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Haslberger erklärt sich: „Fühle mich mit der rote Karte wohl“

Nach einem super spannenden Freitagabendsspiel zwischen Wehen Wiesbaden und Hansa Rostock (0:1) stellte sich Wolfgang Haslberger um die vier Szenen zu bewerten. Sehr aufschlussreich.

Elfmeter für Hansa Rostock: „Ich hatte einen guten Blick auf die Situation und für mich ist der Angreifer in einer besseren Situation, der Verteidiger spielt nicht den Ball und es gibt einen klaren Treffer. Der Rostocker Angreifer will vorbeigehen und wird im Fußbereich getroffen. Für mich was das auf dem Feld eine klare Entscheidung, die ich wenn ich die Bilder so sehe, auch wieder geben würde.“ [TV-Bilder – ab 33:20 Minuten]

Gelb beim Torjubel: „Für mich war die gelbe Karte auf dem Feld alternativlos. Wenn ein Gast vor dem Heimblock nach einem Strafstoß sich so hinstellt und jubelt, dann finde ich direkt, eine gewisse Verantwortung. Und ich hab das als klare Unsportlichkeit wahrgenommen. Das Risiko das da Becher oder Gegenstände aus dem Wiesbadener Block raus fliegen, ist enorm groß. Und ich, wenn ich Wiesbadener gewesen wäre, ich hätte es als klare Provokation wahrgenommen. Da entspricht Gelb den Vorgaben die wir haben. Ich kann mich auch an andere Spiele oder Stadien erinnern, da würde ich es mich nicht trauen, muss ich ehrlich sagen. Da kann er froh sein, dass hier so ein guter Käfig dran ist.“ [TV-Bilder – ab 34:13 Minuten]

Ausgebliebener Strafstoß: „Für mich sind die beiden Szenen nicht besonders gut vergleichbar. Das einzige ist, dass es in beiden Fällen um eine mögliche Strafstoßszene geht, aber es sind aus meiner Sicht zwei völlig unterschiedliche Vorgänge und hier war es so, dass sich Flo Hübner den Ball vorbeilegt. Und dann ist es schon halb im straucheln ein Zusammenprall im Schulterbereich, aber  ich finde den auf keinen Fall strafstoßwürdig. Da fehlt mir vom Verteidiger auch ein klarer Impuls und das ist einfach ein Zusammenprall . Auch wenn ich die Bilder sehe, würde ich da auf gar keinen Fall Strafstoß geben.“[TV-Bilder – ab 01:15:07 Minuten]

Rote Karte für Rostock: „Ich kann schildern, wie meine Wahrnehmung auf dem Feld war. Der Wiesdadener ist im extrem hohem Tempo und dann macht er aus meiner Sicht einen technischen Fehler. Der legt sich den Ball einen ticken zu weit vor und geht ein ganz hohes Risiko. Und für mich war die Gesamtdynamik in dieser Szene so groß, für mich war nicht entscheidend ob er ihn mit gestreckten Bein und offener Sohle oberhalb des Knöchels trifft oder das Bein noch komplett durchgestreckt hat. Für mich war der Gesamtablauf der Szene mit dieser hohen Dynamik gesundheitsgefährdend und wenn ich dann sehe wie er dem Florian Hübner über die rechte Sohle drüber schrubbt, dann muss ich sagen, war es auf dem Feld Rot. Hab es schon kurz wirken und mir kurz Zeit gelassen, aber mein Gesamteindruck war einfach  das ist gesundheitsgefährend. Und das war für mich entscheidend ihn da des Feldes zu verweisen. Wenn ich jetzt die Bilder sehe, natürlich ist es jetzt nicht die rote Karte wo er ihn über Knöchel mit offener Sohle den Fuß abtritt. Ich fühle mich aber mit der Entscheidung wohl, weil sich auch die ganze Dynamik , die hat zu dem Spiel in der Szene nicht gepasst.“[TV-Bilder – ab 01:53:39 Minuten]

Schlusssatz: „Die Spiele ohne VAR sind genauso fordernd , noch fordernder wie Spiele mit VAR, die 3. Liga machen unheimlich viel Spaß aber VAR oder nicht, wir haben alle den Anspruch alle Entscheidungen auf dem Feld zu lösen und deshalb ist es wirklich komplett egal ob der da ist oder nicht. Wir wollen das richtig machen und wenn wir klare Fehler sehen oder klare Fehler machen, haben wir den Fallschirm. Den haben wir in der 3. Liga nicht und so ist die Situation.“

Das war ein sehr aufschlussreiches Interview von Wolfgang Haslberger. Genau das ist es. Kommunikation ist so wichtig. Das sollten vielmehr Schiedsrichter so machen. Nun sehen viele Zuschauer das aus einem anderen Blickwinkel und gehen nicht mit Fragezeichen nach Hause.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Abdullah

    Ich finde die rote Karte auch ok. Allerdings muss jetzt endlich mal ne einheitliche Linie rein und nicht jeder so wie er Lust hat

  2. Andreas Kohl

    Es ist immer wieder erstaunlich wie sehr Schiedsrichter ihre offensichtlichen Fehlentscheidungen verteidigen und schön reden. Diese Leistung am Freitag Abend hat klar aufgezeigt dass er nicht in der Lage ist ein 3.Liga Topspiel zu leiten. Wenn man dann noch liest das er zu „höherem“ berufen ist …. Da wird einem anders.
    Er selber steht gefühlte 2 m entfernt von der roten Karte und kann die Situation nicht lösen … neben ihm stehen noch 3 weitere unparteiische und schaffen es nicht eine gemeinsame Lösung zu finden. Am Ende ist es nicht nur diese eine oder zwei Situationen die er völlig falsch löst, sondern im Minimum 10 und sorry aber hier muss mal klar gesagt werden auch von Seiten DFB und ihm selber dass diese Leistung dem Anspruch an einen deutschen Schiedsrichter der ersten 3 Ligen nicht gerecht wird.

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