Du betrachtest gerade Auswertung strittiger Szenen – Bundesliga

Auswertung strittiger Szenen – Bundesliga

Die Freitag und Samstagspartien in der Bundesliga gingen zu Ende und vorallem Schiedsrichter Sören Storks hatte ein turbulentes Derby zu leiten. Unter anderem in zwei Szenen war er gefordert, als es einmal einen Elfmeter für die Kölner und in einer anderen Szene die Gelb/Rote für den Kölner Martel gab. Ansonsten war Schiedsrichter Dr. Robin Braun nach der enormen Kritik auf Schalke letzte Woche wieder im Einsatz, der in Heidenheim die Partie leitete. Alle wichtigen Szenen der Konferenz:

RB Leipzig – TSG Hoffenheim 5:0 (SR: Sven Jablonski)

Szene 1: Vladimir Coufal klärte den Ball unter starkem Gegnerdruck von Xaver Schlager – der Österreicher behinderte ihn klar beim Versuch, den Ball wegzuschlagen. Schlager griff aktiv ein (er spielte den Ball nicht selbst weiter, aber seine Position und sein Druck störten den Gegner massiv bei der Abwehraktion. Schiedsrichter Sven Jablonski wurde vom VAR in die Review Area geschickt, um die Szene am Monitor selbst zu prüfen. Nach Sichtung bestätigte Jablonski die korrekte Aberkennung des Tores – es gab eine foulähnliche Behinderung durch den abseitsstehenden Schlager, die die Torentstehung beeinflusste. Das Tor wurde daher zu Recht aberkannt. Es war eine aktive Störung des Leipziger Schlagers, der den Verteidiger behinderte.

1.FC Köln – Borussia Mönchengladbach 3:3 (SR: Sören Storks)

Szene 2: Nach einem Eckball reklamierten die Kölner Handspiel. Tabakovic bekam die Kugel an den Schulterbereich. Nach sehr kurzer Prüfung blieb es dabei – ein Elfmeter. Das war maximal der Oberarm eher die Schulter. Absolut korrekt entschieden. Schulter = kein strafbares Handspiel. Die Regel definiert Hand/Arm ab dem oberen Deltamuskel-Ansatz abwärts). Selbst wenn es knapp der Oberarm wäre: Bei Eckball-Szenen aus nächster Nähe, wenn der Arm nicht aktiv abgespreizt ist und der Ball nicht lange sichtbar war, pfeift man in 90 % der Fälle nicht (keine unnatürliche Vergrößerung oder bewusste Bewegung in die Flugbahn).

Szene 3: Nur 105 Sekunden nach seinem Treffer flog Eric Martel mit Gelb/Rot vom Platz, weil sein Ellenbogen im Gesicht von Scally landete. Und die Entscheidung des Schiris war hier absolut korrekt. Ellenbogen-Einsätze ins Gesicht werden fast immer als mit übermäßiger Kraft oder gefährdend gewertet, besonders wenn der Arm nicht zum Ballspiel dient, sondern den Gegner trifft. Keine normale Körperbewegung im Luftkampf – wenn der Ellenbogen absichtlich oder fahrlässig hoch geht und trifft, ist es strafbar.

VfL Wolfsburg – SV Werder Bremen 0:1 (SR: Benjamin Brand)

Szene 4: Eine leerbuchmäßige Verwarnung in der Nachspielzeit des Spiels und die Entscheidung des Schiedsrichters war absolut korrekt. Yunus Musah bekam den Ball in der eigenen Hälfte angespielt, ging auf den Ball, drehte sich clever um Wolfsburgs Innenverteidiger Moritz Jenz herum und war plötzlich frei durch – Tempo aufgenommen, Raum vor sich, Richtung Tor, nur noch wenige Verteidiger dazwischen → das ist eine klare aussichtsreiche Torchance (promising attack, nah an DOGSO). Jenz (bereits mit gelber Karte vorbelastet) griff zum Klammergriff, um Musah zu stoppen – kein Versuch mehr, den Ball zu spielen, reines taktische Notbremse-Foul. Brand pfiff sofort → Gelb (für das Foul) + Rot (weil vorbelastet) = Gelb-Rote Karte und Platzverweis für Jenz. Hier sind die DOGSO-Kriterien erfüllt. Richtung Tor, Distanz gering, realistische Torchance, weniger als 2 Verteidiger zwischen Ball und Tor, kein Ballspielversuch (nur Mann halten). Rot wegen Notbremse ist es nicht, weil noch Verteidiger davor standen um einzugreifen.

1.FC Heidenheim – Bayer 04 Leverkusen 3:3 (SR: Dr. Robin Braun)

Szene 5: Elfmeter für die Heidenheim. Pieringer behauptete sich nach Ramajs langem Ball gegen Andrich und zog in den Sechzehner, ehe er von hinten zu Fall gebracht wurde. Viele fragten sich warm keine gelbe Karte. Das ist eine gute Aktion die verhindert wird. Da es ein Fußeinsatz ist, gibt es die Reduzierung von gelb auf nichts. Das ist eine klare Vorgabe. Es wird nur noch bei einem Foul verwarnt wenn es rücksichtslos ist. Wenn es wie hier ein unterbrechen eines vielversprechenden Angriffs ist, wird bei Strafstoß im Strafraum reduziert. Ist es eine Notbremse mit bei Fußvergehen und Ballorientierung von Rot auf Gelb und ist es ein verheißungsvoller Angriff wird bei Fußvergehen von gelb auf nichts reduziert.

Borussia Dortmund – HSV 3:2 (SR: Dr. Matthias Jöllenbeck)

Szene 6: Nicolai Remberg nahm einen Vušković-Kopfball zentral in der eigenen Hälfte nicht sauber an. Im Strafraum versuchte Warmed Omari zu klären, trifft Maximilian Beier beim Klärungsversuch am linken Bein. Beier ging leicht zu Boden. Kein dramatischer Fall, aber Kontakt ist da. Schiri Jöllenbeck pfeift Elfmeter. Der Pfiff ging in Ordnung. Kontakt im Strafraum → wenn ein Verteidiger den Angreifer trifft (auch nur leicht am Bein/Knöchel), gilt das als strafbares Foul (Tripping / Kicking), solange es kein normales Tackling ist. Omari kam beim Klärungsversuch zu spät → Ball ist schon weg oder nicht mehr im Fokus, stattdessen traf er den Mann → das ist kein reiner Ballspielversuch mehr, sondern ein Foul.

Szene 7: Maximilian Beier kam nach einem Zweikampf links im Strafraum zu Fall. Schiedsrichter Dr. Matthias Jöllenbeck entschied live auf Weiterspielen. Der VAR schaltete sich ein. Nach kurzer Sichtung der Bildung gab Jöllenbeck den klaren Elfmeter, weil Mikelbrencis einen Schritt zu spät kam und nur Beier traf.

Szene 8: Der dritte Elfmeter für den BVB sah Jöllenbeck dann selbst. Regeltechnisch eine klare, unstrittige Sache. Jude Bellingham zog aus der zweiten Reihe oder aus dem Strafraum ab. Muheim blockt den Schuss mit dem weit ausgestreckten Arm → Arm ist deutlich abgespreizt/hoch, vergrößert die Körperfläche unnatürlich und der Ball traf den Arm. Das ist ein 100% Elfmeter. Unnatürliche Vergrößerung des Körpers: Arm weit ausgestreckt. Im eigenen Strafraum → führt folgrichtig zum Elfmeter

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.