Der 27. Spieltag ging in der 2. Liga zu Ende und die Leistungen der Schiedsrichter waren teilweise gut aber auch teilweise eher unterdurchschnittlich. So unter anderem hatte Patrick Alt sehr viele Probleme beim Spiel Bochum – Kiel wo es teilweise sehr hitzig war und es am Ende auch zwei Rote gab. Zudem fehlte uns bei Felix Bickel eine rote Karte in Elversberg und bei Eric Weisbach in Düsseldorf ein Elfmeter. Alles weitere in der Analyse und hier die Top 3 des Spieltages:
Platz 🥇 – Marc Philip Eckermann:
Schiedsrichter Marc Philip Eckermann aus Winnenden ist unser Schiedsrichter des Spieltags der am Freitagabend bei der Partie Karlsruher SC – Greuther Fürth im Einsatz war. Eckermann, der in seiner ersten Liga 2-Saison ist, hatte keine Probleme mit dieser Partie, zeigte ein gutes Händchen bei den persönlichen Strafen und lieferte eine insgesamt sehr zufriedene Spielleitung ab!
Platz 🥈 – Felix Wagner:
Ebenfalls in seiner ersten Saison ist Felix Wagner aus Glött der diesmal auf dem zweiten Platz steht und die Partie Nürnberg – Kaiserslautern am Samstag leiten durfte. Zuvor erhielt Wagner bzw. die Ansetzer sehr viel Kritik seitens der Lauterer, da Wagner aus Bayern kommt und somit das Heimspiel der Clubber leiten durfte. Jedoch war das während des Spiels absolut keine Thema mehr, da Wagner das leicht zu leitende Spiel überwiegend im Griff hatte und auch bei der Kommunikation mit den Spielern ein sehr guten Eindruck machte. Gerne weiter so!
Platz 🥉 – Konrad Oldhafer:
Zu guter Letzt und ebenfalls in seiner ersten Liga 2-Saison steht Konrad Oldhafer aus Hamburg der bei der Partie SC Paderborn – Dynamo Dresden am Samstagnachmittag zum Einsatz kam. Oldhafer musste erst in Minute 90 anfangen Gelbe Karten zu verteilen, da er zuvor alles über die Kommunikation mit den Spielern regeln konnte, was automatisch für Akzeptanz gegenüber den Schiedsrichter aufweist! Ansonsten war es überraschend einfach zu leiten, trotz zwei formstarker Teams, das bedeutet das Oldhafer keine kniffligen Szenen bewerten musste und stets souverän agiert hat.
1.FC Nürnberg – 1. FC Kaiserslautern 3:0 (SR: Felix Wagner)
Szene 1: Semih Şahin ging im Strafraum gegen Mohamed-Ali Zoma viel zu robust zu Werke – ein klarer Schubser von hinten, als Zoma gerade zum Abschluss kommen wollte. Kein Ball am Mann, sondern nur der Körperkontakt, der den Angreifer zu Fall brachte. Da gibt’s in der aktuellen Regelinterpretation eigentlich keinen Diskussionsbedarf, auch ohne VAR-Eingriff. Ein glasklarer Elfmeter! [TV-Bilder – ab 02:35 Minuten]
SV Elversberg – Arminia Bielefeld 3:1 (SR: Felix Bickel)
Szene 2: In der 51. Minute räumte Marvin Mehlem im Mittelfeld Luca Schnellbacher brutal ab: Volltreffer mit den Stollen am Sprunggelenk, ohne jede Chance auf den Ball – ein klassisches grobes Foulspiel mit hoher Verletzungsgefahr. Schnellbacher musste behandelt werden und hatte sichtlich Schmerzen. Schiedsrichter Felix Bickel ließ zunächst die Karten stecken wahrscheinlich weil er die Härte live nicht voll erfasst hatte, aber nach dem VAR-Eingriff zeigte er glatt Rot – und das zurecht! Nach aktuellem Regelwerk ist das eine klare rote Karte. [TV-Bilder – ab 02:30 Minuten]
Szene 3: Im Zweikampf kam Großer zu Fall, traf dann aber wieder Schnellbacher hart am linken Bein – mit offener Sohle nach dem eigenen Sturz. Schnellbacher musste erneut behandelt werden und lag am Boden. Schiedsrichter Bickel ließ die Partie wieder weiterlaufen – keine Karte, nicht mal Gelb, und kein VAR-Eingriff. Sehr grenzwertig. Kein Ball am Mann, potenziell rücksichtsloses / grobes Foulspiel, hohe Intensität und offene Sohle, Treffer am Bein (Knöchel/Unterschenkel) → Verletzungsrisiko hoch, ähnlich wie beim Mehlem-Foul. Bickel hatte es live wohl als normale Härte im Zweikampf „Unfall“ gewertet (vielleicht weil Großer selbst fiel und es unabsichtlich wirkte und der VAR hat deshalb nicht eingegriffen. Aber nach Regelwerk und aktueller DFB-Interpretation sind harte, ballferne Attacken mit hohem Bein = Rot. Hier wäre es mindestens Gelb besser aber glatt Rot vertretbar gewesen.
SV Darmstadt – FC Schalke 04 1:1 (SR: Robert Hartmann)
Szene 4: Mitte der ersten Hälfte gingen die Lilien vermeintlich in Führung. Darmstadts Außenverteidiger Fabian Nürnberger trat Ndiaye hart an der Wade. Der Schalker ging zu Boden, Schiri Hartmann pfiff zunächst nicht. Der VAR checkte die Szene, erkannte den klaren Wadentreffer ballfern im Vorfeld. Somit nahm Hartmann den Treffer wieder zurück. Bei allem Ärger über den VAR, aber hier war er sehr aufmerksam und nötig. [TV-Bilder – ab 02:00 Minuten]
Szene 5: Der VAR prüfte einen möglichen Elfmeter. Richter räumte Ndiaye mit viel Risiko im eigenen Sechzehner ab, spielte aber den Ball. Die Grätsche war risikoreich aber kein Elfmeter korrekt, da er den Ball spielte. Wenn der Ball bei einer Grätsche getroffen wird, soll es keinen Strafstoß geben. [TV-Bilder – ab 03:25 Minuten]
Szene 6: Glück hatte dagegen Schalkes Kenan Karaman, der mit der offenen Sohle gegen Richter agierte. Karaman ging mit offener Sohle rein, traf Marco Richter voll am Bein/Unterschenkel, ohne den Ball zu spielen. Der Kontakt ist hoch, Richter ging hart zu Boden – das riecht stark nach einem grobem Foulspiel und hoher Verletzungsgefahr und der VAR hat nicht eingegriffen oder korrigiert. Nach den Bildern wäre Rot die bessere Entscheidung gewesen. [TV-Bilder – ab 05:00 Minuten]
VfL Bochum – Holstein Kiel 2:3 (SR: Patrick Alt)
Patrick Alt leitete großzügig, die beiden Platzverweise korrekt und dennoch erntete er von Bochumer Seite Kritik:
Szene 7: Umstrittener Freistoßpfiff zum 2:2: Tohumcu und Maximilian Wittek gingen in den Zweikampf. Alt pfiff Freistoß für Bochum. Für mich aber eher als normales Körperspiel, wenn Foul dann an Tohumcu. Aus der folgenden Freistoßflanke von Wittek, köpfte Philipp Hofmann zum Ausgleich ein. [TV-Bilder – ab 04:10 Minuten]
Szene 8: Auch beim 1:1 war es für mich ein eher Foulspiel von Weiner an Olsen, doch das Tor zählte, keine VAR-Eingriff. [TV-Bilder – ab 01:40 Minuten]
Weitere Szenen: Roslyng hielt Miyoshi klar am Trikot, Alt ließ laufen. Auch das ist eher ein Foul, kein Gelb, da nur „taktisch“ aber kein aussichtsreicher Angriff.
Plötzlich zeigte er mehr Karten (Wittek 74. wegen Protest, Thiede 83., Davidsen 73. wegen Zeitspiel). Die Linie war nicht gleich – typisch für nicht konsequent durchgezogen. Das führte zu Frust bei beiden Seiten.
Fazit: Inhaltlich bei Roten und Toren top, aber die Zweikampflinie war wackelig und der Freistoß in der 66. ein echter Game-Changer-Fehler. Alt war phasenweise einfach zu großzügig – und das hat Bochum das 2:2 und letztlich die Niederlage gekostet.
Preußen Münster – 1. FC Magdeburg 1:3 (SR: Robert Schröder)
Szene 9: Yassine Bouchama ging links durch, flankt flach in die Mitte, Etienne Amenyido lenkte den Ball ins Tor, Schiedsrichter Robert Schröder pfiff zunächst nicht. Der VAR griff ein und nahm den Treffer faktisch wieder zurück. Hier lag keine kontrollierte Abwehraktion vor. Die Magdeburger Abwehr spielte den Ball nicht kontrolliert weiter oder berührte ihn nicht aktiv, um das Abseits aufzuheben (Regel 11: Abseits wird aufgehoben, wenn der Gegner den Ball absichtlich spielt und dabei kontrolliert handelt – z.B. eine bewusste Klärung oder Pass). Hier war es keine kontrollierte Aktion (vielleicht ein leichter Touch, Ablenkung oder der Ball prallte nur ab), sondern passiv – daher bleibt das Abseits bestehen. Der VAR korrigiert zurecht: Tor aberkannt. [TV-Bilder – ab 01:00 Minuten]
Szene 10: Lubambo Musonda schlug auf der linken Strafraumseite einen Haken, um seinen Gegenspieler auszuspielen. Yassine Bouchama kam zu spät und trat ihm mit dem rechten Fuß voll auf die rechte Achillessehne! Musonda ging sofort zu Boden, Schiedsrichter Robert Schröder zeigte sofort auf den Punkt. Eine klare und absolut korrekte Elfmeter-Entscheidung – das war ein eindeutiges Foul im Strafraum! [TV-Bilder – ab 01:50 Minuten]
Fortuna Düsseldorf – Hertha BSC 2:5 (SR: Eric Dominic Weisbach)
Szene 11: Dawid Kownacki stieg bei einer Flanke zum Kopfball hoch. Elias Egouli kam mit dem Bein hoch und trat Kownacki auf den Fuß, Kownacki ging zu Boden, blieb liegen und zeigte Schmerzen. Schiedsrichter Eric Weisbach ließ laufen und auch VAR Kampka griff nicht ein. So ein Tritt auf den Fuß, auch wenns nur leicht ist, tut höllisch weh. Für uns hätte es hier Elfmeter geben müssen. [TV-Bilder – ab 0:55 Minute]
Anmerkung: Ich bin auf die Szenen der Zusammenfassungen der „Sportschau“ angewiesen. Solltet ihr weiteres, aussagekräftiges Material besitzen, dann reichen wir eine Einschätzung gerne nach. Eventuelle Spielerverwechslungen im Artikel führen zum Videobeweis. In diesem Fall bitte ich um eine kleine Rückmeldung. Vielen Dank!
