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Schiedsrichter*innen, der Kreisvorstand rund um Volker Dyba und Jens Polleit von Gelsensport sind begeistert von dem Projekt.Foto: Quelle: FLVW.

Bodycams für Schiedsrichter: Pilotprojekt startet in Gelsenkirchen

Jetzt wird es ernst: Im FLVW-Kreis Gelsenkirchen ist der Startschuss für ein bundesweit einmaliges Pilotprojekt gefallen. 27 Schiedsrichter haben Bodycams erhalten und werden die Kameras ab Sonntag erstmals bei Spielen der Kreisliga B tragen. Damit beginnt der Praxistest eines Projekts, das vor allem eines erreichen soll: mehr Sicherheit und weniger Eskalationen auf den Fußballplätzen.

Gemeinsam mit dem Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW), dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der FIFA testet der Kreis Gelsenkirchen den Einsatz von Bodycams bei Schiedsrichtern. Nachdem das Projekt bereits angekündigt worden war, folgt nun der entscheidende Schritt: der Einsatz im regulären Spielbetrieb.

Beim Lehrabend der Unparteiischen im Leibniz-Gymnasium in Gelsenkirchen war das Interesse entsprechend groß. Insgesamt 27 Schiedsrichter hatten sich im Vorfeld bereit erklärt, an dem Pilotprojekt teilzunehmen. Sie erhielten ihre Kameras und wurden ausführlich in Bedienung und Funktionsweise eingewiesen. Neben theoretischen Informationen standen dabei vor allem praktische Übungen auf dem Programm.

Kamera zeichnet nicht dauerhaft auf

Wichtig dabei: Die Bodycam soll keineswegs das komplette Fußballspiel filmen. Erst wenn der Schiedsrichter die Aufnahme aktiviert, wird eine Sequenz gespeichert. Dabei werden auch die 30 Sekunden vor der Aktivierung sowie die anschließende Situation gesichert.

Für Spieler, Trainer und andere Beteiligte ist deutlich erkennbar, wenn die Aufnahme aktiviert wurde: Ein akustisches Signal, ein rotes Licht sowie das Live-Bild auf dem Frontdisplay machen darauf aufmerksam.

Gerade diese sichtbare Präsenz könnte bereits eine abschreckende Wirkung haben.

„Vor allem für die jüngeren Kollegen ist das eine super Idee. Man kennt ja seine Pappenheimer. Wenn die die Kamera sehen, verhalten sie sich bestimmt anders“, sagt Schiedsrichter Harkan Baser, der selbst an dem Pilotprojekt teilnimmt.

Seine Hoffnung ist klar: „Ich hoffe, dass es ein Erfolg wird und ruhiger wird auf den Plätzen, dass die Spieler und Trainer, aber auch die Zuschauer merken, dass sich hier etwas tut.“

Ab Sonntag beginnt der Praxistest

Ab Sonntag werden die Bodycams erstmals bei Spielen der Kreisliga B eingesetzt. Dann wird sich zeigen, ob die Kameras tatsächlich dazu beitragen können, kritische Situationen zu entschärfen oder möglicherweise sogar zu verhindern.

Der Praxistest wird wissenschaftlich begleitet. Untersucht werden unter anderem das Sicherheitsgefühl der Schiedsrichter sowie mögliche Veränderungen im Verhalten von Spielern, Trainern und weiteren Beteiligten.

Dabei soll die Kamera ausdrücklich nicht zu einer dauerhaften Überwachung des Amateurfußballs werden.

„Die Bodycam ist ein Werkzeug und sie soll auch genau so verstanden werden. Unser Ziel ist nicht, wild zu filmen, sondern hoffentlich weniger kritische Situationen erleben zu müssen“, erklärt Marcel Neuer, Vorsitzender des Verbands-Schiedsrichter-Ausschusses.

Genau darin liegt letztlich auch der entscheidende Punkt des Pilotprojekts: Im besten Fall muss die Bodycam möglichst selten eingeschaltet werden.

Denn ihr Erfolg wird sich nicht daran messen lassen, wie viele kritische Situationen sie aufzeichnet – sondern daran, ob ihre bloße Anwesenheit dazu beiträgt, dass solche Situationen gar nicht erst entstehen.

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