Mit 19 Jahren schaffen es die wenigsten Eishockey-Schiedsrichter bereits auf die große Bühne. Leo Zublasing schon. Der Südtiroler, der noch im vergangenen Jahr selbst als Verteidiger für den HC Eppan auf dem Eis stand, wird in der kommenden Saison als Hauptschiedsrichter Spiele in der Alps Hockey League leiten. Ein ungewöhnlicher Karriereweg, der einst ganz zufällig begann – und für den 19-Jährigen noch lange nicht am Ende angelangt ist.
Samstagvormittag Schiedsrichter, Samstagabend Spieler. Sonntag wieder Schiedsrichter und anschließend Spieler – und das zusätzlich zu den normalen Verpflichtungen.
„Ich musste mich für das eine oder das andere entscheiden. Jetzt ist mir klar, dass ich den richtigen Weg genommen habe. Denn im Schiedsrichterwesen stehen mir viele Türen offen“, sagt Zublasing.
Die Feuertaufe im Erwachsenenbereich
Wie groß diese Türen sein könnten, zeigte sich bereits im August. Im Testspiel zwischen dem HC Gherdëina und den Fassa Falcons feierte Zublasing sein Debüt im Erwachsenenbereich.
Die Nervosität war vor dem ersten Pfiff durchaus vorhanden. Schließlich hatte er zuvor noch kein Seniorenspiel als Haupt- oder Linienrichter geleitet.
Doch sobald das Spiel begann, war die Anspannung schnell verschwunden.
„Meine Schiedsrichterkollegen haben mir mit Tipps viel weitergeholfen. Auf dem Eis war die Nervosität dann schnell dahin“, erzählt er.
Am Ende musste Zublasing lediglich zwei Strafen aussprechen. Das passt zu seiner Vorstellung davon, wie ein guter Schiedsrichter ein Spiel leiten sollte.
Möglichst wenig Einfluss auf das Spiel
Zublasing verfolgt einen eher großzügigen Stil. Er möchte möglichst wenig Einfluss auf das Geschehen nehmen und nur dann eingreifen, wenn es wirklich notwendig ist.
Seine Erfahrung als Spieler hilft ihm dabei.
„Als Spieler mochte ich es, wenn der Schiedsrichter nur dann eingreift, wenn es tatsächlich notwendig ist.“
Bevor er eine Strafe ausspricht, setzt er deshalb gerne auf Kommunikation und verbale Verwarnungen.
Diese Spielweise könnte ihm auch auf seinem weiteren Weg zugutekommen. Denn die AlpsHL soll für den jungen Südtiroler keineswegs die Endstation sein.
Die großen Ziele warten noch
Ab dem kommenden Jahr wird Zublasing Elektro- und Informationstechnik in Bozen studieren. Die Schiedsrichterei soll dabei zunächst ein perfekter Nebenjob bleiben.
Doch langfristig darf es durchaus mehr sein.
„Die Arbeit hauptberuflich auszuführen, ist erst in der ICEHL ein Thema“, erklärt er. Gleichzeitig wolle er nichts überstürzen.
Zeit hat er schließlich noch genug.
Sein Ziel ist trotzdem klar: „Es ist mein Ziel, als Unparteiischer so weit wie möglich zu kommen.“
Der erste große Schritt ist bereits geschafft. Mit 19 Jahren steht Leo Zublasing am Beginn einer ungewöhnlichen Schiedsrichterkarriere – und vielleicht am Anfang eines Weges, der ihn eines Tages noch weit über die AlpsHL hinausführen wird.
Autor: IG Schiedsrichter; Mit Mitteln von „SportNews.bz“
Quelle: SportNews.bz – „Vom Spieler zum Schiri: Dieser 19-Jährige will hoch hinaus“
