Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen | 10- Spieltag – 3. Liga

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen | 10- Spieltag – 3. Liga

17. November 2020 0 Von IG Schiedsrichter

Mit der Roten Karte für Sebastian Mielitz +++ dem nicht gegebenen Elfmeter in Mannheim, Uerdingen, Dresden und Verl +++ dem 1:0 für Türkgücü +++ dem Strafstoß in München, Wiesbaden sowie der nicht gegebenen Gelb/Roten Karte für Lübecks Thiel. Am 10. Spieltag der 3. Liga schauten wir uns neun Situationen nochmals an.

FC Viktoria Köln 0:2 1.FC Saarbrücken (SR: Sören Storks)

Tobias Jänicke wollte den Ball in das leere Tor der Viktoria schieben, doch scheiterte an Torwart Sebastian Mielitz, der den Ball allerdings außerhalb des Strafraumes mit der Hand parierte. Schiedsrichter Storks schickte den Kölner Torwart zu Recht mit der Roten Karte vom Feld. Dies mag im ersten Moment hart anmuten, doch Mielitz verhinderte durch sein Handspiel den sicheren Weg des Balles ins Tor.

SV Waldhof Mannheim 4:1 FC Ingolstadt 04 (SR: Patrick Hanslbauer)

Jesper Verlaat bekam den Ball im eigenen Strafraum an die Hand – Schiedsrichter Hanslbauer gab den Strafstoß nicht. Doch er hätte ihn geben müssen! Verlaat bewegte seinen weit abgespreizten Arm deutlich in Richtung des Balles und wehrte so die Ingolstädter Hereingabe ab. Der Referee nahm die Szene offenbar falsch war und zeigte an, dass der Ball aus kurzer Distanz gegen den durchschwingenden Arm sprang. So war es allerdings nicht, sodass hier eine Fehlentscheidung vorlag.

KFC Uerdingen 3:1 SpVgg Unterhaching (SR: Patrick Glaser)

Dominik Stroh-Engel ging im Uerdinger Strafraum nach einem Ziehen von Patrick Göbel zu Boden. Schiedsrichter Glaser gab keinen Strafstoß! Eine schwer zu durchschauende Situation: Anhand der Bilder brachte sich Göbel auch schon ohne einen leichten Armeinsatz in die bessere Position und setzte eigentlich mehr Körper als Arm ein. Natürlich ist die Hand auch am Trikot, doch Stroh-Engel ging wohl eher auf Grund des nicht mehr erreichbaren Balles zu Boden. Weiterlaufen zu lassen, war wohl die richtige Entscheidung.

Türkgücü München 2:1 MSV Duisburg (SR: Benjamin Brand)

Kilian Fischer setzte gegen Arne Sicker seinen Körper ein und brachte den Duisburger zu Fall. Im Anschluss erzielte München das 1:0. Ein korrekt erzielter Treffer, das Fischer seinen Körper völlig regelkonform einsetzte.

Julian Hettwer zog in den Strafraum und fiel über das Bein von Alexander Sorge. Klarer Strafstoß und eine sehr schnelle Entscheidung von Schiedsrichter Benjamin Brand.

SV Wehen Wiesbaden 3:1 FSV Zwickau (SR: Robin Braun)

Nach einem weiten Ball in den Strafraum ging Paterson Chato nach einem Tritt auf den Fuß zu Boden. Schiedsrichter Braun gab zu Recht den Strafstoß. Für den Referee sehr schwer zu sehen, welcher wohl Hilfe vom Assistenten erhielt, der freie Sicht auf die Situation hatte.

SG Dynamo Dresden 2:1 TSV 1860 München (SR: Florian Lechner)

Christoph Daferner ging im gegnerischen Strafraum sehr tief zum Kopfball und wurde von Stephan Salger getroffen. Schiedsrichter Lechner gab keinen Strafstoß – und das zu Recht. Hier gab es natürlich den Kontakt, doch Daferner begab sich selbst in eine gefährliche Position. Das Bein von Salger schwang auch nicht fahrlässig in eine gefährliche Höhe, oder traf Daferner überhart. Das Spiel weiterlaufen zu lassen war also die richtige Entscheidung.

SC Verl 1:2 VfB Lübeck (SR: Arne Aarnink)

In der 35. Minute foulte Thiel Rabihic im linken Halbfeld und der Schiri ließ Gnade vor Recht ergehen. Dafür hätte der bereits Verwarnte durchaus die Ampelkarte sehen können. Lübecks Coach Landerl wechselte Thiel noch vor der Pause aus (TV-Bilder ab 49:01 Minute).

Kurz vor der Pause wurde es im Strafraum der Gastgeber unübersichtlich. Tommy Grupe gab einen Schuss auf das Tor des SC Verl ab, der Julian Stöckner aus kurzer Distanz am relativ angelegten Arm traf. Stöckners Blockbewegung war wohl eine klassische Schutzhandsituation, die so keine Rechtfertigung im Regelwerk findet. Er hatte außerdem freien Blick auf den Schuss und sein Arm befand sich auch nicht in typischer Drehposition beim Blocken eines Schusses. Die Position war allerdings auch unterhalb der Schulter und verbreiterte seine Körperfläche nicht wesentlich, was gegen einen Strafstoß spricht. Den Ausschlag dafür, dass wir hier trotzdem von einer Fehlentscheidung sprechen, ist aber das bewusste Positionieren des Armes vor den Körper bei freier Sicht auf den Ball. Der der Lübecker den Torschuss abblockte, hätte es zum Elfmeter noch Gelb geben müssen. (TV-Bilder ab 59:00 Minute).

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