Die englische Woche lief nach dem Aufregerwochenende um Timo Gerach meist ruhig. Die DFB-Schiris zeigten größtenteils gute Leistungen. Unsere Einschätzungen und die Top3 des Spieltags:
VfL Wolfsburg – FC St. Pauli 1:1 (SR: Frank Willenborg)
Szene 1: Nachdem sich Frank Willenborg sich in die Bilder anschaute, entschied er auf Elfmeter für Wolfsburg entschieden, weil der Arm von Hauke Wahl deutlich abgespreizt war und der Ball ihn aktiv getroffen hat. Auf eine gelbe Karte. In diesem konkreten Fall, war der Arm nicht am Körper → klares Kriterium für Handspiel im Strafraum → Elfmeter. Nach aktueller Regelauslegung gibt es bei einem strafbaren Handspiel im Strafraum nur noch Gelb das eine Torchance verhindert (also quasi einen „promising attack“ stoppt). Hier ist der Kontakt eher „zufällig-unabsichtlich“, auch wenn der Arm abgespreizt ist und der Arm des Spielers greift nicht aktiv „zum Ball. Somit Strafstoß ohne eine persönliche Strafe.Das passt zum üblichen Muster: Bei reinen Handspiel-Elfmetern bleibt es oft bei der Strafe ohne Karte, es sei denn, die Absicht oder die Verhinderung ist extrem offensichtlich (z.B. Ball mit der Hand wegklopfen). Es wird immer weniger persönliche Strafen für Handspiel gefordert seitens der internationalen Gremien, deshalb wo man es weglassen kann, kann man es auch weglassen und dies war, wenn dann ein blocken, aber keine klare Torchance und deshalb kein Gelb, richtig.
Fazit: Frank Willenborg hat das Spiel insgesamt solide und unauffällig geleitet. Die zentrale Szene war der Elfmeter nach Handspiel von Hauke Wahl (Arm abgespreizt, ballorientiert, VAR-Check bestätigt). Das war nach geltender Regel auch ohne persönliche Strafe korrekt. Willenborg blieb konsequent, hat das Spiel gut laufen lassen, ohne übermäßig einzugreifen. (Note: 3,0)
TSG Hoffenheim – Borussia Mönchengladbach (SR: Christian Dingert)

Szene 2: In der 21. Minute gab’s den Elfmeter für Hoffenheim. Nach einem Foul im Strafraum von Sander blieb Burger liegen. Schiedsrichter Dingert ließ zunächst weiterspielen, VAR Tobias Welz griff ein, wo er einen leichten Kontakt im Fußbereich erkannte. Nach aktuellen Regeln reicht oft ein klarer, beeinträchtigender Kontakt im Strafraum, auch wenn’s nicht „hart“ ist, aber den sollte man schon geben. Der Gladbacher wollte den Ball klären, zog durch und traf dabei nur den Spieler. Vertretbare Entscheidung, aber das sollte man schon auf dem Platz erkennen. Man sieht die Ausholbewegung und da der Ball weiterrollte und er trotzdem durchgezogen hat, kann er nur den Spieler getroffen haben.
Fazit: Christian Dingert hat das Spiel solide bis gut geleitet, auch wenn der entscheidende Elfmeter heiß diskutiert wurde. Es lag ein Foulspiel vor. Dingert blieb ruhig und konsequent, ließ das Spiel laufen, was zu seinem erfahrenen Stil passt. Keine Massen-Proteste oder „Schiri schuld“-Narrativ in den Medien, außer um den etwas harten Elfer. Bei so einem klaren Ergebnis (5:1) und ohne weitere Drama-Szenen wird der Ref meist „unsichtbar gut“ bewertet – das passt hier. (Note: 3,0)
1.FC Köln – FC Bayern München 1:3 (SR: Patrick Ittrich)
Patrick Ittrich hat das Topspiel insgesamt sehr gut geleitet – unauffällig, konsequent und mit wenigen Fehlentscheidungen. Das Spiel war torreich und intensiv, aber es gab keine großen Kontroversen um Elfmeter, Rote Karten oder klare Fehlentscheidungen. Kein Elfmeter im Spiel, wenig Karten insgesamt sehr zurückhaltend und fair. Ittrich ließ das Spiel laufen, ohne übermäßig zu unterbrechen – klassisch sein Stil: erfahren, ruhig, regelkonform, der VAR war nicht stark involviert. (Note: 2,5)
Auch Robert Hartmann bei RB Leipzig – SC Freiburg (2:0) solide und unauffällig ohne großen Kontroversen. Insgesamt eine sehr gute bis gute Leistung. (Note: 2,5)
Jöllenbeck hatte mit Stuttgart – Frankfurt einen anspruchsvollen Abend mit viel mehr Action als bei Siebert oder Jablonski – hat das Spiel aber gut im Griff gehabt, ohne große Kontroversen oder Spielverderber-Momente. Wenn man bedenkt, dass der gesamte Tag nur minimal Karten hatte, war seine Leistung solide bis gut in einem turbulenten Match. Kein Grund für große Kritik oder Lob – er hat unauffällig (im positiven Sinne) durchgepfiffen, was bei so einem 3:2-Thriller schon eine Leistung ist. (Note: 2,0)
