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Zwei Handelfmeter im Fokus

In den Sonntagsspielen des vergangenen Wochenende standen zwei Handelfmeter Mittelpunkt. Zunächst wurde ein Elfmeter für Mönchengladbach, später für Freiburg. Beide Vergeben wurden von Stuttgart und Köln kritisiert.

Borussia Mönchengladbach – VfB Stuttgart 0:3 (SR: Sören Storks)

Szene 1: Honorat setzte sich auf der rechten Seite im Eins-gegen-eins gegen Jamie Leweling durch und flankte nach innen. Der Ball prallte von der Brust des Stuttgarters an den leicht abgespreizten Arm. Schiedsrichter Sören Storks zeigte sofort auf den Punkt. Regeltechnisch die korrekte Entscheidung. Wenn der Arm sich in einer nach oben gehaltenen unnatürlichen Armhaltung befindet, ist es egal, ob er zuvor vom Oberkörper kommt. Entscheidend ist nach den aktuellen IFAB-Regeln, ob die Arm-/Handposition in dem Moment des Ballkontakts den Körper unnatürlich vergrößert (makes the body unnaturally bigger). Der genaue Wortlaut lautet:

„A player is considered to have made their body unnaturally bigger when the position of their hand/arm is not a consequence of, or justifiable by, the player’s body movement for that specific situation.“

Wenn der Arm also nach oben gehalten wird (besonders angespannt/ausgestreckt/quer zum Körper), ist das keine natürliche Konsequenz der Körperbewegung – selbst wenn der Arm Sekunden vorher noch am Körper war und runtergekommen ist. Der Spieler nimmt in so einer Haltung bewusst das Risiko in Kauf, dass der Ball die Hand trifft → Handspielvergehen durch Vergrößerung der Körperfläche. [TV-Bilder – ab 0:40 Minuten]

Kurz gesagt: Der Ursprung der Armbewegung ist zweitrangig. Entscheidend ist die Position im Treffmoment.

Szene 2: In der 63. Minute gab es eine VAR-Prüfung nach einem leichten Körperkontakt zwischen Philipp Sander (Gladbach) und Badredine Bouanani (Stuttgart), als Bouanani eine gute Torchance hatte. Der Kontakt war sehr leicht, und es wurde heiß debattiert, ob das ein strafbares Foul (und damit Elfmeter) gewesen wäre. Letztlich blieb die Entscheidung auf Weiterspielen stehen – kein Elfmeter, kein Freistoß, nichts. Regeltechnisch gilt für ein strafbares Foul im Strafraum:

  • Es muss ein klares und erkennbares Foul vorliegen (z.B. Halten, Schieben, Treten).

  • Leichter, unabsichtlicher oder minimaler Kontakt reicht in der Praxis nicht aus, besonders wenn der Angreifer weiterlaufen kann und keine klare Torchance verhindert wird (kein DOGSO-Szenario).

  • Der Schiedsrichter und VAR haben hier keinen klaren und offensichtlichen Fehler gesehen, um einzugreifen.

Das passt zum Muster in der Bundesliga: Die Schwelle für VAR-Eingriffe bei minimalen Kontakten ist relativ hoch – ähnlich wie bei vielen anderen Szenen (z B. leichte Schubser international oft durchgewunken). Gladbach-Fans hätten sich wahrscheinlich geärgert, wenn es doch Elfmeter gegeben hätte, weil der Kontakt wirklich marginal war. Dann ist weiterspielen bei so leichten Fouls immer die beste und für mich auch die korrekte Entscheidung. [TV-Bilder – ab 04:30 Minuten]

1.FC Köln – SC Freiburg 2:1 (SR: Bastian Dankert)

Szene 3: Igor Matanović (Freiburg) zog zentral aus dem Strafraum ab. Der Ball traf zuerst Castro-Montes an die Hüfte/Oberschenkel. Von dort prallte er an den abgespreizten Arm des Kölners. Schiedsrichter Bastian Dankert entschied auf Handspiel → Elfmeter für Freiburg. Gleiche Begründung wie der Handelfmeter in Gladbach. Der Arm ist in einer unnatürlichen Armhaltung indem er nach oben gehalten. Der Arm macht den Körper unnaturally bigger → Handspielvergehen, auch wenn der Ball nicht direkt vom Arm kommt, sondern abgelenkt wird. Die IFAB-Regel unterscheidet hier nicht streng „direkt vs. abgelenkt“ – entscheidend ist die unnatürliche Armposition im Treffmoment, da er bereits vor dem Armkontakt seinen Körper verbreitert hat, ist die regeltechnische korrekte Entscheidung der Handelfmeter. [TV-Bilder – ab 06:27 Minuten]

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