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Fußball-Schiedsrichterin Lea Kretschmar aus Bautzen

Vom Kindergarten in die 2.Frauen-Bundesliga – Lea Kretschmar

Vom ersten Kontakt mit dem Fußball im Kindergarten bis in die 2. Frauen-Bundesliga: Lea Kretschmars Weg ist alles andere als gewöhnlich. Die Schiedsrichterin aus Bautzen hat sich ihren Platz auf dem Fußballplatz erarbeitet – und verfolgt dabei einen großen Traum: die Bundesliga.

Lea Kretschmar (22) ist ein großes Talent mit ein einem Siegel.

Wenn Lea Kretschmar den Platz betritt, ist sie häufig die einzige Frau weit und breit. 22 Spieler stehen ihr gegenüber, dazu Trainer, Betreuer und Zuschauer – und mittendrin eine Schiedsrichterin, die sich in einer Männerdomäne behauptet.

Für Kretschmar ist das längst nichts Ungewöhnliches mehr. Sie hat gelernt, mit Situationen umzugehen, in denen sie als Frau vielleicht genauer beobachtet wird. Entscheidend ist für sie aber nicht das Geschlecht, sondern die Leistung auf dem Platz.

Sie will nicht als „Frau unter Männern“ wahrgenommen werden, sondern als das, was sie auf dem Fußballplatz ist: Schiedsrichterin.

Und genau dort hat sie sich ihren Platz erarbeitet.

Die heute 25-Jährige aus Bautzen ist seit 2022 DFB-Schiedsrichterin und gehört inzwischen zum Aufgebot der 2. Frauen-Bundesliga. Dort hat sie bereits zahlreiche Partien geleitet. Gleichzeitig ist sie auch im Männerfußball unterwegs und sammelt dort wichtige Erfahrungen.

Allein unter 22 Männern

Gerade die Einsätze im Männerfußball haben sie geprägt. Woche für Woche muss Kretschmar Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen und sich gegen 22 Spieler behaupten.

Oskar Lämpel, Schiedsrichter-Assistent zum Team Kretschmar.

Dass dies längst funktioniert, zeigt auch die Anerkennung aus dem Umfeld. Einer, der sie dabei aus nächster Nähe erlebt hat, ist Oskar Lämpel, einer ihrer Schiedsrichter-Assistenten bei einem Landesliga-Spiel.

„Lea hat eine super Persönlichkeit. Frauen haben im Fußball teilweise echte Soft Skills. Gerade die Art, wie sie mit Männern spricht und auf sie zugeht, kann ein echter Vorteil sein.“

Eine interessante Einschätzung, denn Schiedsrichterei besteht längst nicht nur aus Regelkenntnis und Karten. Gerade im Amateurfußball entscheidet häufig die Art der Kommunikation darüber, ob ein Spiel ruhig bleibt oder unnötig hektisch wird.

Rico Delling, Trainer von Handwerk Rabensten

Auch Ringo Delling, Trainer von Handwerk Rabenstein, hat Kretschmars Art der Spielleitung erlebt. Seine Einschätzung bringt einen wichtigen Punkt auf den Punkt:

„Reden hilft oft mehr als Karten.“

Ein kurzer Satz – aber einer, der viel über eine gute Spielleitung aussagt. Denn nicht jede Situation muss mit einer Verwarnung gelöst werden. Manchmal reicht die richtige Ansprache, ein klares Wort oder das Gespür für den richtigen Moment.

Kommunikation statt Karten

Genau diese Mischung aus Persönlichkeit, Kommunikation und Konsequenz scheint eine der Stärken von Lea Kretschmar zu sein.

Sie selbst sieht Karten nicht als Selbstzweck. Gerade bei Roten Karten hat sie eine klare, aber sympathisch-unkomplizierte Haltung:

„Rote Karten sind nicht so meins. Aber wenn es passiert, muss man sie zücken.“

Ein Satz mit einem Augenzwinkern – und gleichzeitig mit einer klaren Botschaft. Karten sollen nicht dazu dienen, ein Spiel zu dominieren. Wenn die Situation eine Karte verlangt, muss eine Schiedsrichterin allerdings auch die Konsequenz besitzen, sie zu zeigen.

Reden, wenn Reden hilft. Handeln, wenn Handeln notwendig ist.

Vielleicht ist es genau diese Balance, die Kretschmar auf ihrem Weg nach oben hilft.

Der Weg nach oben

Ihr Weg begann früh. Aus den ersten Berührungen mit dem Fußball entwickelte sich eine Leidenschaft für die Schiedsrichterei. Schritt für Schritt ging es nach oben.

Heute ist Kretschmar DFB-Schiedsrichterin und pfeift in der 2. Frauen-Bundesliga. Gleichzeitig stellt sie sich weiterhin den Herausforderungen des Männerfußballs.

2025 wurde sie als „Schiedsrichterin des Jahres“ im NOFV ausgezeichnet. Eine weitere Bestätigung für ihren bisherigen Weg.

Doch angekommen ist sie deshalb noch lange nicht.

Denn ihr Blick geht weiter nach oben.

Der Traum heißt Bundesliga

Bundesliga.

Das ist ihr großer Traum.

Dafür arbeitet sie weiter, trainiert, sammelt Erfahrungen und stellt sich Woche für Woche neuen Herausforderungen. Der Weg dorthin ist lang. Aber wer Lea Kretschmars bisherigen Weg betrachtet, erkennt schnell: Sie scheut die Herausforderung nicht.

Von Bautzen auf die großen Bühnen des deutschen Fußballs.

Von den ersten Erfahrungen im Kindergarten bis zur 2. Frauen-Bundesliga.

Allein unter 22 Männern – und doch längst mittendrin.

Vielleicht steht Lea Kretschmar eines Tages tatsächlich auf dem Rasen eines Bundesliga-Stadions.

Dann wäre es die Geschichte einer Schiedsrichterin, die ihren Weg gegangen ist.

Mit Persönlichkeit. Mit Kommunikation. Und mit einem klaren Ziel vor Augen.

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