB, Landesverbänden als auch in der medialen Berichterstattung. Es gibt verstärkte Präventionsmaßnahmen, Schulungen für Vereine/Trainer und Appelle an Zuschauer/Eltern.
- Bessere Rahmenbedingungen & Pilotprojekte → Einige Kreise/Verbände haben Modelle eingeführt, die Vereine bei Nichterfüllung des Schiedsrichter-Solls finanziell belasten (höhere Startgebühren) und umgekehrt belohnen – ein direkter Ansatz gegen den Schiedsrichtermangel.
- Allgemeine Wertschätzung → Kleinere, aber spürbare Schritte wie verbesserte Betreuung junger Schiris, höhere Aufwandsentschädigungen in manchen Bereichen oder einfach mehr öffentliche Anerkennung.
Andere labern – wir handeln
„Andere labern wir handeln“ ist eine richtig schöne, dialektal angehauchte Variante von „Andere labern, wir handeln“ – ein klares Statement gegen leeres Gerede und für konkrete Aktionen. Passt perfekt zur DNA der IG Schiedsrichter: 2022 haben wir mit dem großen Protesttag nicht nur geredet, sondern aktiv Druck aufgebaut – und siehe da: Viele der damaligen Kritikpunkte sind heute (zumindest teilweise) umgesetzt. Das ist genau der Geist, den wir brauchen:
- Statt nur zu jammern über Gewalt, Schiri-Mangel & mangelnde Wertschätzung → handeln (Protest, Öffentlichkeit, Forderungen stellen)
- Statt nur zu kritisieren, dass Verbände zu langsam sind → handeln (Pilotprojekte anstoßen, Aufwandsentschädigungen pushen, Respektkampagnen fordern)
- Und statt nur zuzuschauen, wie junge Schiris abwandern → handeln (bessere Betreuung, Vereine in die Pflicht nehmen, positive Signale setzen“
„Ihr habt eine ganze Menge erreicht. Nicht nur das Kleingedruckte beachten und nicht Eitel sein über Kritiker. Die Sache hat sich gelohnt und ihr habt geholfen.“
Christian Kroth, Schiedsrichter in Wiesbaden.
