Weniger Zeitspiel, schnellere Spielfortsetzungen und ein VAR, der sich noch stärker zurückhalten soll: Die neuen Regeln der Saison 2026/27 zeigen nach den ersten Bundesliga-Spieltagen bereits Wirkung. DFB-Mediensprecher Alexander Feuerherdt erklärt anhand aktueller Beispiele, wie die neuen Vorgaben umgesetzt werden – und warum manches, was früher noch überprüft worden wäre, heute bewusst Sache des Schiedsrichters auf dem Platz bleibt.
Auch bei Auswechslungen soll künftig weniger Zeit verloren gehen. Der auszuwechselnde Spieler hat grundsätzlich höchstens zehn Sekunden Zeit, das Spielfeld zu verlassen. Überschreitet er diese Frist, darf der Einwechselspieler nicht sofort aufs Feld. Die Mannschaft muss zunächst eine Minute in Unterzahl weiterspielen.
Wichtig ist dabei ein Detail: Nach Ablauf dieser Minute darf der Einwechselspieler nicht automatisch oder während des laufenden Spiels aufs Feld zurückkehren. Er muss bis zur ersten Spielunterbrechung nach Ablauf der Minute warten und darf das Spielfeld anschließend mit Zustimmung des Schiedsrichters betreten.
Bayer Leverkusen bekam diese neue Regel bereits zweimal zu spüren: zunächst im DFB-Pokal beim SV Wehen Wiesbaden und anschließend in der Bundesliga gegen Union Berlin.
Betritt der Spieler das Spielfeld dagegen ohne Zustimmung des Schiedsrichters, liegt ein unerlaubtes Betreten vor. In diesem Fall ist die Verwarnung verpflichtend – einen Ermessensspielraum hat der Unparteiische dabei nicht.
| Situation | Countdown | Folge bei Überschreitung |
|---|---|---|
| Einwurf | letzte 5 Sek. sichtbar | Einwurf für den Gegner |
| Abstoß | letzte 5 Sek. sichtbar | Eckstoß für den Gegner |
| Auswechslung | 10 Sek. | Mannschaft 1 Minute in Unterzahl; Einwechselspieler erst bei der nächsten Unterbrechung nach Ablauf der Minute |
| Verletzung/Behandlung | 1 Minute | Spieler bleibt grundsätzlich 1 Minute außerhalb |
Quelle: „IG Schiedsrichter“ mit Mitteln des „Kölner Stadtanzeigers“.
