Vier Spiele, kaum Diskussionen und nur eine wirklich strittige Szene: Die Schiedsrichter erlebten am Samstagnachmittag einen erfreulich ruhigen Bundesliga-Spieltag. Lediglich in Mönchengladbach musste Robert Hartmann nach einem VAR-Eingriff seine ursprüngliche Entscheidung korrigieren.
Borussia Mönchengladbach – 1. FSV Mainz 05 05 3:4 (SR: Robert Hartmann)
Szene 1: Nach einer Gladbacher Ecke brachte Franck Honorat den Ball erneut in den Strafraum. Im Zentrum kam Tietz mit dem Arm an den Ball. Itakura reklamierte sofort vehement ein Handspiel, doch Hartmann hatte zunächst freie Sicht auf die Situation und ließ die Partie weiterlaufen. Dann meldete sich Video-Assistent Guido Winkmann. Nach Überprüfung der Bilder empfahl er Hartmann ein On-Field-Review. Am Monitor wurde deutlich, weshalb: Tietz hatte seinen Arm deutlich nach oben gehoben und vom Körper abgespreizt. Der Ball traf ihn am Arm.
Warum das ein strafbares Handspiel ist
Für die Entscheidung ist nicht entscheidend, ob Tietz den Ball absichtlich mit der Hand spielen wollte. Ein Handspiel ist auch dann strafbar, wenn ein Spieler durch seine Armhaltung seinen Körper unnatürlich vergrößert und dabei das Risiko eingeht, vom Ball am Arm getroffen zu werden.
Genau das war hier der Fall. Der Arm befand sich deutlich vom Körper entfernt und in einer hohen Position. Bei einer solchen Hereingabe vergrößert der Spieler damit die Fläche, die der Ball treffen kann. Eine natürliche beziehungsweise durch die konkrete Körperbewegung zu rechtfertigende Armhaltung ist in dieser Szene kaum erkennbar. Auch die Abgrenzung zwischen Schulter und Arm spielt keine Rolle zugunsten von Tietz: Der relevante Kontakt lag klar im Bereich des Arms und nicht oberhalb der regeltechnischen Grenze am unteren Rand der Achselhöhle.
VAR greift zu Recht ein
Damit lag Hartmanns ursprüngliche Entscheidung, weiterspielen zu lassen, falsch. Winkmann hatte deshalb auch die notwendige Grundlage für eine Intervention. Nach Ansicht der Bilder korrigierte Hartmann seine Wahrnehmung und entschied auf Strafstoß.
Fazit: Richtiger VAR-Eingriff, richtige Korrektur und Elfmeter für Borussia Mönchengladbach. Gerade die deutlich nach oben und vom Körper weg gerichtete Armhaltung macht die Szene vergleichsweise eindeutig.
Szene 2: Nach der Hereingabe prallte der Ball an den deutlich abgespreizten und angehobenen Arm von Tietz. Durch diese Armhaltung vergrößerte der Mainzer seine Körperfläche unnatürlich. Dass keine Absicht vorlag, ist dabei unerheblich.
Fazit: Hartmann agierte ruhig und ließ das spielerisch offene, torreiche Spiel laufen. Bei der Schlüssel-Szene (Handspiel) zeigte er die richtige Flexibilität, indem er den VAR-Hinweis annahm und nach Review korrekt entschied. Insgesamt eine unauffällige bis gute Leistung ohne grobe Fehler – die Handelfmeter-Entscheidung war der zentrale und korrekte Höhepunkt seiner Spielleitung.
Die weiteren Ergebnisse:
Eintracht Frankfurt – SC Freiburg 2:2
HSV – 1. FC Köln 2:1
Werder Bremen – FC Augsburg 3:2
