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Darum war der Platzverweis für Reitz die korrekte Entscheidung

Szene 1: Das erste Mal Aufregung im Stadion nach einer halben Stunde. Schiedsrichter Robert Schröder ließ die Szene zwischen Joe Scally an Jamal Musiala etwa 20 Meter vor dem Tor laufen. Für mich hätte das klare Foul einen Freistoß zur Folge haben müssen.

Szene 2: Eine weitere kontroverse Szene kurz danach, als die Münchner in Führung gingen. Nicolas Jackson, der für den fehlenden Harry Kane im Sturmzentrum spielte, ging im Gladbacher Strafraum zu Boden, nachdem Gladbachs Jens Castrop ihm in die Hacken gelaufen war. Beide kamen dadurch aus dem Tritt und stürzten. Schiedsrichter Robert Schröder pfiff zunächst keinen Elfmeter – er wertete den Kontakt als zu leicht und ließ weiterspielen. Video-Assistent Daniel Schlager in Köln überprüfte die Szene kurzzeitig, kam aber zu dem Schluss, dass Schröders Entscheidung korrekt war: Es handelte sich nur um einen leichten, unfallartigen Kontakt ohne klares Foulspiel oder übermäßige Härte, was keinen klaren und offensichtlichen Fehler darstellte. Der VAR griff daher nicht ein und bestätigte die On-Field-Entscheidung. Für mich eine richtige Entscheidung. [TV-Bilder]

Szene 3: Fünf Minuten nach der Pause hob der Assistent nach einer vermeintlichen Abseitsposition die Fahne. Die Zeitlupenwiederholungen machten die Entscheidung nicht klar: Es war eine sehr knappe Sache – typisch für moderne Offside-Entscheidungen, bei denen Millimeter entscheiden. Der VAR hats hier überprüft, konnte aber nicht eingreifen, da durch das unterbrochene Spiel der Angriff unwiderbringlich unterbrochen wurde, selbst wenn es falsch wäre. Deshalb lässt man im Zweifel bei so knappen Entscheidungen bis zum Ende des Angriffs weiterlaufen.

Szene 4: Die entscheidende Szene dann in der 55. Minute, beim Stand von 2:0 für die Bayern. Nicolas Jackson spielte einen schnellen Doppelpass mit Jamal Musiala, kam dadurch mit etwas Glück frei in den Gladbacher Strafraum. Er positionierte sich clever zwischen Ball und Rocco Reitz, um den Ball zu schützen. Reitz hielt Jackson zweimal kurz fest (Klammern/Halten am Trikot/Arm), was Jackson aus dem Tritt brachte und ihn taumeln ließ. Trotzdem kam Jackson noch zum Abschluss aus kurzer Distanz – scheiterte aber am stark parierenden Gladbach-Keeper Moritz Nicolas. Erst danach pfiff Schiedsrichter Robert Schröder – er entschied auf Foulspiel im Strafraum, zeigte Elfmeter für Bayern und glatt Rot für Reitz wegen Notbremse / Vereitelung einer klaren Torchance (DOGSO – denying an obvious goal-scoring opportunity).

Auch wenn es niemandem gefällt, für mich die regeltechnisch richtige Entscheidung, sowohl der Elfmeter als auch die rote Karte korrekt. Nach IFAB-Regeln gilt: Wenn ein Verteidiger einen Angreifer foulend zu Fall bringt und dadurch eine klare Torchance verhindert, ist es ein „DOGSO“ – auch wenn der Angreifer noch zum Schuss kommt. Hier wertete Schröder das Klammern als entscheidendes Halten, das Jackson den freien Abschluss verhinderte (er taumelte, konnte nicht richtig treffen). Der Abschluss war also nicht mehr torgefährlich genug, weil das Foul den Körperkontakt und die Balance störte. Das Foul verhinderte die klare Torchance, weil Jackson dadurch taumelte und nur einen schwachen, nicht torgefährlichen Abschluss zustande brachte. Nach IFAB-Kriterien für DOGSO ist es keine Rote Karte, wenn der Angreifer noch eine realistische Chance zum Tor hat (z.B. durch Vorteil oder wenn der Schuss trotzdem torgefährlich wäre). Aber Schröder sah hier keinen ausreichenden Vorteil – der Abschluss war durch das Foul beeinträchtigt, also DOGSO → Rote Karte.

Jamal Musiala verwandelte den Elfmeter sicher zum 3:0 – sein erstes Bundesligator der Saison. Damit war das Spiel mit 3:0 und in Unterzahl für Gladbach endgültig entschieden.

Schiedsrichter Schröder erklärt sich

Robert Schröder lieferte im Nachgang der Partie aber die Begründung für seine Entscheidung. „Ich hatte eine gute Sicht. Der Bayern-Spieler hatte eine bessere Position zum Ball, Rocco Reitz war hintendran und hat zunächst die Arme um den Gegner gelegt. Im Fallen hat er den Spieler ein zweites Mal geklammert. Dadurch kam der Bayern-Spieler nicht sauber zum Abschluss. Da es ein Haltevergehen ist und damit eine klare Torchance verhindert wurde, war regeltechnisch nichts anderes möglich als eine Rote Karte„, so Schröder bei Sky.

Der Unparteiische hatte laut Regelwerk somit keine andere Wahl, die Entscheidung konnte auch vom VAR nicht mehr korrigiert werden. „Die Reduzierung von einer Roten zu einer Gelben Karte ist nur dann möglich, wenn es sich um ein ballorientiertes Vergehen handelt. Für Haltevergehen gibt es nur die Möglichkeit, wenn man pfeift, Rot zu geben„, erklärte Schröder weiter.

Fazit: Robert Schröder hat sich in diesem Spiel als solider, regelkonformer Schiedsrichter präsentiert, der das Spiel gut im Griff hatte – allerdings mit der kontroversen aber regeltechnischen korrekten roten Karte gegen Rocco Reitz als klarem Hauptdiskussionspunkt. (Note: 3,0)

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