Rein faktisch ist die Weltmeisterschaft für Felix Zwayer als Hauptschiedsrichter nach der Gruppenphase gelaufen.
Die FIFA hat ihn für die K.o.-Runde nicht mehr für die Leitung eines Spiels nominiert. Stattdessen kommt er zuletzt im Achtelfinale beim Duell zwischen Spanien und Portugal (am 6. Juli 2026) nur noch als vierter Offizieller zum Einsatz – ein klares Signal, dass man im weiteren Turnierverlauf sportlich nicht mehr als Chef auf dem Platz mit ihm plant.
Warum es nicht für ganz oben gereicht hat?
- Die Karten-Statistik & Spielführung: Zwayer zog in seinen beiden Gruppenspielen (USA vs. Australien und DR Kongo vs. Usbekistan) extrem schnell Gelb. Während andere Unparteiische versuchten, hitzige Phasen durch stringente Kommunikation und eine lange Leine zu beruhigen, griff Zwayer sofort zum Karton. Das wirkte international oft unglücklich und überzogen, was die FIFA bei der Bewertung der „Souveränität“ im Turnierverlauf traditionell negativ ankreidet.
- Der körperliche Rückschlag beim Debüt: Hinzu kam das bittere Pech bei seinem WM-Debüt im extrem heißen Seattle, als er in der Nachspielzeit unter schweren Wadenkrämpfen kollabierte und auf dem Rasen behandelt werden musste. Zwar biss er sich heldenhaft durch und leitete auch das zweite Spiel, doch für die absolute Weltspitze im Halbfinale oder Finale verlangt die FIFA physische und spielerische Perfektion.
Warum ist er gescheitert?
Rückblickend ist Felix Brych an Serbien, Daniel Siebert an Uruguay und Felix Zwayer an sich selbst gescheitert. Ihm fehlt es noch an Ausstrahlung, Souveränität und Charisma. Die deutschen Schiedsrichter sind in der Spitze immer noch sehr gut, aber andere Unparteiische aus den Ländern holen auf.
Fazit: Ein WM-Aus im klassischen Sinne ist es durch seine Rolle als vierter Offizieller zwar nicht, aber seine Träume von einem Viertel-, Halbfinale oder gar dem Endspiel als Hauptschiedsrichter sind wohl geplatzt. Die großen, prestigeträchtigen Ansetzungen überlässt die FIFA in der entscheidenden Phase anderen Kollegen.
Wer sind die Kandidaten für das Finale?
Da Felix Zwayer durch seine unglücklichen Auftritte und die hohe Kartenquote ins zweite Glied gerückt ist, richtet sich der Blick auf die absoluten Elite-Schiedsrichter des Turniers. Für das WM-Finale und die Halbfinals sucht die FIFA traditionell Referees, die Spiele mit maximaler Autorität und gleichzeitig unaufgeregter Souveränität leiten können.
Folgende Schiedsrichter gelten aktuell als die heißesten Finalkandidaten:
Die Top-Favoriten aus Europa
- Anthony Taylor (England): Er hat international ein enormes Standing und wird von der FIFA sehr geschätzt. Die Nominierung für das prestigeträchtige Achtelfinal-Nachbarschaftsduell zwischen Spanien und Portugal unterstreicht, dass er für die ganz heißen Aufgaben vorgesehen ist.
- Michael Oliver (England): Neben Taylor der zweite Engländer mit exzellenten Karten. Seine unaufgeregte, extrem souveräne Zweikampfbewertung passt perfekt in das Anforderungsprofil für ein WM-Endspiel. Einziges Manko für beide Engländer: Sollte die englische Nationalmannschaft das Finale erreichen, wären sie aus Neutralitätsgründen automatisch aus dem Rennen.
- Slavko Vinčić (Slowenien): Der Champions-League-Finalschiedsrichter von 2024 gilt als international absolut unumstritten. Er glänzt meist durch eine sehr unaufgeregte Spielleitung und ist für die FIFA-Schiedsrichterkommission eine extrem verlässliche Option für ein Endspiel.
Die stärksten interkontinentalen Optionen
- Wilton Sampaio (Brasilien): Wenn die FIFA für das Endspiel ein europäisches Team im Auge hat, fällt die Wahl oft auf einen Südamerikaner. Sampaio bringt die nötige Härte und Erfahrung mit, um auch ein hitziges WM-Finale zu kontrollieren.
- Ismail Elfath (USA): Als erfahrener Referee des Co-Gastgebers hat er den Vorteil, die Stadien und Gegebenheiten bestens zu kennen, und genießt bei der FIFA ein hohes Vertrauen für große K.o.-Spiele.
Weitere Kandidaten:
Sampaio, Ramos, Turpin, Elfath, Falcon, Faghani…
Diese Namen ergänzen das Bild perfekt und zeigen genau, welche hochkarätige internationale Konkurrenz Felix Zwayer vor der Nase hat. Die FIFA achtet bei den Halbfinals und dem Finale extrem auf eine ausgewogene Verteilung nach Kontinentalverbänden (Konföderationen), weshalb genau diese Namen aus Amerika, Europa und Asien heiß gehandelt werden.
Die starken Alternativen der FIFA
- Wilton Sampaio (Brasilien): Gilt in Südamerika (CONMEBOL) als absolute Bank. Er bringt die typisch südamerikanische Härte und unerschütterliche Autorität mit, die man braucht, wenn das Spiel extrem hitzig wird.
- César Arturo Ramos (Mexiko): Ein extrem erfahrener CONCACAF-Schiedsrichter. Er hat bereits bei den Weltmeisterschaften 2018 und 2022 bewiesen, dass er große K.o.-Spiele absolut geräuschlos und fehlerfrei leiten kann.
- Clément Turpin (Frankreich): Neben den englischen Kollegen das europäische (UEFA) Aushängeschild. Turpin leitet seit Jahren die größten Champions-League-Spiele und steht bei der FIFA-Schiedsrichterkommission extrem hoch im Kurs.
- Ismail Elfath (USA): Als US-Amerikaner genießt er beim Co-Gastgeber ein echtes Heimspiel. Seine physische Präsenz und moderne, kommunikative Spielleitung machen ihn zu einer Top-Option für die entscheidende Turnierphase.
- Yael Falcón (Argentinien): Ein weiterer starker Mann aus Südamerika, der international einen rasanten Aufstieg hingelegt hat und für seine sehr klare Linie bekannt ist.
- Alireza Faghani (Australien/Iran): Ein absoluter Routinier auf der Weltbühne (AFC). Faghani ist berühmt dafür, Spiele sehr lange laufen zu lassen und eine extrem hohe Intensität zu tolerieren, ohne dabei die Kontrolle zu verlieren.
Jeder Einzelne aus dieser Riege hat im bisherigen Turnierverlauf genau die Souveränität und internationale Akzeptanz gezeigt, die man für ein WM-Finale braucht.

Sehr enttäuschend leider für Felix…
Tello sehe ich als Argentinier vor Falcon. Ansonsten muss man natürlich abwarten wie die einzelnen Nationalmannschaften weiterkommen. Schiedsrichter aus England/Frankreich/Argentinien könnten leider das Pech haben, dass deren Mannschaften im Finale landen.
Ein Dutzend Namen für das Finale sind möglich. Einige müssen abwarten, wie weit ihr eigenes Land kommt. Ich bin mir sicher, dass es kein Europäer sein wird. Der Kontinent wurde bei drei der letzten vier Finalspiele berücksichtigt. 2010 Howard Webb (England), 2014 Nicola Rizzoli (Italien) und 2022 Szymon Marciniak (Polen). Nur 2018 mit Nestor Pitana (Argentinien) bildete die Ausnahme.
Interessant dürfte es werden, wenn im Finale ein Land aus Südamerika und ein europäisches Land stehen. Viele Optionen, auch mit Mexico, USA oder Kanada, wären möglich. Asien und Afrika werden kaum zum Zuge kommen. Dann schon eher Alireza Faghani (ehemals Iran, jetzt Australien). 2022 gab es den kontinentalen Aspekt nicht, als Marciniak das Finale Argentinien gegen Frankreich leitete. Ich habe schon gesagt: Nach dem Ende des Achtelfinales zeichnet sich bei den Ansetzungen des Viertelfinales ein genaueres Bild ab.
Zu Felix Zwayer: Ihm fehlt es an der Souveränität und Ausstrahlung mit Charisma. Er hat beide Gruppenspiele zwar gut gepfiffen, hätte aber zurückhaltender mit den Karten (insgesamt zwölf) sein müssen. Das haben viele Spielleitungen, mit sehr wenigen oder gar keinen Karten, deutlich gezeigt. Der 4. Mann (Tafelhalter und Ersatzschiedsrichter) ist allenfalls ein Trostpflaster.
Zudem hatte FZ ja schon mit 90 Minuten physische Probleme, da würde ich auch niemanden einsetzen, der die 120 ggf nicht packt