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Fifa verteidigt Referee nach Trump-Attacke

FIFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina hat den brasilianischen WM-Schiedsrichter Raphael Claus nach der öffentlichen Kritik von US-Präsident Donald Trump in Schutz genommen. Indes wurde FIFA-Chef Infantino von seinem Vorgänger scharf kritisiert. 

„Er ist ein erfahrener und hoch angesehener Schiedsrichter, und wir haben volles Vertrauen in ihn als zuverlässigen Unparteiischen“, zitierte die Nachrichtenagentur AP den Italiener.

Der Brasilianer war nach seiner Roten Karte gegen den US-Stürmer Folarin Balogun unter öffentlichen Druck geraten. Claus hatte Balogun beim 2:0-Erfolg im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte gezeigt. Der Amerikaner traf seinen Gegenspieler Tarik Muharemovic in einem Zweikampf hart, Claus schaute sich die Szene noch einmal an und entschied auf Rot. US-Präsident Trump hatte bei einem Statement im Weißen Haus am Montag den Platzverweis kritisiert. Außerdem hatte er gesagt, dass der 46-jährige Brasilianer „etwas verdächtig“ sei, „wenn man sich seine Vergangenheit ansieht“, Trump hatte das aber nicht näher ausgeführt.

Durch den Platzverweis wäre Balogun in der Achtelfinal-Partie gegen Belgien eigentlich gesperrt gewesen. Die FIFA hob die Sperre aber noch auf. Trump hatte zuvor nach eigenen Angaben mit einem Anruf bei der FIFA um eine Überprüfung der Sperre gebeten, was für große Kritik gesorgt hatte. Balogun stand in der Startelf, die USA verlor trotzdem mit 1:4 (1:2).

Blatter kritisiert Infantino: „Hat sich Trump unterworfen“

Der frühere FIFA-Präsident Joseph Blatter hat seinen Nachfolger Gianni Infantino im Umgang mit der Sperre des US-Spielers Folarin Balogun bei der WM erneut scharf kritisiert. „Der heutige FIFA-Präsident hat sich Donald Trump unterworfen. Das darf nicht passieren“, sagte Blatter dem Schweizer Newsportal „nau.ch“. Bereits am Vortag hatte Blatter die FIFA in einem Post bei X kritisiert.

Mit einem grundsätzlichen Blick auf die Besetzung des FIFA-Präsidenten könnte sich der Schweizer einen Wandel vorstellen. „Es braucht vor allem eine Persönlichkeit, die unabhängig ist“, sagte der ehemalige Schweizer Fußballfunktionär. „Vielleicht sogar jemanden von außerhalb des Systems.“

Blatter kritisierte darüber hinaus das Verhalten des US-Präsidenten Donald Trump in der Causa Balogun. „Die Intervention von Trump ist inakzeptabel. So etwas hätte es zu meiner Zeit nicht gegeben“, sagte 90-Jährige. Zwischen einem Staatspräsidenten und dem FIFA-Präsidenten habe es in der Vergangenheit gegenseitigen Respekt gegeben, sagte Blatter weiter. Niemand wäre auf die Idee gekommen, Einfluss auf sportliche Entscheide zu nehmen.

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