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Schiedsrichter mit Licht und Schatten

Am letzten Vorrundenspieltag der Europameisterschaft gab es einige knifflige Szenen für die Schiedsrichter zu bewerten. Grundsätzlich erleben wir ein sehr gutes Niveau vieler Gespanne, jedoch zeigte sich deutlich, für wen das Turnier gelaufen sein wird. Wir werden einen Blick auf einige Szenen, die es für die Schiedsrichter zu bewerten galt. 

Von: Reiner Kuhn 

Schottland – Ungarn 0:1 (SR: Facundo Tello)

Szene 1: In der 78. Minute forderten die Schotten Elfmeter. Sofort winkte Facundo Tello ab und ließ weiterspielen. McTominay setzte Armstrong mit einem Steilpass in halbrechter Position in Szene. Der Joker stellte gegen Orban seinen Körper rein und ging nach dem Zweikampf mit dem Verteidiger zu Boden. Sicherlich etwas glücklich für Orban. Denn der Abwehrspieler traf Armstrong mit dem Knie in der Wade. Für Facundo Tello reichte dieser Kontakt augenscheinlich nicht und blieb auch nach Sichtung der Bilder dabei. Eine vertretbare Entscheidung. [TV-Bilder – ab 05:50 Minuten]

Schweiz – Deutschland 1:1 (Daniele Orsato)

Szene 2: Schiedsrichter Orsato ließ zu Beginn einige äußerst grenzwertige Zweikämpfe mit großzügiger Linie weiter laufen. So auch als Wirtz links Mittelstädt auf die Reise schickte, der die Kugel auf Höhe des Elfmeterpunktes einfach mal flach nach innen brachte. Dort war Havertz zeitgleich mit Rodriguez am Ball und wurde wenig später leicht geschubst, doch das reicht für einen Strafstoß  niemals aus. [TV-Bilder – ab 0:55 Minuten]

Szene 3: Auf der Gegenseite traf Robert Fandrich zur 1:0-Führung. Nachdem die Schweiz zunächst eine Mittelstädt-Eingabe zunächst klären konnte, kam Andrich im Strafraum zu Fall und zog aus 22 Metern ab. Sommer flog unter dem eigentlich recht harmlosen Aufsetzer des Leverkuseners hindurch und „schenkte“ der DFB-Elf die Führung. Der Video-Assistent meldete sich und überprüfte ein mögliches Foulspiel von Jamal Musiala in der Entstehung. Tatsächlich war der Münchner bei Mittelstädts Eingabe gegen Aebischer zu spät gekommen und hatte den Schweizer mit einem Kontakt am Fuß getroffen. Nachdem sich Orsato die Szene anschaute, nahm er den Treffer zurück. Klar, war da ein Kontakt und ja, er war auch ausschlaggebend für den Sturz, aber genau solche Zweikämpf hatte Daniele Orsato zuvor laufen lassen. Und keiner hat sich so richtig beschwert. Der Pfiff ist als Einzelentscheidung nachvollziehbar, aber insgesamt doch zu hart. [TV-Bilder – ab 02:02 Minuten]

Szene 4: Diese Szene für mich exemplarisch für die fehlende Linie bzw. zu großzügige Auslegung. Das hat nichts mit „spielen lassen“ zu tun, sondern ist einfach ein klares Foul, was man auf dem Level nicht übersehen darf. [Video]

Szene 5: 20 Minuten vor dem Ende tankte sich Wirtz rechts im Strafraum durch und steckte ans Fünfereck durch. Der Münchner brauchte ein bisschen zu lange für die Verarbeitung und wurde dann bei seinem Abschluss geblockt. Dahinter wollte Beier zum Abpraller, wurde allerdings gehalten und ging zu Boden. Der VAR überprüfte die Szene zwar, doch Schiri Orsato winkte gleich ab und blieb auch dabei. Auch hier gab es da einen Kontakt, dieser passte aber durchaus zur Linie des italienischen Unparteiischen, dass ihm dies nicht für einen Pfiff ausreicht, wenn die 1:0-Führung gezählt hätte. Da er aber im Vorfeld des Tors auf Foulspiel erkannte, hätte er auch hier Strafstoß entscheiden müssen.

Man muss aber auch sagen, es gibt nicht immer schwarz-weiß und das muss man auch in diesem Fall so sehen. Ich persönlich bin letztlich nach Ansicht der verlangsamten Bilder für Strafstoß. Allerdings muss man auch zugeben. Im normalen Ablauf hätte ich den auch nicht gegeben. Und es wäre gut gewesen, wenn Daniele Orsato auch hier raus gegangen wäre. Dann hätte er ihn bestimmt gegeben. Das ist ein sehr grenzwertiger Zweikampf. Anweisung ist, wenn er mit beiden Armen hält, ist es Elfmeter. Das war es eigentlich, aber sie Halten laufen. Mit Strafstoß und Gelb wäre sicherlich jeder zufrieden gewesen.

Was ist, wenn er ihn gibt…

Viele meinten, es wäre dann Rot wegen Notbremse gewesen. Aber das ist regeltechnisch nicht so, da er doch schräg zum Tor steht, die Ballkontrolle noch nicht abschließend gegeben war und auch nicht zwingend bevorstand.

Fazit: Das war eine der schlechteren Schiedsrichter-Leistungen der EM. Durchgehend unkonstant in der Zweikampfbewertung und meiner Meinung nach passen die beiden „großen Entscheidungen“ (kein Tor und kein Elfmeter) nicht zusammen. Ich finde nur Frankreich – Österreich noch schlechter. Halil Umut Meler war auch bei Belgien gegen Rumänien nicht gut.

Kroatien – Italien 1:1 (SR: Danny Makkelie)

Szene 5: Nach der Pause reklamierten die Kroaten ein Handspiel des eingewechselten Davide Frattesi. Der Unparteiische befand sich in Funkkontakt mit dem VAR und  Danny Makkelie begab sich auf den Weg in Richtung Bildschirm. Es handelte sich tatsächlich um eine unnatürliche Handbewegung, Frattesi wehrte den Schuss mit dem leicht abgespreizten Arm in der Luft ab. Das ist natürlich ein berechtigter Elfmeter für Kroatien. Der Arm ist oben und wird unnatürlich gehalten. Folgerichtig gab der Unparteiische den Handelfmeter! [TV-Bilder – ab 03:54 Minuten]

Dänemark – Serbien 0:0 (SR: François Letexier)

Szene 7: Mæhle suchte seinen Stürmer Kasper Dolberg per Flanke von links in der Box. Dieser wurde von Milenković allerdings leicht weggedrückt, sodass der Däne nicht an die Kugel kam. Die Skandinavier forderten leicht Elfmeter, doch das war nicht ausreichend für einen Pfiff. Korrekte Entscheidung! [TV-Bilder – ab 05:18 Minuten]

Frankreich – Polen 1:1 (SR: Marco Guida)

Szene 8: Nach der Pause ging Dembelé über rechts in den Strafraum und der wurde von Kiwior am rechten Strafraumeck von den Beinen geholt. Schiedsrichter Guida zögerte nicht lange und gab Elfmeter. Unstrittig! [TV-Bilder – ab 04:35 Minuten]

Szene 9: Świderski ging im Sechzehner der Franzosen gegen Upamecano zu Boden. Der Pole forderte Elfmeter, den der Schiedsrichter zunächst nicht gab. Der Schiedsrichter schaute sich die Situation um Świderski nochmal an und entschied auf Strafstoß für die Polen. Upa spielte nicht den Ball, sondern hat den Polen klar und deutlich am Fuß getroffen. Folgerichtige Entscheidung, nachdem eindeutigen Foulspiel. Robert Lewandowski trat an, doch der französische hielt die Kugel. Allerdings mit unerlaubten Mitteln. Er stand mit beiden Beinen deutlich vor der Linie. Da den Strafstoß, wurde dieser nun wiederholt. Korrekte Entscheidung. [TV-Bilder – ab 06:55 Minuten]

Slowakei – Rumänien (SR: Daniel Siebert)

Szene 10: Dávid Hancko kam am linken Strafraumrand eine Sekunde zu spät gegen Ianis Hagi. Schiedsrichter Siebert gab zunächst nur Freistoß. Doch es meldete sich der VAR und revidierte die erste Entscheidung von Schiedsrichter Daniel Siebert. So wurde der zweite Kontakt der Aktion Hanckos, der innerhalb des Strafraums geschah, als entscheidend gewertet für den Fall Hagis und somit gab es Elfmeter für Rumänien. Kortekt, da der erste Kontakt nur ein leichte Treffer am Fuß war, der nicht ursächlich für den Fall gewesen sein dürfte. Der entscheidende Kontakt mit dem Knie war auf der Linie. [TV-Bilder – ab 03:17 Minuten]

Tschechien – Türkei (SR: Istvan Kovacs)

Szene 11: Nach nur 20 Minuten waren die Tschechen in Unterzahl. Und das ist zwar hat, aber für mich die richtige Entscheidung. Der bereits verwarnte Barákzog im Mittelfeld gegen Özcan durch und stieg dem Dortmunder voll auf den Fuß. Das Stempeln wurde die ganze EM konsequent gewertet und auch hier auch folgerichtig. Gelb-Rot für Barak finde ich komplett richtig und gut entschieden. Aber dann verlor er irgendwie komplett die Linie. [TV-Bilder – ab 02:02 Minuten]

Der Tritt mit der offenen Sohle hätte schon Rot bedeuten können.

Szene 12: Vor der Pause legte sich Yildiz den Ball auf der Grundlinie vor dem tschechischen Tor zu weit vor und stieg dann Hranáč heftig auf den Knöchel, was zu Gelb für den Türken führte, was eigentlich schon glatt Rot hätte sein können. Nur wenige Sekunden nach seiner Verwarnung ging Yildiz im Kopfballduell gegen Coufal mit dem Ellbogen zu Werke und traf den Tschechen im Gesicht. Auch das war eigentlich Gelb und damit hätte eigentlich Yildiz Feierabend gehabt. Hier bei diesem Ellbogentreffer war István Kovács nicht konsequent, bewertet die Szene anders und da es auch kein Fall für den VAR ist, blieb die Türkei in Überzahl. Ganz komische Linie, in einem sowieso sehr strukturlosen Spiel. [TV-Bilder – ab 02:50 Minuten]

Szene 13: Mitte der zweiten Hälfte war es ein langer Einwurf der Tschechen, der für Gefahr sorgte und an den Fünfer verlängert wurde. Dort stieg Chorý im Duell mit Keeper Günok hoch und hinderte diesen daran, den Ball zu fangen. Der Einsatz war aber insgesamt fair, da er den Keeper nicht entscheidend behinderte und so wart die Kugel wenig später frei. Am Fünfer setzte Souček aufmerksam nach und donnerte den Ball aus dem Gewühl unter die Latte. [TV-Bilder – ab 06:30 Minuten]

Szene 14: Infolge einer großen Auseinandersetzung sah Chory nach Abpfiff den glatt roten Karton. Ein Flitzer stürmte den Hamburger Volkspark, in Folge dessen beide Teams aneinander gerieten und es zu einer unübersichtlichen Rudelbildung kam. István Kovacs zeigte die rote Karte in den Pulk, diese traf den Tschechen Choroy. Warum können wir nicht genau sagen. [TV-Bilder – ab 07:58 Minuten]

Georgien – Portugal (SR: Sandro Schärer)

Szene 15: Chekvetadze ging von links in den Sechzehner und legte sich den Ball zu weit vor, kommt aber gerade noch so ran um den Ball an Antonio Silva vorbei zu spielen. Dann traf ihn Silva am Fuß. Die Berührung war nicht allzu hart, aber ausreichend für den VAR Sandro Schärer an den Bildschirm zu schicken. Nach kurzer Betrachtung der Bilder blieb diesem nichts anderes übrig als auf den Punkt zu zeigen. [TV-Bilder – ab 06:23 Minuten]

Dieser Beitrag hat 24 Kommentare

  1. Abdullah

    Wer kommt für die Spiele ab dem Viertelfinale in Frage? Hängt natürlich davon ab welche Nation noch dabei ist. Vincic, Zwayer Makkelie sind für mich in ner guten Position. Orsato wird noch ein Spiel bekommen (Achtelfinale) und wenn er da wieder zurück findet ist er auch dabei. Turpin auf jeden Fall auch. Die Engländer könnten davon profitieren, dass ihr Team früh ausscheidet 😀 vielleicht kann Schärer für ne Überraschung sorgen, fand ihn gut bei Portugals Blamage. Dias aus Portugal ist für mich auch für an Viertelfinale oder Halbfinale zu haben. Sicherer, aber sehr unauffälliger Schiedsrichter. Immer bisschen unterm Radar. Herr Albrecht Zustimmung, Ablehnung oder Teils Teils 😀

  2. Dieter Albrecht

    Nach dem Achtelfinale werden noch einige Namen gestrichen. Bei fast allen ist das Weiterkommen abhängig vom Abschneiden der eigenen Nationalmannschaft. Ein heißer Finalanwärter ist und bleibt der Slowene Slavko Vincic. Bei Daniele Orsato bin ich nicht sicher, ob SR-Chef Roberto Rosetti seine Leistung aus dem letzten Spiel toleriert. Ich kann einfach nicht nachvollziehen, warum sich Orsato beinahe selbst disqualifiziert hat. Das wäre für ihn ein trauriger Abschied von der großen Bühne. Dabei hat er zuletzt alle Spiele in der CL ohne Beanstandungen über die Bühne gebracht.
    Wenn Felix Zwayer ein Achtelfinale pfeift, könnte es bei Deutschlands möglichem Ausscheiden noch zu einem vierten Spiel kommen. Fraglich ist ein dritter Einsatz für Siebert, der im zweiten Spiel ebenfalls überzeugen konnte. Das gilt auch für die beiden Engländer (Oliver und Taylor), wie für beide Franzosen (Turpien und Letexier). Natürlich gehören Hollands Makkelie und der Portugiese Dias dazu. Einer ist bereits unbelastet vom eigenen Land: Szymon Marciniak. Das Finale wird er nicht bekommen, auch deshalb, weil er 2022 das WM-Finale geleitet hat.
    Nach dem Achtelfinale wissen wir alle mehr. Dann sind es nur noch insgesamt sieben Spiele. Fünf Einsätze, wie vor drei Jahren bei Felix Brych, wird es diesmal nicht geben. Das war der Tatsache geschuldet, dass sowohl Brych als auch der Holländer Kuipers als Top-Schiedsrichter für das Finale gesetzt waren. Beide absolute Persönlichkeiten. Schwierig für Rosetti: Er musste entscheiden, gab Kuipers den Vorzug und Brych bekam dafür ein fünftes Spiel. Für mich bleibt Vincic der heiße Kandidat für das Finale. Aber genaue Prognosen sind weitgehend Spekulation. Da kann noch einiges passieren, wie wir es bereits erlebt haben.

  3. Dieter Albrecht

    Für mich nachvollziehbar. Rosetti hat ihn gefördert, altersmäßig mit drei Jahren im Überhang. Das wäre für Felix Brych auch möglich gewesen. Er stand beim SR-Chef ebenfalls sehr hoch im Kurs. Brych hat selbst entschieden, Ende 2021 international aufzuhören. Dafür hat er an sechs Gruppenspieltagen in der CL noch einmal fünf Einsätze bekommen.

  4. Thomas B.

    Vincic ist leider gar nicht mein Fall.
    Auf „t-online“ wird berichtet, das Manzano nach Hause „darf“.
    Kovacs Elemenierung kann ich bislang nicht erlesen.
    Alle Achtelfinals sind angesetzt und auf UEFA.com/euro2024/News nachzulesen. Da ist übrigens Orsato dabei (POR-SLV)

    1. Die Ansetzungen werden offiziell zwei Tage vorher veröffentlicht. Und aktuell steht weder Felix Zwayer (Montag) noch Daniele Orsato (Dienstag) drin.

      1. Thomas B.

        Bitte meine Quelle/Linksverweis beachten. Das ziehe ich mir nicht aus dem Hut.

        1. Thomas B.

          In Ergänzung
          Veröffentlicht im Rahmen des Artikels „Positive start for EURO…“ von Rosetti

          Round of 16 referees

          Switzerland vs Italy – Szymon Marciniak (Poland)
          Germany vs Denmark – Michael Oliver (England)
          England vs Slovakia – Halil Umut Meler (Türkiye)
          Spain vs Georgia – François Letexier (France)
          France vs Belgium – Glenn Nyberg (Sweden)
          Portugal vs Slovenia – Daniele Orsato (Italy)
          Romania vs Netherlands – Felix Zwayer (Germany)
          Austria vs Türkiye – Artur Soares Dias (Portugal)

  5. G. Fuchs

    Für mich ist Szene 1 ein klarer Elfmeter. Bei dem Tempo bzw. der Bewegung reicht der Kontakt aus, um komplett aus dem Tritt zu kommen. Schade, dass dies nicht zu einer Überprüfung am Spielfeldrand durch den SR geführt hat. Bin mir sehr sicher, dass er dann seine Entscheidung revidiert hätte.

    1. Reiner

      Jo, das stimmt schon. Gemessen an der bisherigen EM-Linie sind die nur bei Oberkörperkontakten großzügig, was auch richtig. Das Hauptargument ist aber der klare Tritt an der Wade, welcher eher ein Elfmeter ist.

      Mir persönlich war es aber bisschen zu wenig Intensität. So hat jeder seine eigene Meinung..

  6. Dieter Albrecht

    Schweiz gegen Italien. Wieder eine absolut souveräne Topleistung von Szymon Marciniak, mit lediglich einem Fehler in der 44. Minute, als es statt Abstoß einen Eckstoß gab. Der Pole ist ein Phänomen. Er steigert sich während eines Turniers von Spiel zu Spiel, wie schon bei der WM 2022. Mit Sicherheit ist noch ein drittes Spiel für ihn drin. Bleibt abzuwarten, ob sich wieder irgendwelche Kritiker oder Besserwisser und Nicht-Schiedsrichter finden, die ihm bereits nach dem ersten Spiel die vorzeitige Heimreise prognostiziert hatten. Marciniak gehört auch bei der EM zu den Besten.

  7. Dieter Albrecht

    Was sagen die Kritiker jetzt: Gut für Deutschland, dass es den VAR gibt. Der englische Schiedsrichter Michael Oliver hätte das 1:0 für Dänemark anerkannt. Eingriff des VAR. Es lag eine Abseitsstellung mit der Länge eines Fußnagels von etwa einem Zentimeter vor. Nur zwei Minuten später griff der VAR abermals ein. Nach Ansicht der Bilder auf dem Monitor Handelfmeter für Deutschland, den Oliver nicht gegeben hätte. Die folgenden Eingriffe des VAR hatten keine Auswirkung auf das Weiterkommen ins Viertelfinale. Oliver hat fast alles richtig gemacht. Aber der VAR wurde zum entscheidenden Mann des Spiels. Deutschland im Glück. Bitter für Dänemark.
    Ohne den VAR hätten wir das Spiel möglicherweise nicht gewonnen. Da stellt sich die Frage: Was wäre wohl passiert, wenn das Ganze andersherum gelaufen wäre? Antwort: Ein Sturm der Entrüstung und wieder mal die Forderung der sofortigen Abschaffung des VAR.

    1. G. Fuchs

      Guten Morgen Herr Albrecht, dann muss ich mich ja als Kritiker des VAR in seiner jetzigen Form auch melden. Wie sie wissen, bin ich bzgl. seines Einsatzes bzw. des Einsatzes von technischen Hilfen bei digitalen Entscheidungen, wie bspw. Abseits, ein Befürworter von solchen Hilfen. Ansonsten bleibe ich bei meiner kritischen Haltung. Unabhängig von der Bewertung einer korrekten Regelauslegung bei dem konkreten Handspiel durch SR/VAR tut mir als ehemaliger Verteidiger und Fußballfan ein solcher Elfmeter in der Fußballseele weh, da das nie und nimmer Absicht war – die ja früher mal der entscheidende Maßstab war (wenn ich mich recht erinnere). Das hat im Übrigen auch meine Freude über das Tor maximal geschmälert. Aber möglicherweise ist es so, wie Thomas B. mit der zwei Klassengesellschaft mit Blick auf die Akzeptanz schreibt. Und abschaffen wird man ihn sicher auch nicht mehr, da es – auch hier unabhängig von seiner Bewertung als gut oder schlecht – sicher genügend Profiteure dieses Systems gibt. Von daher muss man es wohl akzeptieren, aber auch ich muss nicht alles gut finden.

  8. Thomas B.

    Hallo Herr Albrecht, ich stimme Ihnen vollends zu, aber ich bin weit über 60 und oute mich als ein Kritiker, der ich auch bleibe. Der VAR gehört in dieser sich stetig steigernden Form nicht zum Fußball, wie ich ihn kenne und führt zur Zwei-Klassen-Gesellschaft in dieser Sportart. Die Generationen nach mir gewöhnen sich daran und die ersten kennen das schon nicht mehr anders. Das ist der Lauf der Zeit. Ich finde es bekloppt. Die Spieler dürfen Fehler machen aber die SR nicht? Es ist wie es ist. Aber ich muss nicht alles toll finden.

    1. Dieter Albrecht

      Moin Thomas B., dann sind wir ja gemeinsam in einer Oldie-Gruppe. Wir kennen den Fußball als ehemalige Schiedsrichter noch aus der Zeit, wie er ohne Hilfe von außen war. Vieles spricht auch jetzt dafür. Dennoch bin ich aus Gründen der Gerechtigkeit positiv zum VAR eingestellt. Deutschland hat diesmal Glück mit den beiden wichtigen Spielentscheidungen kurz nach der Halbzeit gehabt. Anders herum hätte es mal wieder einen Sturm der Kritik gegen das gesamte Kontrollsystem gegeben.
      Ihre kritische Einstellung mit den Schlussfolgerungen akzeptiere ich vollends. Aber alles hat seine Zeit und die können auch wir beide nicht aufhalten.

  9. Dieter Albrecht

    Hallo Herr Fuchs, ich stimme Ihnen zu. Mir hat Dänemark ebenfalls sehr Leid getan. Erst die Abseitsstellung von etwa einem Zentimeter, dann dieser Elfmeter, der auch nach meiner Meinung höchst umstritten war. Ich habe das bereits ausführlich dargestellt.
    Fakt ist: Handspiel wird ein ewig dauerhaftes Ärgernis bleiben. Nicht zu vergessen, dieser Elfmeter hat Dänemarks Niederlage eingeleitet. Beide Entscheidungen wären aus Sicht des Schiedsrichters – ohne VAR – anders ausgefallen.

  10. Dieter Albrecht

    Nun bekommt Felix Zwayer bereits sein drittes EM-Spiel, sehr zum Ärger von Manuel Gräfe, dessen Leiden kein Ende nehmen, weil er keinen Einfluss auf UEFA-SR-Chef Roberto Rosetti ausüben kann. Sollte Deutschland gegen Spanien ausscheiden, liegt für Zwayer sogar noch mehr für drin. Kleiner Trost: Zumindest als Fachexperte ist Gräfe beim ZDF weiter sehr gefragt. Keiner hätte die Situation bei der langen Spielunterbrechung in Dortmund wohl besser darstellen können!!!
    Nach dem Achtelfinale wird sich herausstellen, wer die besten Chancen für das Finale hat. Einer der heißen Kandidaten bleibt Slavko Vincic aus Slowenien.

  11. Abdullah

    Marcziniak ist für mich der absolute Finalschiedsrichter. Auch wenn er das WM Finale und das CL Finale hatte, dann hat er halt alles gehabt.

  12. Ansgar

    Wie sieht es mit den Ansetzungen für die Viertelfinals aus? In meinen Augen sind die Favoriten Turpin, Makkelie, Vincic und Taylor. Unter Umständen könnte auch Sandro Schärer noch eine weitere Chance bekommen sich auszuzeichnen. Darüber hinaus darf vielleicht auch Daniel Siebert sich Chancen auf einen Einsatz ausrechnen.
    Für das Finale sehe ich Orsato trotz dessen schwacher Performance bei Deutschland vs Schweiz als den großen Favoriten. Ansonsten könnte auch Taylor auf das Finale hoffen, falls England spätestens im Viertelfinale ausscheiden sollte.

  13. Dieter Albrecht

    Ich hatte Orsato vor der EM favorisiert. Ob Landsmann Rosetti als SR-Chef das machen wird, bezweifele ich, wenn er dessen Leistung aus dem Spiel Deutschland gegen die Schweiz heranzieht. Marciniak hat vor zwei Jahren zwei große Spiele gehabt. Zuerst CL-Finale dann WM-Finale. Es sind noch viele andere Kandidaten dabei, auch ein Felix Zwayer.
    Vincic hat kein Achtelfinalspiel bekommen. Klingt insofern verdächtig, dass er zurückgehalten wird. Ähnlich lief es bei der EM 2021 mit Kuipers, der dann das Finale bekam. Mal abwarten was im Viertelfinale passiert. Dann gibt es einen besseren Überblick. Schiedsrichter der Zukunft, die vor einer großen Laufbahn stehen, sind u.a. Meler und Letexier.

  14. Thomas B.

    Meler und Letexier haben mir gestern sehr gut gefallen. Auch mit einem VAR-Einsatz wie ich ihn unterstütze und wie er sicherlich auch mal in der Einführung gemeint war: die Aberkennung des vermeintlichen Ausgleiches der Engländer. Eigentlich ein für den Assistenten gut zu erkennende Abseitsstellung. Hier wurde eine offensichtliche Fehlentscheidung korrigiert, ohne Schuhgröße und „Ball-EKG“. Soweit kann ich den Einsatz von VAR auch Folge leisten.

  15. Dieter Albrecht

    Glückwunsch Stefan Michels, es muss auch Außenseiter in der Gesellschaft geben. Außer Fundamentalkritik an der UEFA mit teils üblen Beleidigungen für diejenigen, die nicht Ihrer Meinung sind, haben Sie in der Sache nichts konstruktives beizutragen. Machen Sie einfach weiter so: Sie werden ohnehin schon nicht mehr ernst genommen. Merken Sie eigentlich nichts?
    Nur noch dies: Alle vorgeschlagenen Ausschussmitglieder in der UEFA sind von den Delegierten der Mitgliedsländer in demokratischer Abstimmung gewählt worden. Daraus entsteht ein mehrheitliches Ergebnis, oder bezweifeln Sie das? Auch wenn es mehrheitlich von Ihnen verhasste Italiener sind, die Sie pauschal in den Kreis der Mafiosi einbeziehen.

  16. CA

    Hallo zusammen,

    nach Abschluss der Viertelfinalspiele stehen folgende Schiedsrichter als Kandidaten für weitere Einsätze meine meinung nach zur Verfügung: Szymon Marciniak, Halil Umut Meler, Slavko Vinčić, Artur Dias, Felix Zwayer, Daniel Siebert und Sandro Schärer. Es ist bedauerlich, dass das Toptalent François Letexier nicht mehr berücksichtigt werden kann.

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