Du betrachtest gerade Auswertung strittiger Szenen – Nachholspiele | Bundesliga

Auswertung strittiger Szenen – Nachholspiele | Bundesliga

Während Willenborg im Nachholspiel Werder vs. Hoffenheim zweimal vom VAR korrigiert wurde, lag Florian Exner beim späten Elfmeter und den entscheidenden Szenen richtig.

Werder Bremen – TSG Hoffenheim 0:2 (SR: Frank Willenborg)

Szene 1: Wouter Burger kam am Mittelkreis mit seiner Grätsche gegen Puertas zu spät und traf den Gegenspieler am linken Knöchel. Burger kam mit einer Grätsche zu spät, traf Puertas mit offener Sohle am linken Knöchel/Schienbein-Bereich. Es handelte sich um ein überhartes Einsteigen mit hohem Verletzungsrisiko – kein oder nur minimaler Ballkontakt, stattdessen direkter Treffer am Bein des Gegners. Schiedsrichter Frank Willenborg zeigte dem Hoffenheim zunächst Gelb, der VAR griff ein und Willenborg ging an den Monitor, wo er im Anschluss Gelbn zurücknahm und direkt glatt Rot zeigte, wegen groben gesundheitsgefährdenden Foulspiels. Das Foul erfüllt die Kriterien für grobes Foulspiel: Mit übermäßiger Kraft und gestrecktem Bein, der offenen Sohle + Treffer am Knöchel/Schienbein, kommt zu spät → keine echte Ballabsicht mehr erkennbar. Direkter Freistoß für Werder und Platzverweis die folgerichtigen Entscheidungen. [TV-Bilder – ab 02:51 Minuten]

Vergleicht man das jetzt mit der gelben Karte für Nicolas Seiwald gegen Bayern wäre Rot gegen den Leipziger die bessere Entscheidung gewesen. Offenbar wurden da die Schiedsrichter vom DFB sensibilisiert. Kurze Beschreibung beider Szenen.

Burger vs. Puertas: Zu späte Grätsche am Mittelkreis, offene Sohle, direkter Treffer am linken Knöchel, kein/mehr Ballkontakt→ Live-Entscheidung Gelb auf Rot korrigiert.

Seiwald vs. Goretzka: Offene Sohle, nicht ausgestrecktes Bein, Treffer am Knöchel/Wade-Bereich, Ball knapp verfehlt oder marginal gestreift, hohe Gefährdung.

Warum Rot die „bessere“ / konsequentere Entscheidung wäre?

Ähnliche Elemente: Beide Male offene Sohle + Knöchel-Treffer + zu spät / gestreckt + hohes Verletzungsrisiko (Achillessehne/Knöchel ist rote Zone).

  • Unterschiede, die Rot bei Seiwald begünstigen: Seiwald trifft Goretzka hart genug, dass dieser zur Pause runter muss (Behandlung + Auswechslung), Ball war „in unmittelbarer Nähe, knapp verfehlt“ → fast keine Ballabsicht mehr, DFB-Schiedsrichter-Chef Knut Kircher hat sich später explizit kritisch geäußert: Seiwald (und ein ähnliches Foul von Schlotterbeck) „hätten Rot sehen müssen“ – VAR-Eingriff wäre nötig gewesen.

  • Burger-Szene war klarer „ohne Ball + Volltreffer“ → leichter als grobes Foulspiel einzustufen.

Kurz gesagt: Bei Seiwald wäre Rot die bessere / konsequentere Linie gewesen. Die Burger-Rot zeigt, dass der DFB die Schiedsrichter offenbar genau darauf sensibilisiert hat – weg von zu vielen „Grenz-Gelb“ bei gesundheitsgefährdenden Einsteigern. Das ist positiv für Konsistenz, auch wenn es bei Seiwald zu spät kam.

Szene 2: Jens Stage spielte einen Diagonalball, der Julian Malatini rechts im Strafraum perfekt herunternahm, Malatini legte zurück auf Yukinari Sugawara, dessen Schuss missglückt, und Romano Schmid lenkt den Ball aus kurzer Distanz mit der Ferse ins Netz – ist das vermeintliche Anschlusstor für Werder Bremen in der 63. Minute. Doch sofortiger VAR-Check wegen einer Abseitsstellung von Schmid, denn er stand bei Sugawaras Ballkontakt mit dem linken Bein klar im Abseits (halb-automatischen Abseits-System und klarer Linienbilder zeigten es eindeutig). Ein Spieler ist im Abseits, wenn er näher zur gegnerischen Torlinie steht als Ball und vorletzter Gegner (meist der letzte Feldspieler + Torwart). Hier: Bei Sugawaras Ballannahme/Kontrolle (entscheidendes Moment) war Schmid passiv im Abseits positioniert – sein Bein ragte über die Linie. Kein aktives Abseits-Spiel (kein Behinderung des Gegners), aber passiv im Abseits → Tor ungültig. Kurz: Das Tor wurde zu Recht aberkannt. [TV-Bilder – ab 04:26 Minuten]

FC St. Pauli – RB Leipzig 1:1 (SR: Dr. Florian Exner)

Szene 3: David Raum rutscht im eigenen Sechzehner unglücklich weg und holte Martijn Kaars von den Beinen. Schiedsrichter Exner zügerte nicht und entschied auf Foulelfmeter für den FC St. Pauli. Unstrittige Entscheidung! Auch wenn es eine unglückliches Ausrutschen war, macht es das nicht straffrei. Regeltechnisch zählt nur das Ergebnis (Gegner zu Fall bringen durch Kontakt), nicht die Absicht oder ob es „nur“ Pech war. Kein Unfall-Freispruch – wenn der Kontakt vermeidbar war (Raum hätte abstoppen können), ist es ein 100iges Foul. [TV-Bilder – ab 05:35 Minuten]

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.