Eigentlich wollte Gerhard Mittag nur nebenbei Fußball schauen. Doch beim Spiel von Wacker Burghausen blieb sein Blick zunehmend an einem Mann hängen: Schiedsrichter Assad Nouhoum. Der Bayern-Fan und CSU-Politiker zeigte sich anschließend beeindruckt vom Auftritt des Drittliga-Referees – und traut ihm den nächsten Karriereschritt zu.
Manchmal ist es für einen Schiedsrichter wohl das größte Kompliment, wenn jemand einschaltet, um Fußball zu schauen – und am Ende vor allem über den Unparteiischen spricht.
So erging es Gerhard Mittag beim Spiel von Wacker Burghausen. Der Bayern-Fan und CSU-Politiker nutzte die Gelegenheit, um sich Assad Nouhoum einmal etwas genauer anzuschauen. Und aus dem Fußballspiel wurde für Mittag offenbar zunehmend eine persönliche Schiedsrichterbeobachtung.
„Es ist selten, dass ich in einem Spiel den Blick auf den Referee alleine richte“, schrieb Mittag anschließend. Bei Nouhoum sei das anders gewesen.
„Jederzeit Herr der Lage“
Vor allem die Art der Spielleitung hatte es ihm angetan. Mittag beschreibt Nouhoums Auftritt als „ruhig und besonnen“, hebt dessen „klare Linie“ sowie das „gute Zusammenspiel mit den Assistenten“ hervor. Sein Gesamturteil: Nouhoum sei „jederzeit Herr der Lage“ gewesen.
Und auch die persönlichen Strafen passten aus seiner Sicht. Zur richtigen Zeit habe es – in Anlehnung an einen längst vergangenen Bundesliga-Spruch – den „gelben Karton“ gegeben.
Das Entscheidende an Mittags Einschätzung ist jedoch der Blick nach vorne: „Nouhoum ist ein interessanter Mann, dem ich deutlich mehr als die 3. Liga zutraue.“ Entsprechend wünsche er dem Unparteiischen schon bald den nächsten Aufstieg.
Vom Spieler zum Schiedsrichter
Dass Nouhoums Weg im höherklassigen Fußball einmal mit der Pfeife weitergehen würde, war keineswegs selbstverständlich. Der Oberweikertshofener war zunächst selbst als Fußballer aktiv und spielte unter anderem in der Bayern- und Landesliga.
Irgendwann fiel jedoch die Entscheidung, die eigene sportliche Zukunft verstärkt in der Schiedsrichterei zu suchen. Nouhoum sah dort für sich größere Möglichkeiten, etwas zu erreichen, als in seiner Laufbahn als Spieler.
Diese Entscheidung hat sich längst ausgezahlt.
Inzwischen leitet Nouhoum Spiele in der 3. Liga und gehört gleichzeitig zum Kreis der Unparteiischen, die in der 2. Bundesliga als Vierte Offizielle eingesetzt werden. Damit befindet er sich bereits unmittelbar unterhalb der beiden höchsten deutschen Spielklassen.
Und wer dort dauerhaft mit ruhigen, souveränen Spielleitungen auf sich aufmerksam macht, darf durchaus auf den nächsten Schritt hoffen.
Gerhard Mittag jedenfalls hat seinen Kandidaten dafür offenbar schon gefunden.
Hier die Highlights der Partie.
