Eine gute Schiedsrichterbetreuung beginnt mit Selbstverständlichkeiten: einer sauberen Kabine, einem Getränk und einem freundlichen Empfang. Doch Wertschätzung geht weit darüber hinaus. Sie zeigt sich in kleinen Gesten – und funktioniert immer in beide Richtungen.
Zur guten Schiedsrichterbetreuung gehört auch etwas ganz Selbstverständliches: Der Schiedsrichter muss vom Heimverein mit Getränken versorgt werden.
Auch die Gastmannschaft bekommt bei einem Fußballspiel Getränke zur Verfügung gestellt. Der Schiedsrichter ist ebenfalls Gast des Vereins – und sollte deshalb selbstverständlich eine Flasche Wasser in seiner Kabine vorfinden. Gerade bei einem ersten Besuch an einem Spielort sollte man allerdings nicht sofort von mangelnder Wertschätzung ausgehen. Fehlt die Flasche, kann man den Verantwortlichen höflich darauf aufmerksam machen und um ein Getränk bitten. In aller Regel wird dann schnell eine Flasche gebracht. Oft steckt schlicht Unwissenheit oder ein Versehen dahinter.
Anders sieht es aus, wenn dies wiederholt vorkommt. Dann sollte der Schiedsrichter den Vorgang nicht einfach hinnehmen. Eine entsprechende Meldung im Spielbericht ist angebracht. Zusätzlich sollte der zuständige Schiedsrichterobmann informiert werden. Was dagegen nicht empfehlenswert ist: selbst eine Flasche mit zum Spiel zu bringen oder auf Leitungswasser auszuweichen. Damit würde man ein Problem lösen, das eigentlich der Heimverein zu lösen hat.
Es geht dabei nicht um eine Flasche Wasser im Wert von vielleicht einem Euro. Es geht um die Frage, ob der Schiedsrichter als Teil des Spiels und als Gast des Vereins wahrgenommen und entsprechend behandelt wird. Wertschätzung beginnt manchmal mit etwas so Einfachem wie einer Flasche Wasser.
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Alles andere ist freiwillig – und sagt trotzdem viel aus
Eine Flasche Wasser gehört zur Versorgung des Schiedsrichters. Darüber hinaus sind Vereine aber nicht verpflichtet, ein kleines Empfangsbuffet aufzubauen.
Kaffee und Kuchen zur Begrüßung, ein kleiner Imbiss, Obst, Schokolade, Snacks oder weitere Getränke sind freiwillige Leistungen.
Gerade deshalb haben sie eine besondere Bedeutung. Denn was freiwillig geschieht, wird vom Schiedsrichter auch als echte Wertschätzung wahrgenommen. Ein Kaffee nach der Ankunft. Ein Stück Kuchen. Eine Schale mit Obst oder ein paar kleine Snacks in der Kabine. Vielleicht eine Flasche Wasser zusätzlich zum Getränk für das Spiel. Es sind keine großen Ausgaben, aber sie vermitteln eine klare Botschaft:
„Wir freuen uns, dass du da bist und unser Spiel leitest.“
Natürlich kann und muss das nicht jeder Verein bei jedem Spiel in gleicher Form anbieten. Gerade im Amateurfußball sind die Möglichkeiten unterschiedlich. Entscheidend ist nicht der materielle Wert, sondern die Haltung dahinter. Wer einem Schiedsrichter mit solchen kleinen Gesten begegnet, zeigt Respekt, Anerkennung und Gastfreundschaft. Und genau diese Wertschätzung kann dazu beitragen, dass ein Schiedsrichter einen Verein nicht nur mit einem Spiel, sondern mit einem positiven Erlebnis verbindet. Schiedsrichterbetreuung muss nicht teuer sein. Aber sie sollte ehrlich gemeint sein.
Respekt ist keine Einbahnstraße
Bei aller berechtigten Forderung nach Wertschätzung gilt aber auch: Respekt funktioniert immer in beide Richtungen.
Der Schiedsrichter darf zu Recht erwarten, eine saubere und ordentliche Kabine vorzufinden. Dann sollte es selbstverständlich sein, diese Kabine nach dem Spiel auch wieder sauber zu verlassen. Leere Flaschen, Verpackungen, Tape, Pflaster oder sonstiger Müll gehören in den dafür vorgesehenen Abfalleimer und nicht auf den Boden oder in der Kabine verteilt.
Auch bereitgestellte Getränke gehören nicht in die Tasche des Schiedsrichters. Eine Flasche, die der Verein zur Versorgung in der Kabine bereitstellt, bleibt beim Verein. Ist sie leer, gehört sie zurück in die Kabine beziehungsweise in den dafür vorgesehenen Behälter. Das mag selbstverständlich klingen, gehört aber genauso zu einem respektvollen Umgang miteinander wie die ordentliche Kabine und der freundliche Empfang. Denn Wertschätzung ist keine Einbahnstraße.
Sie beginnt beim Verein mit einer sauberen Kabine, einem Getränk und einem freundlichen Empfang. Sie setzt sich beim Schiedsrichter mit einem respektvollen Umgang mit den Räumlichkeiten und den bereitgestellten Dingen fort.
Wer Respekt einfordert, sollte ihn auch selbst zeigen.
