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Besong überzeugt: Unser Schiedsrichter des Spieltags

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 7. Spieltag | 3. Liga

Neun Szenen, mehrere starke Entscheidungen – und Fehler, die nicht immer vermeidbar sind: Am Spieltag der 3. Liga hatten die Schiedsrichter einiges zu bewerten. Während bei Handspiel, Strafstoß, Gelb-Rot und einer kniffligen Abseitsentscheidung richtig entschieden wurde, sorgten andere Szenen für Diskussionen. Besonders kurios: Duisburgs 4:1 hätte nicht zählen dürfen – erkennen konnte das auf dem Platz aber wohl niemand aus dem Schiedsrichterteam. Dazu kommen die nicht geahndete Notbremse in Verl und das umstrittene 2:0 in Mannheim. 

Und unsere Top 3 haben diesmal eines gemeinsam: Sie kommen alle aus Nordrhein-Westfalen. Jonah Besong aus Duisburg, Cengiz Kabalakli aus Gelsenkirchen und Yannick Sager aus Dortmund liefern derzeit richtig ab und unterstreichen die starke Form der westfälischen Unparteiischen. Unsere Top 3 des Spieltags:

Platz 1 – Jonah Besong

Jonah Besong aus Duisburg zeigte bei der Partie zwischen Hoffenheim II und dem SV Meppen eine sehr starke Leistung und sichert sich damit Platz eins an diesem Wochenende. Der 28-Jährige überzeugte mit einer ruhigen, konsequenten und sicheren Spielleitung.

Besonders hervorzuheben ist die Szene in der 35. Minute, als Meppens Luis Sprekelmeyer nach einem abgeblockten Schuss den Ball an den Arm bekam. Besong ließ zu Recht weiterspielen: Der Arm lag eng am Körper an, eine unnatürliche Vergrößerung der Körperfläche lag nicht vor. Auch bei der persönlichen Strafe behielt er eine klare Linie und kam mit fünf Verwarnungen aus.

Eine rundum starke Vorstellung – und damit ist Jonah Besong für uns der Schiedsrichter des Spieltags.

Platz 2 – Yannick Sager

Yannick Sager aus Dortmund komplettiert nach seiner Leistung beim wilden 3:3 zwischen dem VfB Stuttgart II und Jahn Regensburg unsere Top 3. Der 26-Jährige hatte in einer intensiven und temporeichen Begegnung einiges zu tun, behielt aber auch in der hektischen Schlussphase die nötige Ruhe.

Eine wichtige Entscheidung traf Sager im Strafraum: Hermes wurde von einem Regensburger Verteidiger klar am Fuß getroffen und zu Fall gebracht – Sager zeigte folgerichtig auf den Punkt. Auch darüber hinaus überzeugte er mit einer klaren Zweikampflinie und griff ein, wenn es notwendig war.

Sechs Tore, eine Aufholjagd nach 0:3-Rückstand und reichlich Tempo – Sager brachte die anspruchsvolle Partie sicher über die Bühne und landet damit auf Platz drei.

Platz 3 – Cengiz Kabalakli

Cengiz Kabalakli aus Gelsenkirchen zeigte beim 4:1 des MSV Duisburg beim SV Wehen Wiesbaden eine souveräne und konsequente Spielleitung. Der 29-Jährige hatte die Partie gut im Griff und bewahrte auch dann die Übersicht, als es hektisch wurde.

Besonders gefordert war Kabalakli in der 59. Minute: Wiesbadens Tarik Gözüsirin schoss nach einem bereits gepfiffenen Foul den Ball aus kurzer Distanz auf den am Boden liegenden Can Coskun. Kabalakli zögerte nicht und zeigte zu Recht Rot. Auch im anschließenden Tumult blieb er konsequent und verwies Wiesbadens Co-Trainer Giuliano Modica des Innenraums.

Einen kleinen Schönheitsfehler gab es beim Duisburger 4:1: Der Treffer hätte nicht zählen dürfen, da Braune den Ball selbst hinter die Torlinie beförderte. Vorwerfen kann man diese Fehlentscheidung dem Schiedsrichterteam allerdings kaum. Braune verdeckte im entscheidenden Moment die Sicht auf den Ball – sowohl für Kabalakli als auch für seinen Assistenten. Ohne technische Hilfe war praktisch nicht zu erkennen, ob der Ball die Linie vollständig überschritten hatte.

Eine objektiv falsche Entscheidung, die seine ansonsten starke Leistung für uns aber kaum schmälert. Damit landet Kabalakli auf Platz drei unserer Rangliste.

TSG Hoffenheim II – SV Meppen 1:0 (SR: Jonah Besong)

Szene 1: Nach einem Schuss auf das Tor bekam Meppens Luis Sprekelmeier den Ball an den Arm. Hoffenheim reklamierte Handspiel, doch Schiedsrichter Besong ließ weiterspielen – die richtige Entscheidung. Sprekelmeiers Arm lag eng am Körper an und vergrößerte die Körperfläche nicht unnatürlich. Dass der Ball den Arm berührt, reicht allein nicht für ein strafbares Handspiel. Kein Elfmeter. [TV-Bilder – ab 01:53 Minuten]

VfB Stuttgart II – Jahn Regensburg 3:3 (SR: Yannick Sager)

Szene 2: Hermes wurde im Strafraum vom Regensburger Verteidiger klar am Fuß getroffen und dadurch zu Fall gebracht. Eine eindeutige Entscheidung: Foulspiel und Strafstoß für Stuttgart II. [TV-Bilder – ab 01:40 Minuten]

Alemannia Aachen – Fortuna Düsseldorf 1:0 (SR: Konrad Oldhafer)

Szene 3: In der 54. Minute ging Fabian Schleusener im Strafraum nach einem Duell mit Aachen-Torwart Manuel Riemann zu Boden. Riemann hatte den Ball zuerst gespielt, traf Schleusener danach aber klar am Fuß. Schiedsrichter Konrad Oldhafer gab keinen Elfmeter. Gut erkannt! [TV-Bilder – ab 02:34 Minuten]

Szene 4: Kurz darauf sah Elias Egouli die Gelb-Rote Karte. Er hielt Mika Schroers im Mittelfeld deutlich am Arm beziehungsweise an der Schulter zurück und unterband damit einen aussichtsreichen Angriff. Da Egouli bereits verwarnt war, war die zweite Gelbe Karte und damit Gelb-Rot folgerichtig. [TV-Bilder – ab 03:05 Minuten]

SC Verl – Würzburger Kickers 2:1 (SR: Lennart Kernchen)

Szene 5: In der 84. Minute kam es zu einem harten Zusammenprall im Luftzweikampf zwischen Verl-Torwart Timo Schlieck und Würzburgs Tarsis Bonga nach einem langen Ball. Schlieck rauschte aus seinem Tor und räumte Bonga ab. Die Würzburger forderten vehement eine Rote Karte, doch Schiedsrichter Lennart Kernchen ließ weiterspielen. Eine Fehlentscheidung. In den Bildern ist zu erkennen, wie der Angreifer zuerst den Ball spielt und dann vom Keeper abgeräumt. Eine Fehlentscheidung das nicht zu pfeifen und auf Rot zu entscheiden. In dieser Situation hätte auch der Assistent erkennen müssen, dass der Torwart als „letzter Mann“ die „Notbremse“ zieht. Ein Video- [TV-Bilder – ab 03:53 Minuten]

Wehen Wiesbaden – MSV Duisburg 1:4 (SR: Cengiz Kabalakli)

Szene 6: Nach einem Foul an Duisburgs Can Coskun an der Seitenlinie schoss Gözüsirin dem am Boden liegenden Gegenspieler aus kurzer Distanz den Ball gezielt in den Rücken. Schiedsrichter Cengiz Kabalakli wertete die Aktion als Unsportlichkeit und zeigte Rot. Eine gerechtfertigte Entscheidung: Die Aktion war völlig überflüssig und hatte mit dem eigentlichen Spielgeschehen nichts mehr zu tun. Im anschließenden Tumult sah auch Wiesbadens Co-Trainer Giuliano Modica Rot, nachdem er sich massiv über die Entscheidung beschwert hatte. Konsequent. [TV-Bilder – 03:25 Minuten]

Szene 7: 4:1 zählt – für das Schiedsrichterteam nicht erkennbar

Beim Duisburger Treffer zum 4:1 entschied das Schiedsrichterteam auf Tor. Die TV-Bilder zeigen allerdings, dass Braune den Ball selbst hinter die Torlinie befördert. Der Treffer hätte damit nicht zählen dürfen.

Rein regeltechnisch bleibt es eine Fehlentscheidung – vorwerfen kann man sie dem Schiedsrichterteam allerdings nicht. Braune liegt im entscheidenden Moment unmittelbar vor dem Ball und verdeckt sowohl Schiedsrichter Cengiz Kabalakli als auch seinem Assistenten die Sicht auf die Torlinie. Selbst aus optimaler Position auf Höhe der Linie ist nicht zu erkennen, ob der Ball vollständig im Tor war.

Ohne technische Hilfe ist diese Szene für das Gespann praktisch nicht zu lösen. Deshalb würden wir sie Kabalakli auch nicht negativ für seine ansonsten starke Leistung anrechnen. [TV-Bilder – 04:00 Minuten]

Waldhof Mannheim – Preußen Münster 2:0 (SR: Ben Henry Uhrig)

Szene 8: Das vermeintliche 1:1 wurde wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannt. Ein Angreifer befindet sich unmittelbar vor dem Torhüter in dessen Sichtfeld und nimmt ihm beim Schuss die freie Sicht auf den Ball. Damit greift er aus seiner Abseitsposition aktiv ins Spiel ein. Das Tor abzuerkennen ist korrekt – gut gesehen vom Schiedsrichter! Mit solchen starken und nicht ganz einfachen Entscheidungen sammelt man ordentlich Pluspunkte. [TV-Bilder – ab 02:45 Minuten]

Szene 9: 2:0 trotz Trikotziehens – Treffer hätte nicht zählen dürfen

Masca steigt im Strafraum zum Kopfball hoch und trifft über den rechten Innenpfosten zum 2:0. Münster reklamiert jedoch zu Recht ein vorausgegangenes Foulspiel des Torschützen. Masca hält Paetow deutlich am Trikot und behindert ihn damit unmittelbar im Zweikampf um den Ball.

Das Halten findet während der entscheidenden Kopfballaktion statt und verschafft dem Angreifer einen Vorteil. Damit liegt ein strafbares Halten vor. Der Treffer hätte nicht anerkannt werden dürfen – hier wäre Offensivfoul die richtige Entscheidung gewesen. [TV-Bilder – ab 03:00 Minuten]

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