Streit ums Handspiel

Streit ums Handspiel

2. Juni 2019 0 Von IG Schiedsrichter

Das zweitschnellste Champions League-Tor im Finale Tottenham gegen Liverpool, was die Reds mit 2:0 gewannen, hat wirft weiter Fragen auf. Das Endspiel in Madrid begann direkt mit einem Paukenschlag: Mané schoss links im Strafraum Sissoko clever an den ausgestreckten Arm – und Referee Damir Skomina zeigte auf den Punkt. Salah ließ sich die Chance aus elf Metern nicht nehmen und erzielte dabei das zweitschnellste Tor der Finalgeschichte in der Königsklasse (2.).

Selbst wenn der Arm zuerst die Brust berührte, befand sich der Arm in einer unnatürlichen seitlich vom Körper weggestreckten Position im über 90 Grad-Winkel über der Schulter und blockte damit den Schuss. Der Handelfmeter ist daher nach alten Regeln völlig berechtigt. Die Hand hat da oben nichts verloren und deswegen ist es regeltechnisch ein strafbares Handspiel und somit ein korrekter Elfmeter. Der Schiedsrichter durfte das neue Regelwerk noch nicht anwenden, denn warum sollte man die ganze Saison einheitliche Regeln pfeifen und im letzten Spiel der Saison plötzlich alles ändern. Das wäre ein stückweit auch Wettbewerbsverzerrung.

Der Weltverband FIFA wendet die neuen Regeln bereits bei der laufenden U20-Weltmeisterschaft und der Frauen-WM an. Die UEFA wird diese erst ab dem 1. Juli adoptieren, um die Klubs zu informieren.

Die Frage die sich stellt, ist es nach der neuen Handspielregel immer noch ein strafbares Handspiel?

Dazu haben wir uns die neueste Regelausauslegung zum Handspiel nochmal genauer betrachtet. Dort heißt es: „Im Angriff gilt: Jedes Tor, das das mit der Hand oder dem Arm erzielt wird, ist irregulär – ob Absicht vorliegt oder nicht, ist egal. Auch wenn ein Spieler seine Körperfläche unnatürlich vergrößert, ist ein Handspiel strafbar – das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Arme über die Schultern angehoben sind. Kein Handspiel ist es hingegen, wenn der Ball vom eigenen Körper oder vom Körper eines anderen Spielers an die Hand oder den Arm springt oder der Spieler sich im Fallen abstützt.“

Wenn man die Bilder genau anschaut, ist es erst die Brust somit „vom eigenen Körper„. Aber danach ist es ein klares Handspiel und wenn die Regel dann neu ausgelegt wird, ist das kein Handspiel.

Versteht man das? Macht es das transparenter besser einfacher? Vermutlich werden wir in der neuen Saison wieder genauso kontrovers über das Handspiel diskutieren.

Aber von dem her hätte der Handelfmeter nach der neuen Regelauslegung nicht zählen dürfen und auch der Video-Assistent hätte eingreifen müssen.

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