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Daniel Schlager als „spezialisierter Tafelhalter“

Daniel Schlager steht seit 2022 auf der FIFA-Liste. Über wenige Einsätze in der Conference League ist der Bundesligaschiedsrichter so gut wie nicht hinausgekommen.

Dafür wird der 36-jährige international als „spezialisierter Tafelhalter“ für die deutschen Schiedsrichter genutzt. Eine Absurdität, im Hinblick auf die eigene Weiterentwicklung unbefriedigend.

Zehn deutsche Schiedsrichter sind bei der FIFA / UEFA gelistet. Davon wird die Hälfte kaum wahrgenommen. Die Zahl sollte wieder auf ehemals sieben reduziert werden.

Die europäische Elite ist auf maximal 20 bis 25 Schiedsrichter begrenzt. Das wird aus den Spielansetzungen der Champions League sichtbar. Aus der Bundesliga gehören Felix Zwayer, Daniel Siebert und seit der laufenden Saison Sven Jablonski dazu. Für den leistungsmäßig bereits abgestuften Tobias Stieler steht der internationale Abschied zum Jahresende bevor.

Harm Osmers hatte vor einem Jahr den ersten CL-Einsatz, wurde danach nicht wieder nominiert. Sascha Stegemann hat es in sieben Jahren gar nicht geschafft.

Dieter Albrecht

42 Jahre freier Mitarbeiter beim Stader Tageblatt und Sport-Informations-Dienst, Köln, als Journalist. 20 Jahre aktiv als Schiedsrichter bis zur 5. Liga.

Dieser Beitrag hat 18 Kommentare

  1. Thomas Bierl

    Es muss auch die Leute geben, die Conference League pfeifen. Auch dahin kommt nicht jeder. Im übrigen ist es mittlerweile auch völlig egal, weil es nicht mehr um die Ehre geht, bestimmte Abzeichen tragen zu dürfen, sondern auch bei den SR längst um Geld. Und wenn man es sich als Tafelhalter verdient, soll’s auch recht sein.
    Aber im Grunde treffen Sie den Nagel auf den Kopf.

  2. Marc Seemann

    Ich finde eine solche unsachliche „Kritik“ unter Schiedsrichtern und das in einer Zeit, in der die deutschen Top-Schiedsrichter ohnehin jedes Wochenende medial gegrillt werden, insbesondere dann ziemlich anmaßend und daneben, wenn man selbst offenbar nur Spiele geleitet hat zu denen man wahrscheinlich auch mit dem Fahrrad anreisen konnte …

    1. Thomas B.

      Ich kann im Beitrag nichts unsachliches finden. Es sind belegte Fakten. Und in der Überschrift ist die „Unsachlichkeit“ in Anführungszeichen. Korrekter geht es nicht. Und für mich persönlich gilt: es ging weit über die Bundeslandesgrenze hinaus. Meist per Auto. Auch mal mit dem Zug. Alles was bis 300 km ging auch mal mit dem Rad. (Letzteres als Scherz, für alle – die es nicht verstehen)

    2. Schmitz Berthold

      Sehr gut

  3. Abdullah

    Schlager hätte nie FIFA Schiedsrichter werden dürfen wie Stegemann auch. Dann muss man halt irgendwann sagen: Liebe UEFA und FIFA wir haben kein Leistungsprinzip mehr und reden uns alles schön, aber das reicht nicht um international zu bestehen.“ Deshalb haben wir nur Vier FIFA SR verdient… Sollten wir es irgendwann mal schaffen, Schiedsrichter nach Leistung zu beurteilen, melden wir uns… Dauert noch. Wir freuen uns das andere Länder noch größere Probleme haben. Ein Vorbild an guten Verbänden nehmen wir uns nicht.“ Solange Moldawien und Georgien noch hinter uns sind passt alles.“

    1. Dieter Albrecht

      Das ist purer Sarkasmus. Bei uns ist alles nur schlecht. Wenn das häufig genug betont wird, setzt es sich irgendwann in den Köpfen fest. Das hat Daniel Schlager nicht verdient. Ob er als 4. Offizieller Erfahrungen sammeln kann bezweifele ich indes. Man kann alles schlecht reden. Das bringt uns nicht weiter.

      1. Abdullah

        Das ist purer Sarkasmus, weil ich das dauernde gesund beten nicht mehr ertrage. Es ist schlicht inakzeptabel wenn Woche für Woche über Schiedsrichter, VAR und Regelauslegung gesprochen wird. Weiterhin ist inakzeptabel das der DFB nahezu jede Entscheidung versucht in eine Grauzone zu schieben und vom Ermessensspielraum redet. Auch ist nicht akzeptabel, dass grobe Foulspiele mal rot sind, mal gelb, mal nicht gesehen werden. Und dann, als wäre das alles nicht schon schlimm genug, spielen sich die VAR beim Abseits wegen 0,1 Millimeter (Tor von Union gegen München als Beispiel) auf als wären sie die größten. Da der Fisch beim VAR vielleicht auch vom Kopf her stinkt sollte auch mal über Dr. Drees (auch als Aktiver so ne Koryphäe gewesen) nachgedacht werden…

        1. Dieter Albrecht

          Bei dem Kommentar ist ja vieles richtige dabei. Aber gleich das gesamte deutsche Schiedsrichterwesen in Grund und Boden zu verdammen, ist eine totale Bankrotterklärung. Jetzt steht auch Dr. Drees im Fokus. Alle sind in Frage gestellt. Da gibt es nur einen plausiblen Weg: Fußball ohne Schiedsrichter und damit auch ohne VAR durchführen. Sollen sich die Mannschaften untereinander einigen oder auch nicht.
          Die Millimeterentscheidungen – bei Abseits oder nicht – habe ich bereits häufiger angesprochen. Wir wollen im DFB alles bis zur absoluten Perfektion betreiben.
          Ein konkreter Vorschlag, wie alles irgendwie besser werden kann, wäre die ideale Lösung. Pauschalkritik beinhaltet Verbesserungsvorschläge.

          1. Abdullah

            Ich finde es muss mal alles hinterfragt werden, wenn dann herauskommt das alles gut ist, dann ist auch ok. Ich habe den Eindruck es wird gar nichts hinterfragt, sondern immer weiter gemacht.

        2. Marc Seemann

          Dr. Jochen Drees hat in Liga eins und zwei zusammen knapp 200 Spiele geleitet. Und Sie ?

          1. Abdullah

            Der dümmste Kommentar den man schreiben kann. Das bedeutet niemand darf irgendjemand kritisieren. „Friedrich Merz ist seit einem Jahr Bundeskanzler und sie?“ Heißt man muss alles kritiklos hinnehmen? Aber ich kann ihnen gerne sagen, was ich so im SR Wesen gemacht habe. 10 Jahre Assistent in den Amateur Liegen bis zur vierten Liga und seit 2012 in der Bezirksliga an der Pfeife. Ich kann mich nach meinen Spielen nicht hinter ner „DFB GmbH“ verstecken und darauf bauen, dass jede Fehlentscheidung gerechtfertigt wird. Wenn die SR an der Basis so arbeiten würden wie der VAR teilweise, wäre auf den Sportplätzen einiges los… Und was haben Sie so vorzuweisen?

        3. Marc Seemann

          Das ist nicht dumm, das ist die Wahrheit! Von daher geht es mir darum, wie despektierlich öffentlich hier über Kollegen gesprochen wird, die auf einem Level unterwegs sind bzw. waren, bei dem sich viele überhaupt nicht ausmalen können, was das überhaupt bedeutet. Wenn wir im eigenen Laden nicht vernünftig miteinander umgehen und stattdessen Top-Leute öffentlich diskreditieren, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn den Medien und den Vereinen künftig alles egal wird. Sie diskutieren hier schließlich keine Schiedsrichter-Entscheidungen, Sie fertigen Menschen ab. Ich empfehle Ihnen und all denjenigen, die hier unter Kollegen und über Spitzenschiedsrichter im heutigen Profifussball von „Schilderhaltern, Koryphäen oder stinkenden Fischköpfen“ reden sich die Worte zu Herzen nehmen, die Deniz Aytekin zuletzt sehr eindrucksvoll geäußert hat und für die er viel Lob bekommen hat. Und um Ihre Frage zu beantworten … 26 Bundesliga- und 60 Zweitliga-Spiele … vielleicht nicht das, was Sie unter einer Koryphäe verstehen, aber ganz sicherlich ausreichend um sagen zu können, dass ich durchaus weiß, wovon ich rede und nicht ganz so dumm bin, wie Sie mich halten …

          1. Abdullah

            Stimmt ich weiß nicht wie es ist Bundesliga zu pfeifen. Allerdings weiß ich auch nicht wie es ist mit all den Annehmlichkeiten die es mir sich bringt. Jede Entscheidung ist immerhin vertretbar. Zig Ordner und Offizielle schützen einen. Den Medienrummel muss man ertragen, wenn einem das zu viel ist und man es dauerhaft nicht schafft gut zu pfeifen, sollte man entweder aufhören oder absteigen… In einem Derby auf irgendeinem Amateursportplatz in der 90. Minute einen Strafstoß zu pfeifen erfordert mehr Mut als in der Bundesliga. Auf dem Amateursportplatz kann die Entscheidung noch so richtig sein… 50 Prozent der Zuschauer werden die Entscheidung anzweifeln und das auch lautstark zum Ausdruck bringen nach Abpfiff. Im Profibereich ist viel Druck drauf – keine Frage aber niemand wird gezwungen ein Bundesligaspiel zu pfeifen, genau so wenig wie niemand gezwungen wird ein Amateurspiel zu pfeifen. Und dennoch kann auch ein Schiedsrichter der nicht Bundesliga pfeift Dinge kritisch sehen und auch zurecht und es ist auch keine Beleidigung Schlager als das zu bezeichnen was er ist. Stegemann hat zusammen mit Kampka die Meisterschaft damals in Bochum gegen Dortmund entschieden. Das bei so einer gravierenden Fehlentscheidung die jeder schon im live gesehen hat, sich die Begeisterung in Grenzen hält ist doch klar. Und dann immer das Gelaber danach, ja ich dachte er stellt den Fuß rein und sucht den Kontakt usw. Das nimmt außerhalb der Schiriblase keiner Ernst… Es gehört gehörig aufgeräumt im Laden und dazu bedarf es eines kompletten Neuanfangs. Dazu hat aber niemand den Mut, weil sich alle von früher kennen und jeder dem anderen einen Job verschafft. Winter bekommt es nicht auf die Reihe 2. Liga zu pfeifen, also VAR. Wie soll er es da denn können? Da müssen doch Kollegen sitzen die wissen was sie tun…Wahnsinn! Ich kann im Berufsleben auch nicht sagen haja das klappt jetzt seid Jahren nicht aber ich bemühe mich auch nicht es besser zu machen. Bitte bezahlt mich trotzdem weiterhin gut.

  4. Alfred Braun

    Also ich finde es traurig Daniel Schlager als spezialisierten Tafelhalter zu bezeichnen. Nur 10 Bundesligaschiedsrichter sind auf der FIFA-Liste – ein Privileg. Auch wenn man keine namhafte Paarungen zu leiten bekommt, sondern 4. Offizieller ist kann man von dieser Position aus viel Erfahrung sammeln und sie bei eigenen Spielleitungen umsetzen. Außerdem wird Daniel Schlager bei der FIFA/UEFA in der Kategorie „First Class “ geführt.

    1. Abdullah

      Ich finde es traurig, dass Daniel Schlager FIFA Schiedsrichter ist…

      1. Dieter Albrecht

        Das ist wieder mal eine Verunglimpfung eines Schiedsrichters, der zuletzt deutlich aufsteigende Tendenz gezeigt hat. Nennen Sie doch endlich Namen die alles besser machen. Da hat der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Marc Seemann Recht. Es ist bezeichnend, dass dem Kommentarschreiber dessen Name unbekannt ist. Hinzu kommt der fehlende Respekt.
        Mein Artikel mit dem „spezialisierten Tafelhalter“ war eine Satire, die vielerorts nicht verstanden wurde. Ich lasse die Aussage nicht gelten, dass es dafür qualifizierte Schiedsrichter geben muss. Für Daniel Schlager sind die häufigen Nominierungen eine Herabsetzung seiner Person. So funktioniert nach fünf Jahren keine internationale Karriere.

        1. Abdullah

          Dieter es gibt tatsächlich Menschen die sich nicht den ganzen Tag mit der Schiedsrichterei beschäftigen können. Ich kenne nicht jeden SR der mal 25 Bundesliga spielen gepfiffen hat… Woher auch? Ich glaube wir brauchen jemand externen (keinen Schiedsrichter) der Chef der Schiris wird und ein Leistungsprinzip einführt. Nehmen wir nen Exspieler. Philip Lahm zum Beispiel… Sie werden jetzt sicher gleich erklären, dass dies nicht geht, also lassen wir es dabei, dass sich nichts ändert und alles toll ist.

          1. Dieter Albrecht

            Wir wissen doch beide, ob als ehemaliger oder aktiver Schiedsrichter, wo das Problem ist. Sie liegen ja auch nicht in allem falsch. Ich habe auch nie gesagt, dass alles so toll ist. Auch wieder eine unqualifizierte Äußerung. Was haben andere Länder nicht alles mit externen Lösungen versucht. Jüngstes Beispiel ist Österreich mit dem Ungarn Viktor Kassai. Funktioniert hat es auch nicht.
            Ich bezweifele sehr stark, dass sich ein Philipp Lahm für eine derartige Aufgabe zur Verfügung stellen würde. In Deutschland stehen seit vielen Jahrzehnten ausschließlich ehemals internationale Schiedsrichter an der Spitze. Alle wurden am Ende nur kritisiert.
            Das mit dem Leistungsprinzip ist aus meiner eigenen Erfahrung völlig richtig. Aber wer kann das abschließend beurteilen? So lange Menschen Entscheidungen treffen, wird es immer unterschiedliche Auffassungen geben.

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