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Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szene – 25. Spieltag | Bundesliga

Der 25. Spieltag in der Bundesliga ging zu Ende und vorallem beim Topspiel in Köln hatte Schiedsrichter Daniel Siebert einiges zu tun. So unteranderem steht er enorm in der Kritik, als er den Kölnern kurz vor Schluss einen Elfmeter verwehrt hat und somit Dortmund 1:2 das Spiel gewann. Auch in der Kritik steht leider wieder Schiedsrichter Timo Gerach der am Sonntag bei Union Berlin – Werder Bremen eine sehr harte rote Karte gegen Berlin gab. Alles weitere kommt noch in der Analyse und hier erstmal vorab die Top 3 des Spieltages:

Platz 1 – Benjamin Brand:
Schiedsrichter des Spieltages ist dieses Mal Benjamin Brand der am Samstagnachmittag die Partie Freiburg – Leverkusen leitete. Es war ein packendes und spannendes Spiel, wo Brand aufgrund seiner sehr passenden Linie zum Spiel auch beitrug. In 1-2 kleineren Szenen lag er zwar falsch (z.B. ausgebliebene Ecke), unter anderem in Minute 82 beim Trikot ziehen, jedoch war das nichts spielentscheidenens und abgesehen davon war es eine sehr souveräne Spielleitung von Brand

Platz 2 – Martin Petersen:
Auf dem zweiten Platz haben wir Martin Petersen aus Stuttgart der am Samstagnachmittag in den Osten zur Partie RB Leipzig – FC Augsburg musste. Petersen benötigte in einer schwer zu sehenden Szene die Hilfe vom VAR, als er zurecht nach Handspiel von Baumgartner auf den Punkt für Augsburg zeigte. Ansonsten war es eine unaufgeregte und saubere Spielleitung von Petersen in Leipzig.

Platz 3 – Robert Hartmann:
Auf dem dritten Platz haben wir Robert Hartmann aus Wangen der die Baden-Württemberg Partie zwischen Heidenheim und Hoffenheim am Samstag leitete. Hartmann kam bei dem Spiel ohne Gelbe Karte aus, war besonders kommunikativ unterwegs und lag in der kniffligen Szene in Minute 30. richtig. Gute Leistung von ihm!

1.FC Köln – Borussia Dortmund 1:2 (SR: Daniel Siebert)

Szene 1: Jahmai Simpson-Pusey im Zweikampf mit dem Dortmunder Stürmer Maximilian Beier klar zu spät. Er traf Beier von hinten mit offener Sohle / Stollen direkt an der Achillessehne, zog ihm dabei sogar den Schuh aus und hatte keinerlei Chance mehr auf den Ball. Schiedsrichter Daniel Siebert zeigte zunächst nur Gelb, wurde aber vom VAR Benjamin Cortus zum On-Field Review geschickt. Nach Ansicht der Bilder korrigierte er korrekt auf glatt Rot wegen groben Foulspiels (serious foul play nach IFAB-Regeln – hohe Intensität, offene Sohle, gefährdeter Bereich am Bein/Achillessehne, auch ohne Absicht). Der Kölner wusste sofort das er Mist gebaut hat und ging mit erhobenen Armen als entschuldigender Geste vom Feld. [TV-Bilder – 03:24 Minuten]

Szene 2: Eine weitere VAR-Korrektur dann Mitte der zweiten Halbzeit beim Stand von 0:2 für den BVB. Fabio Silva kam rechts im Strafraum nach einer Ablage zum ersten Abschluss: Marvin Schwäbe parierte stark im kurzen Eck. Der Abpraller landete direkt wieder bei Silva, der sofort nochmal abzog und den Ball auch traf – aber Cenk Özkacar kam mit der Fußspitze dazwischen, touchierte den Ball zuerst und traf Silva danach am Fuß/Bein, wodurch der Portugiese zu Fall kam und der Ball abgefälscht hoch in die Kurve flog. Siebert pfiff sofort Elfmeter und zeigte Özkacar Gelb. Nach Intervention des VAR Benjamin Cortus ging Siebert abermals zum On-Field Review an den Monitor. In der Super-Zeitlupe war klar erkennbar: Özkacar spielte den Ball zuerst mit einer sauberen Ballberührung mit der Fußspitze, bevor er Silva am Standbein traf. Nach IFAB-Regel 12 ist das kein strafbares Foulspiel im Strafraum, wenn der Verteidiger den Ball sauber spielt und der Kontakt danach unvermeidbar/negligibel ist – kein „careless/reckless/excessive force“ gegen den Gegner, sondern legitime Tackle-Priorität auf den Ball. Siebert nahm den Strafstoß zurück und hob auch die Gelbe Karte gegen Özkacar auf. Das ist abermals ein völlig korrekter VAR-Eingriff, weil in der initialen Wahrnehmung der Ballkontakt nicht klar war, die Bilder aber zeigten, dass Özkacar zuerst am Ball war. [TV-Bilder – ab 06:20 Minuten]

Szene 3: Beim Stand von 1:2 für Dortmund in der fünften Münute der Nachspielzeit kam Maina von der Grundlinie zum Abschluss und zwang Kobel zu einer Fußparade. Zuvor hatte Yan Couto die Flanke an die Hand des halb abgewinkelten Arms bekommen. Siebert pfeift aber keinen Handelfmeter, auch der VAR schaltete sich nicht ein. Fehlentscheidung. Es steht explizit in den Regeln, dass ein abgewinkelter Arm, der den Ball blockt einen Handelfmeter zur Folge haben muss. [TV-Bilder – ab 08:00 Minuten]

Es ist ein eine klare Fehlentscheidung. Wenn ein Spieler den Ball mit Hand/Arm berührt und dabei seinen Körper unnatürlich vergrößert („makes their body unnaturally bigger“). Ein Arm gilt als unnatürlich positioniert, wenn er nicht durch die natürliche Körperbewegung in dieser Spielsituation gerechtfertigt ist – und der Spieler damit das Risiko eingeht, getroffen zu werden. Coutos Arm war halb abgewinkelt/leicht abgespreizt (nicht eng am Körper, nicht in einer Lauf- oder Sprungbewegung natürlich), der Ball traf die Hand und blockte/beeinflusste den weiteren Weg leicht. Das ist kein natürliche Haltung mehr, sondern ein klassisches „unnaturally bigger“-Szenario → strafbares Handspiel. Zusätzlich: Da es im eigenen Strafraum passiert und eine klare Torchance (Maina steht frei zum Abschluss) verhindert/beeinträchtigt wird, wäre es Handelfmeter gewesen – unabhängig von Absicht (die zählt seit Jahren nicht mehr primär).

Der DFB-Schiri GmbH bestätigte am Sonntag explizit: „strafbares Handspiel“ lag vor, Köln hätte einen Elfmeter bekommen müssen. Siebert sah die Berührung nicht (er hielt sich sogar kurz die Augen zu, wie er später andeutete), und der VAR griff nicht ein – beides wurde als Fehler eingestuft.

Szene 4: Kurz vor dem Ende nochmal eine strittige Szene. Schwäbe köpfte den Ball von der Strafraumkante vor das Tor. Özkacar stand komplett frei, wurde aber von Sabitzer getroffen, ehe er den Ball verwerten kann. Alle Kölner forderten abermals Elfmeter, doch Siebert winkte ab – sein Assistent zeigte Abeits und an. Richtige Entscheidung. Der Kölner stand im Abseits. Hier hebt das Abseits das Foul auf. [TV-Bilder – ab 08:45 Minuten]

Jetzt muss man aber den Hintergrund kennen. Wenn ein Schiedsrichter schon zwei VAR-Eingriffe auf seiner Seite hat, neigte man dazu, dass man einen dritten Eingriff unbedingt verhindert möchte, da jeder einzelne Eingriff eine klar falsche Fehlentscheidung bedeute. Das soll keine Entschuldigung oder Rechtfertigung sein, der Handelfmeter muss regeltechnisch gegeben werden. Der BVB hatte großes Glück, dass es keinen Strafstoß für den FC gab, was den möglicherweise 2:2-Ausgleich bedeutet hätte. Die beiden anderen Entscheidungen waren zwar nach Videobeweis völlig korrekt getroffen worden, klar falsch entschied aber der Schiedsrichter auf dem Platz dennoch. (Note: 6)

VfL Wolfsburg – Hamburger SV 1:2 (SR: Dr. Florian Exner)

Szene 5: Torunarigha machte zunächst seinen Stellungsfehler halbwegs wieder gut und spitzelte den Ball weg. Bürger fackelte aus der zweiten Reihe nicht lange und ziog sofort ab, Heuer Fernandes wehrte nach vorne weg. Im Sechzehner wollte Elfadli klären, säbelte aber am Ball vorbei und traf Gerhardt am Kopf. Schiedsrichter Exner wartete kurz und zeigte auf den Punkt. Korrekt, da kein Ballkontakt durch Elfadli → reiner Mann-gegen-Mann-Kontakt, und zwar am Kopf in einem hochgefährdeten Bereich. Solche Fouls werden fast immer gepfiffen, um Kopfverletzungen zu vermeiden – Absicht spielt keine Rolle. Es ist im eigenen Strafraum → Elfmeter. Kein Abseits (Gerhardt war aktiv im Spiel, auf Ballhöhe). Exner sah die Szene live klar (kein Bedarf für VAR-Überprüfung, Bilder bestätigten später nur den offensichtlichen Tritt). [TV-Bilder – ab 01:35 Minuten]

Szene 6: Mikelbrencis wirbelte auf rechts und holte einen Freistoß heraus. Muheim brachte den Ball von rechts rein, im Fünfer verpasst Vuskovic und blieb dann mit Schmerzen am Boden liegen. Der junge Kroate war umgeknickt und wurde dann noch von Jenz unglücklich am Knöchel getroffen.Jenz‘ Aktion wird geprüft. Der Unparteiische schaute sich die Szene selbst in der Review Area an und gab Elfmeter. Korrekte Entscheidung. [TV-Bilder – ab 02:45 Minuten]

Szene 7: Nach einer Hamburger Ecke stand Luka Vušković im Strafraum. Jonas Adjetey hielt Vušković mit beiden Armen fest – ein klassischer Ringkampf, zog ihn regelrecht in Wrestler-Manier oder griechisch-römischer Stil zu Boden. Vušković kam nicht mehr hoch, fiel klar behindert, und der Ball flog vorbei oder wurde nicht erreicht. Exner pfiff sofort auf Foul, zeigte auf den Punkt und lag damit abermals richtig – plus Gelb für Adjetey (reckless holding im Strafraum, unnötig und offensichtlich). Halten/Festhalten (holding) eines Gegners ist ein direktes Freistoß-/Elfmeter-Vergehen, wenn es careless oder reckless ist. Hier war’s reckless (deutlich sichtbar, beide Arme um den Körper, Zug nach unten – kein natürlicher Körperkontakt im Luftduell), im Strafraum Elfmeter. [TV-Bilder – ab 05:30 Minuten]

Szene 8: Korrekte und nachvollziehbare Entscheidung von Schiedsrichter Florian Exner – die Rote Karte für VfL-Ersatzkeeper Marius Müller war in dieser hitzigen Rudelbildung nach Abpfiff berechtigt. Die Eskalation passierte direkt nach dem Schlusspfiff . Der HSV jubelte über die Big Points im Abstiegskampf, Wolfsburgs Spieler und Bank waren frustriert nach der achten sieglosen Serie und der drohenden historischen Bundesliga-Abstiegsgefahr. Im Mittelfeld kam es zu einer großen Rudelbildung: Spieler beider Teams, Betreuer und Ersatzspieler liefen aufs Feld, es gab Schubsereien, laute Wortwechsel und Gerangel – klassische Emotionen-Explosion in einem Abstiegskracher. Exner versuchte zunächst zu schlichten und die Menge zu trennen. In der unübersichtlichen Situation und wüstem Gerangel und Handgreiflichkeiten – fiel Müller besonders auf: Er war mittendrin, beteiligte sich aggressiv, was Exner als unsportliches Verhalten mit schwerer Spielverzögerung/Provokation oder sogar aggressives Verhalten wertete. Nach IFAB-Regel 12 und DFB-Auslegung erhält der Spieler die glatt Rot für den, der die Rudelbildung eskaliert oder übermäßig aggressiv agiert – auch wenn’s nach Abpfiff ist. Zusätzlich sah HSV-Youngster Fabio Baldé nur Gelb für Beteiligung – Exner differenzierte also. Müller ging offenbar durch verbale Attacke oder physisches Übertreten zu weit. Nachvollziehbar. [TV-Bilder – ab 07:50 Minuten]

1.FC Union Berlin – SV Werder Bremen 1:4 (SR: Timo Gerach)

Szene 9: In der 16. Minute beim Stand von 0:0 eine strittige Szene. Ilyas Ansah tankte sich halbrechts durch, bekam im Laufduell mit Niklas Stark das Trikot festgehalten. Stark begann das Halten/Festhalten klar außerhalb des Strafraums, zog Ansah am Trikot runter und ließ erst los, als Ansah bereits in den Sechzehner stolperte er und fiel. Schiedsrichter Timo Gerach zögerte keine Sekunde, pfiff sofort Foul und zeigte direkt auf den Punkt – plus Gelb für Stark (seine 4. Verwarnung der Saison, damit Sperre droht). Das Foul beginnt außerhalb, setzt sich aber fort und führt zum Fall innerhalb des Strafraums – bei kontinuierlichem Vergehen (continuous foul) gilt der Ort, wo der Spieler zu Fall kommt oder wo die Behinderung endet (hier: im Strafraum). Ansah fiel durch das Halten in den Sechzehner, konnte nicht mehr frei laufen/abschließen – klare Behinderung im Strafraum. Solche Zieh-Fouls über die Linie werden in der Bundesliga oft als Elfmeter gewertet (ähnlich wie bei Trikotziehen über die Linie). Für micht ist der Elfmeter vertretbar, da ich aus den Bildern nicht eindeutig erkennen kann, ob er vor dem Strafraum oder erst auf der Linie loslässt. Das Halten am Triikot ist aber viel zu lange und nachhaltig, was für mich auch ausreichend für den Fall ist. [TV-Bilder – ab 01:25 Minuten]

Szene 10: Eine spielentscheidende Szene ereignete sich bereits in der 19. Minute. Andras Schäfer traf im Mittelfeld Jens Stage eindeutig mit der offenen Sohle/Stollen direkt auf den Fuß. Das Bein von Stage war sichtbar angewinkelt (nicht gestreckt, was die Gefährdung abmildert, Schäfer kam zu spät, traf hoch und ohne Ballchance – reines Stempeln (stamping). Zwar war es mit einer hohen Intensität und potenziell verletzungsgefährdend, allerdings gibt es eine klare Anweisung unter Schiedsrichtern, Treffer am und über dem Knöchel ist Rot. Hier war es der der Fuß. Eine harte, für mich eine falsche Entscheidung. Der Treffer ist am/unter Knöchel (Fuß/Spann), nicht „über Knöchelhöhe mit hoher Tritthöhe – Schiedsrichter-Anweisungen sind streng bei offener Sohle hoch am Bein (Knöchel aufwärts), um Achillessehnen-/Schienbein-Verletzungen zu vermeiden. Bei reinen Fuß-Tritten (auch stamping) tendiert es oft zu Gelb, wenn keine excessive force oder direkte Verletzungsabsicht vorliegt. Stage blieb im Spiel, humpelte kurz, aber keine schwere Blessur – das mildert in der Nachbetrachtung. [TV-Bilder – ab 02:40 Minuten]

Szene 11: Eine weitere Strafraumszene auf Seiten der Berliner ereignete sich knapp 20 Minuten vor dem Ende. Ilyas Ansah drang dicht vor dem Tor in einen Zweikampf mit Julián Malatini – Malatini hielt Ansah leicht am Körper im Laufduell, Ansah ging theatralisch zu Boden und forderte sofort Elfmeter. Gerach ließ weiterlaufen. Das ist mir auch zu wenig. Ein Foul im Strafraum muss careless, reckless oder excessive force sein und den Gegner behindern. Hier war’s nur ein kurzes, leichtes Halten in einem Zweikampf um den Ball – kein klares Ziehen, kein Rempeln mit Kraft, kein Trikotziehen, das Ansah aus dem Gleichgewicht brachte. Ansah fiel theatralisch Bei solchen kurzen Halten, wenn der Kontakt minimal ist und der Fall übertrieben wirkt, lautet die strenge einheitliche Auslegung des DFB/IFAB kein Elfmeter. (übertriebener Sturz, typisch „Simulation“ oder „going down easily“). [TV-Bilder – ab 07:05 Minuten]

SC Freiburg – Bayer 04 Leverkusen 3:3 (SR: Benjamin Brand)

Szene 12: Janis Blaswich parierte mit Glück und Geschick zur Seite. Dort kam Igor Matanović gegen Robert Andrich zu Fall – leichter Körperkontakt im Laufduell beim Versuch, den Abpraller zu erreichen. Bayers Keeper versucht im Nachsetzen den Ball zu erreichen, der Freiburger machte einen großen Schritt und setzte seinen Fuß vor den Ball, um getroffen zu werden. Nach IFAB-Regel 12: Der Kontakt war minimal und gesucht – normaler Zweikampf im Strafraum bei hohem Tempo, typischer „going down easily“ nach leichtem Touch. Kein reckless/excessive force, kein klares Halten oder Stoßen, das Matanović behindert hätte. Matanović nutzte den Kontakt clever oder fiel theatralisch. Kein Strafstoß für mich die korrekte Entscheidung. [TV-Bilder – ab 01:44 Minuten]

FC St. Pauli – Eintracht Frankfurt 0:0 (SR: Felix Zwayer)

Szene 13: Tomoya Ando hatte bereits nach 62 Minuten Gelb kassiert, leistete sich minutenspäter eine weiteres Foulspiel, als er Farès Chaïbi von hinten auf die Hacke trat– ein klassisches Stempeln (late tackle/stamping) mit offener Sohle, zu spät, ohne echte Ballchance, in Strafraumnähe. Chaïbi ging runter, protestierte, weil Andō schon vorbelastet war. Felix Zwayer pfiff Freistoß für Frankfurt, zeigte aber keine zweite Karte. Nach IFAB-Regel 12: Das war reckless (fahrlässig), definitiv ein Foul, aber nicht excessive force oder brutales grobes Foulspiel (kein hoher Tritt über Knöchel, kein Volltreffer auf Achillessehne mit voller Wucht – eher ein unglücklicher Hacken-Tritt/Ferse-Kontakt). Chaïbi blieb im Spiel, humpelte kurz, aber keine schwere Verletzung oder Auswechslung. Zwayer hatte das ganze Spiel eine großzügige Linie (nur wenige Karten insgesamt: Andō Gelb 62., Dōan Gelb 76. für Frankfurt, Metcalfe Gelb 89. für St. Pauli, Blessin Gelb 90.+3 für St. Pauli-Trainer – insgesamt sehr wenige Verwarnungen trotz intensivem Kampf). Solche Linien sind in hitzigen Abstiegskampf-Spielen üblich, um den Fluss nicht komplett zu killen. Für mich daher richtig, dass keine weitere Karte kam – hart am Limit, aber nicht zwingend Gelb-Rot-pflichtig. Viel hat nicht gefehlt, trifft’s perfekt, und Zwayers Linie war insgesamt wohltuend spielflussfreundlich. Bei strengerer Auslegung (wie in anderen Spielen) wäre es Gelb (reckless stamping als Zweitvergehen) und damit Gelb-Rot gewesen. [TV-Bilder – ab 03:20 Minuten]

RB Leipzig – FC Augsburg 2:1 (SR: Martin Petersen)

Szene 14: Nach einer Augsburger Ecke schoss Mert Kömür aus der zweiten Reihe flach ab. Der Ball wurde leicht abgefälscht und flog direkt auf Christoph Baumgartner, der seinen Arm/Ellenbogen ausfuhr – der Arm war etwas vom Körper entfernt, und Baumgartner bewegte ihn zum Ball und blockte aktiv mit dem Arm, wodurch der Ball abprallte. Martin Petersen pfiff zunächst nicht sofort, aber nach VAR-Intervention ging er zum On-Field Review, schaute sich die Superzeitlupe an und zeigte klar auf den Punkt – Handelfmeter für Augsburg. Ein Handspiel ist strafbar, wenn der Spieler seinen Arm/Hand zum Ball bewegt (makes a deliberate movement towards the ball) oder den Arm unnatürlich vergrößert (makes their body unnaturally bigger), um den Ball zu blocken/zu erreichen. Baumgartners Arm war nicht eng am Körper (Ellenbogenausführen), und er bewegte ihn aktiv in die Flugbahn – klassisch „Arm zum Ball“ oder „unnaturally bigger“ → kein „natürliche Haltung“ mehr. [TV-Bilder – ab 0:35 Minuten]

1. FC Heidenheim – FC Heidenheim 2:4 (SR: Robert Hartmann)

Szene 15: Nicholas Dorsch brachte eine scharfe Freistoßflanke von links in den Strafraum. Mërgim Berisha oder Fisnik Asllani fälschte den Ball unglücklich aufs eigene Tor ab – ein gefährlicher Aufsetzer Richtung Tor. Oliver Baumann verhinderte den Einschlag mit einer starken Fußabwehr-Parade, konnte die Kugel aber nicht richtig klären – der Ball kullerte weiter gefährlich im Fünfmeterraum. Bernardo sprang artistisch hoch und klärte per Fallrückzieher/Overhead-Kick (Rückwärts-Volley mit dem Bein) das Leder spektakulär aus der Gefahrenzone – eine echte Rettungstat, die den Ausgleich verhinderte. Allerdings traf Bernardo dabei mit dem Fuß Jan Schöppner am Kopf (leichter bis mittlerer Kontakt beim Versuch, den Ball zu erreichen. Schöppner ging runter, blieb kurz liegen, protestierte auf Foul/Elfmeter – Heidenheim-Bank und Fans forderten Strafstoß. Robert Hartmann ließ weiterlaufen, kein VAR-Eingriff. Das ist ein sehr großer Graubereich. Der Kontakt von Bernardo am Kopf von Jan Schöppner war gefährlich und hätte regeltechnisch durchaus einen Elfmeter nach sich ziehen können. Allerdings spielt Bernardo den Ball zuerst (saubere Klärung – der Fallrückzieher trifft das Leder klar, bevor der Kontakt passiert). Bei Ball zuerst, dann Mann priorisieren Referees oft den Ball (kein Foul, wenn der Kontakt unvermeidbar im Zweikampf ist). Der Tritt ist nicht brutal/excessive (kein Volltreffer mit voller Wucht, eher Folge-Kontakt in der Luftduell-Dynamik – beide springen hoch). VAR sah keinen clear and obvious error – live aus Hartmanns Position (und Superzeitlupe) wirkte’s als artistische, aber unglückliche Klärung ohne Absicht oder Recklessness. [TV-Bilder – ab 01:25 Minuten]

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