Der US-Spieler Balogun darf trotz Roter Karte wieder ran. Ein Telefonat von Trump und Infantino verschärft die Debatte um die WM der Schande. Erst darf ein Schiedsrichter nichteinreisen, nun mischt sich erneut die Politik in den Fußball ein.
Nach übereinstimmenden Berichten mehrerer großer Medien soll US-Präsident Donald Trump tatsächlich mit Gianni Infantino telefoniert haben, nachdem Folarin Balogun im WM-Spiel gegen Bosnien und Herzegowina die Rote Karte erhalten hatte. Kurz darauf setzte die FIFA die automatische Sperre gemäß Artikel 27 ihres Disziplinarreglements für ein Jahr zur Bewährung aus, sodass Balogun im Achtelfinale gegen Belgien spielberechtigt ist.
Balogun sah nach VAR-Eingriff wegen des Tritts auf das Sprunggelenk von Tarik Muharemović die Rote Karte. Nach den WM-Regeln hätte dies grundsätzlich eine automatische Sperre für das nächste Spiel bedeutet. Für uns ist das eine klare rote Karte, als der 25-Jährige von hinten mit der Sohle schmerzhaft aufs Sprungsgelenk gestiegen war. Ein Tritt von hinten mit offener Sohle auf das Sprunggelenk wird nach den Spielregeln als grobes Foulspiel eingestuft, insbesondere wenn:
- der Gegner gefährdet wird,
- die Sohle eingesetzt wird,
- der Kontakt am Knöchel oder Sprunggelenk erfolgt und
- eine erhebliche Intensität vorliegt.
Dass der VAR eingegriffen hat und der Schiedsrichter nach Ansicht der Bilder Rot zeigte, spricht dafür, dass das Schiedsrichterteam die Aktion als grobes Foulspiel bewertet hat. [TV-Bilder – ab 04:42 Minuten]
Die FIFA bestätigte die Aufhebung der Sperre. Dass Trumps Telefonat ursächlich für die Entscheidung war, ist nicht offiziell von der FIFA bestätigt. Mehrere renommierte Medien (u. a. AP, Reuters und The Athletic) berichten jedoch übereinstimmend, dass das Telefonat stattgefunden habe und zeitlich unmittelbar vorausging. Weder die FIFA noch das Weiße Haus haben dies bislang ausführlich kommentiert.
Danke an die Fifa dafür, das Richtige zu tun und eine große Ungerechtigkeit rückgängig zu machen“, schrieb Trump am Sonntag nach der Kehrtwende des Weltverbands auf seiner Plattform Truth Social.
Jedoch ist dies ein massives Glaubwürdigkeitsproblem. Der belgische Verband prüft laut Berichten rechtliche Schritte, weil eine automatische Sperre nach einer Roten Karte bislang bei dieser WM konsequent angewendet worden war. Der belgische Fußballverband äußerte sich „erstaunt“. Der Verband erklärt, die Entscheidung sie stehe „in direktem Widerspruch“ zu den FIFA-Regularien, dann meint er im Kern:
- Die Rote Karte wurde als grobes Foulspiel bestätigt.
- Normalerweise zieht eine solche Rote Karte eine automatische Sperre für das nächste Spiel nach sich.
- Dass die Sperre ausgesetzt wurde, obwohl die Rote Karte bestehen bleibt, hält Belgien für nicht mit den Wettbewerbsregeln vereinbar.
Mit der Ankündigung, „alle möglichen Optionen“ zu prüfen, signalisiert der Verband, dass er unter anderem einen formellen Protest oder andere rechtliche Schritte im Rahmen der FIFA-Regularien erwägt. Ob diese Erfolg haben, ist offen. Die FIFA beruft sich auf ihren Disziplinarcode, während Belgien argumentiert, dass die WM-Regularien eine automatische Sperre vorsehen und diese nicht einfach ausgesetzt werden dürfe. Genau dieser mögliche Widerspruch ist derzeit der juristische Kern des Streits. Sollte sich zudem herausstellen, dass die Entscheidung durch politischen Druck beeinflusst wurde, wäre das ein noch gravierenderes Problem für die Glaubwürdigkeit der FIFA. Dafür gibt es derzeit allerdings keine offizielle Bestätigung.
Der womöglich künftige Bundestrainer Jürgen Klopp ist nach den Berichten über eine angebliche Einflussnahme von Trump außer sich. „Das ist unser Spiel, nicht deren Spiel“, sagte Klopp als MagentaTV-Experte. „Wenn das wirklich Trump und Infantino miteinander ausgemacht haben, das ist verrückt. Das stellt alles infrage“, sagte Klopp weiter und meinte: „Diese beiden Menschen, die beide keine Ahnung von Fußball haben, sollten gar nichts damit zu tun haben.“

Wer ist überrascht? Mir tut jetzt schon das SR-Team leid, das dieses Spiel leiten muss.
Drecks-Fußball. Korrupte Schweine. Was der Herr FIFA-Diktator jetzt erzählt, glaube ich in keinster Weise mehr; nicht mal mehr ein Komma.
Ich habe bislang noch kein Spiel gesehen und werde es jetzt erst recht nicht mehr. Mir auch scheißegal, wer wann pfeift, winkt oder schielend in den TV glotzt, um es besser wissen zu wollen.
Ich sag’s bzw. schreibe es schon lange: Zwei-Klassen-Fußball.
Das ist kein Skandal mehr, das ist BETRUG.
Eigentlich müssten alle solidarisch sein und abreisen. Aber die Eier hat ja keiner. Nur die große, heuchlerische große Schnauze.
Da haben sie aber mal richtig Dampf abgelassen. Außer der teilweise beleidigenden Wortwahl ist vieles richtig. Deshalb habe ich ja bereits den sofortigen Rücktritt von Infantino nach der WM gefordert. Er könnte sich ja dem „Weltfriedensstifter“ Trump andienen. Der hat bestimmt noch einen hochdotierten Beraterposten für ihn. Dann können beide gemeinsam noch mehr Unheil stiften. Eine total verrückte Welt.
Alle restlichen Mannschaften, sollten ihre Sachen packen und nach Hause fliegen.
Das ist echt der Gipfel was Infantino sich erlaubt.
Der macht den ganzen Fußball kaputt dieser korrupte Fifa-Präsident.
Dealmaker Trump ist im Bündnis mit Infantino gescheitert. Belgien hat beiden die sportliche Antwort auf dem Platz gegeben.