Zwei deutsche FIFA-Schiedsrichter, zwei Champions League-Einsätze und insgesamt überzeugende Leistungen. Während Felix Zwayer beim 6:0-Erfolg von Paris Saint-Germain in Villarreal vor allem mit seiner konsequenten Regelauslegung bei Auswechslungen für Gesprächsstoff sorgte, brachte Tobias Stieler die Begegnung zwischen Slavia Prag und dem FC Arsenal (1:2) ohne größere Kontroversen über die Bühne.
Felix Zwayer: Klare Linie auch bei deutlichem Spielstand
Beim Gastspiel von Paris Saint-Germain im Estadio de la Cerámica hatte Felix Zwayer am Dienstagabend (3. November) eine vergleichsweise dankbare Aufgabe. Die Franzosen überrollten Villarreal förmlich und führten bereits nach 17 Minuten mit 4:0.
João Neves (9.), Désiré Doué (12.), Senny Mayulu (13.) und Fabián Ruiz (17.) sorgten früh für klare Verhältnisse. Nach dem Seitenwechsel erhöhten Ruiz (50.) und David Boly (78.) auf 6:0. sportschau.de+1
Zwayer ließ die Partie laufen, griff bei Vergehen konsequent ein und hielt sich ansonsten weitgehend im Hintergrund. Größere strittige Entscheidungen blieben aus.
Ungewöhnliche Szene bei den PSG-Auswechslungen
Für Gesprächsstoff sorgte allerdings eine Situation in der 73. Minute. PSG-Trainer Luis Enrique wollte gleich drei Spieler auswechseln. Weil die auszuwechselnden Akteure das Spielfeld nicht innerhalb der vorgesehenen zehn Sekunden verließen, ließ Zwayer das Spiel fortsetzen, ohne zunächst sämtliche Ersatzspieler einzuwechseln.
Besonders kurios wurde es, als Luis Enrique den jungen Quentin Ndjantou auf das Spielfeld schickte, obwohl die Freigabe noch nicht erfolgt war. Zwayer zeigte zunächst Gelb, nahm die Verwarnung anschließend jedoch zurück. Zwei weitere Ersatzspieler mussten vorerst an der Seitenlinie warten.
Luis Enrique reagierte verärgert und kritisierte den Ablauf nach der Begegnung. Regeltechnisch ist die Situation durchaus interessant. Die UEFA will mit ihrer Zehn-Sekunden-Vorgabe verhindern, dass Auswechslungen unnötig Zeit kosten. Zwayer setzte diese Vorgabe auch beim Spielstand von 0:5 konsequent um.
IG-Schiedsrichter-Bewertung: 8,5/10 Punkten
Eine souveräne Spielleitung ohne erkennbare spielentscheidende Fehlentscheidung. Die ungewöhnliche Wechsel-Situation war der einzige größere Diskussionspunkt eines ansonsten ruhigen Abends.
Tobias Stieler: Arsenal-Sieg ohne größere Schiedsrichterdiskussionen
Auch Tobias Stieler konnte mit seinem Einsatz am Mittwochabend zufrieden sein. Der deutsche Unparteiische leitete den 2:1-Auswärtserfolg des FC Arsenal bei Slavia Prag.
Die Londoner erwischten den besseren Start. Noni Madueke brachte Arsenal bereits in der 9. Minute in Führung, Viktor Gyökeres erhöhte in der 38. Minute auf 2:0.
Nach der Pause veränderte sich allerdings der Spielverlauf. Slavia Prag wurde zunehmend mutiger und setzte die Gäste unter Druck. Erst in der 90. Minute gelang Wiktor Nowak der Anschlusstreffer. Arsenal brachte den knappen Vorsprung schließlich über die Zeit. Match Report & Highlights
Gute Spielkontrolle und angemessene Zweikampfbewertung
Stieler zeigte über weite Strecken eine ruhige und unaufgeregte Spielleitung. Er ließ körperbetonte Zweikämpfe zu, ohne dabei die Kontrolle über die Begegnung zu verlieren.
Eine frühe Foulreklamation der Gastgeber ließ er weiterlaufen. Insgesamt gab es keine erkennbaren spielentscheidenden Fehlentscheidungen und keine größeren Diskussionen über seine Regelauslegung.
Gerade in der zweiten Halbzeit, als Slavia Prag zunehmend Druck entwickelte, war eine gute Spielkontrolle gefragt. Stieler blieb seiner Linie treu und brachte die Partie sicher über die Zeit.
Für den erfahrenen deutschen FIFA-Schiedsrichter, dessen internationale Laufbahn sich dem Ende nähert, war es damit ein weiterer überzeugender Auftritt auf europäischer Bühne.
IG-Schiedsrichter-Bewertung: 8,5/10 Punkten
Eine solide, souveräne Leistung mit guter Spielkontrolle. Stieler hielt sich im Hintergrund und wurde nicht zum entscheidenden Faktor der Begegnung.
