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Leon Petrovic ist mit 16 schon mittendrin - kurz, modern macht neugierig

Drei Rollen, eine Leidenschaft: Leon Petrovic lebt den Fußball

Leon Petrovic ist gerade einmal 16 Jahre alt – und im Fußball bereits in drei verschiedenen Rollen unterwegs. Der Achimer steht selbst als Torwart auf dem Platz, pfeift Fußballspiele als Schiedsrichter und trainiert gemeinsam mit seinem Vater Goran eine U13-Mannschaft. In seinem Team spielt unter anderem Iwan Undav, der jüngere Bruder von Nationalspieler Deniz Undav.

Besonders bemerkenswert: Leon hat bereits mit zwölf Jahren angefangen, Fußballspiele zu pfeifen. Inzwischen hat er mehr als 100 offiziell angesetzte Spiele geleitet und ist seit dieser Saison auch als Hauptschiedsrichter in der Kreisliga im Einsatz.

Dabei geht es Leon längst nicht nur um das Geld oder die Einsätze am Wochenende. Für ihn bedeutet das Schiedsrichteramt vor allem, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen und auch mit Kritik umgehen zu können. Gerade diese Erfahrungen möchte er nicht missen.

Drei Rollen – ein Ziel

Neben der Pfeife trägt Leon selbst weiterhin Torwarthandschuhe. Und auch als Trainer übernimmt er Verantwortung. Gemeinsam mit seinem Vater betreut er eine U13-Mannschaft in Achim. Dort steht er Kindern gegenüber, die teilweise deutlich jünger sind als er – und trotzdem akzeptieren sie ihn als Trainer.

Iwan Undav, der jüngere Bruder von Deniz Undav, gehört ebenfalls zum Team. Er schätzt Leon gerade wegen seiner direkten und lockeren Art. Für ihn ist klar: Einen anderen Trainer möchte er momentan gar nicht haben.

Interessant ist allerdings, dass die Begeisterung für das Schiedsrichteramt bei den jungen Spielern nicht ganz so groß ist. Auf die Frage, ob sie selbst einmal Schiedsrichter werden möchten, fällt die Antwort eher zurückhaltend aus: Nein – sie wollen sich nicht mit anderen streiten.

Genau darin liegt vielleicht der größte Unterschied zwischen Leon und seinen Spielern. Während die Kinder Diskussionen und Auseinandersetzungen mit Spielern, Trainern oder Eltern eher vermeiden möchten, stellt sich Leon bewusst dieser Aufgabe. Er weiß, dass Entscheidungen nicht jedem gefallen können. Trotzdem bleibt er ruhig und versucht, seine Entscheidungen klar zu vertreten.

Auch bei schlechtem Wetter bleibt Leon ruhig

Wie anspruchsvoll diese Aufgabe sein kann, zeigte sich zuletzt bei seinem zweiten offiziellen Kreisliga-Spiel als Hauptschiedsrichter. Bei starkem Regen war Leon ständig in Bewegung. Am Ende zeigte seine Sportuhr rund zehn Kilometer Laufleistung an.

Unterstützt wurde er von zwei erfahrenen Schiedsrichterassistenten. Ein vibrierendes Funk-Fahnen-System erleichterte dabei die Kommunikation zwischen dem Gespann. Leon blieb während der Partie ruhig und konzentriert und musste sich auch von erfahrenen Spielern nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Die Partie endete mit einem überraschenden 3:0 für die Heimmannschaft. Größere Auseinandersetzungen blieben aus. Für einen jungen Schiedsrichter ist das keineswegs selbstverständlich. Gerade Nachwuchsschiedsrichter erleben laut Verbandsverantwortlichen immer wieder ruppige Situationen und verbale Kritik.

Am Ende gab es für Leon deshalb vielleicht das schönste Kompliment überhaupt: Es gab wenig zu meckern.

Vorbild für die nächste Generation?

Leon selbst hat längst ein großes Ziel. Egal, ob als Torwart, Trainer oder Schiedsrichter – er möchte irgendwann in der Bundesliga ankommen. Welche seiner drei Rollen ihn tatsächlich dorthin führt, weiß er heute noch nicht.

Fest steht aber: Für einen 16-Jährigen ist es außergewöhnlich, bereits so viel Verantwortung im Fußball zu übernehmen. Während seine U13-Spieler lieber auf dem Platz Fußball spielen und Diskussionen mit dem Schiedsrichter vermeiden möchten, steht Leon genau dort, wo es manchmal unangenehm wird – mitten im Geschehen, mit der Pfeife im Mund und der Verantwortung für die Entscheidungen.

Und vielleicht lernen seine Spieler gerade deshalb von ihm etwas, das über Fußball hinausgeht: Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu übernehmen und auch dann ruhig zu bleiben, wenn nicht jeder mit der eigenen Entscheidung einverstanden ist.

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