Das Berufungsverfahren vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main stockt. Der Prozess um ca. 830.000 Euro Schadensersatz geht in die Verlängerung, da kurzfristige „Klageerweiterungen“ und neue Entwicklungen immer wieder zu Terminverschiebungen und zur Wiedereröffnung der Verhandlung führten. Ein abschließendes Urteil steht daher weiter aus.
Worum geht es:
Der ehemalige Schiedsrichter und heutige Bild-Experte Manuel Gräfe klagt gegen den DFB auf Schadensersatz und entgangenes Gehalt, weil er aufgrund einer früheren Altersgrenze von 47 Jahren seine Karriere beenden musste. Er sieht darin eine Altersdiskriminierung.
Zwischenstand:
Im Januar 2023 entschied das Landgericht Frankfurt, dass die Altersgrenze eine Altersdiskriminierung darstelle. Gräfe erhielt 48.500 Euro Entschädigung, ging jedoch in Berufung, um eine deutlich höhere Summe (ursprünglich rund 830.000 Euro) einzufordern.
Aktuelle Verzögerung:
Das für Juni 2025 geplante Urteil wurde vom OLG Frankfurt überraschend vertagt und die mündliche Verhandlung wiedereröffnet. Ein für Dezember 2025 angesetzter Fortsetzungstermin musste ebenfalls kurzfristig abgesagt werden.
Was die Altersgrenze für Unparteiische angeht, hat der Fall Gräfe bereits weitreichende Konsequenzen gezeigt: Verbände haben reagiert und die starre Altersgrenze ausgesetzt. So pfiffen danach Schiedsrichter wie Dr. Felix Brych auch jenseits der 49 in der Bundesliga – bis er seine Karriere beendete.
Gräfe fordert zusätzlich hohen Schadensersatz für entgangenen Verdienst (Verdienstausfall über mehrere Saisons). Der Streitwert liegt inzwischen bei ca. 830.000 € bis über 1 Mio. € (je nach Klageerweiterungen).
Das Verfahren (Aktenzeichen 6 U 23/23) beim OLG Frankfurt ist durch wiederholte Klageerweiterungen von Gräfe (Einbeziehung weiterer Saisons) mehrfach verzögert worden. Es gab mehrere verschobene Verhandlungstermine und geplante Urteilsverkündungen (z. B. im Juni 2025 und Dezember 2025).
Nächster Termin: Mündliche Verhandlung am Donnerstag, 17. September 2026, 13:30 Uhr (Saal 101, Gebäude D, Zeil 42, Frankfurt).
Warum dauert das solange?
Typisch für Berufungsverfahren mit hohen Streitwerten, komplexer Beweislage (u.a. Verdienstausfall-Berechnung) und taktischen Klageerweiterungen. Solche Fälle können sich über mehrere Jahre ziehen, besonders wenn eine Partei den Streitwert dynamisch anpasst.

Das klingt so, als habe Dr. Felix Brych es einem Manuel Gräfe zu verdanken, bis zum Alter von 49 Jahren pfeifen zu dürfen. Völliger Quatsch. Brych hat seinen Abschied vor einem Jahr selbst bestimmt. Zur Person Gräfe ist aus meiner Sicht alles gesagt.