DFB-Regelexperte Marco Fritz schlug sich auf die Seite Willenborgs, der den Kölnern in der 77. Minute aufgrund einer Abseitsposition im Vorfeld einen Handelfmeter verwehrte.
DFB-Regelexperte Marco Fritz hat die umstrittene Abseits-Entscheidung auf Nachfrage des kicker ausführlich erklärt – und folgt somit auch meiner Einschätzung.
Im Fokus der Debatte stand dabei, dass RB-Kapitän David Raum den Ball nach Meinung der Unparteiischen unkontrolliert gespielt habe. [TV-Bilder – ab 06:55 Minute]
RB-Spieler David Raum köpfte den Ball (im Rückwärtslauf, aus einer Sprungbewegung) in Richtung eigenes Tor. Der Ball landete bei Kölns Sebastian Sebulonsen, der in einer minimalen Abseitsstellung stand. Kurz darauf gab es ein Handspiel von einem Leipziger, was Köln einen potenziellen Handelfmeter bringen sollte. Schiedsrichter Frank Willenborg (nach langem VAR-Check) entschied jedoch: Kein Elfmeter – stattdessen Abseits (vor dem Handspiel), Tor/Chance irregulär.
Nach IFAB-Regel 11 (Abseits) gilt:
- Bei einer kontrollierten Abwehr/Klärung durch den Gegner (z. B. gezielter Pass/Kopfball mit Absicht und Kontrolle) entsteht eine neue Spielsituation → Abseits wird neu bewertet (der Abseits stehende Spieler ist dann nicht mehr „aktiv“ betroffen, wenn er den Ball nicht berührt).
- Bei unkontrollierter Abwehr (z. B. unglücklicher Abpraller, unkontrollierter Kopfball ohne Balance) bleibt die ursprüngliche Spielsituation bestehen → wenn ein Kölner (hier Sebastian Sebulonsen) hauchdünn im Abseits stand und den Ball dann bekam/berührte, zählt das Abseits weiter.
Fritz‘ Erklärung: Bei David Raums Kopfball waren die regeltechnischen Voraussetzungen für ein kontrolliertes Spielen des Balles nicht gegeben. Raum befand sich im Rückwärtslauf, der Kopfball resultierte aus einer Sprungbewegung mit begrenzter Kontrolle über Körper, Raum und Situation. Nach aktueller, international gültiger Auslegung der Abseitsregel handelte es sich nicht um ein kontrolliertes Spielen/Abwehr des Balles. Deshalb wurde die Abseitsstellung von Sebulonsen als strafbar bewertet – die Abseitslinie blieb aktiv, es entstand keine neue Spielsituation durch eine kontrollierte Klärung. Fazit: Die Entscheidung von Willenborg und VAR war regelkonform → Abseits, kein Handelfmeter für Köln.
Das passt zur aktuellen strengen Interpretation: Nur bei absichtlicher, kontrollierter Abwehr (z.B. gezielter Pass/Kopfball mit voller Kontrolle) resetet sich die Abseitsbewertung. Bei unkontrollierten Aktionen (wie hier der defensive Kopfball unter Druck) bleibt der Abseits-Spieler „aktiv“ involviert.

David Raum ist Profifußballer und Nationalspieler. An seiner Stelle wäre ich entsetzt wie wenig mir zugetraut wird. Hier wird eine absurde Argumentation bemüht. Fußballprofis in der Bundesliga sind nahezu immer unter Druck.
Es geht auch nicht darum, ob das Abseits war, sondern, wie das Abseit genau war und dass so etwas als Abseits interpretiert wird!
Es geht bei einer Abseitsentscheidung nicht darum ob es Abseits war…. Haha interessant
Es stimmt einfach nicht das Raum rückwärts läuft und so mit weniger Kontrolle hatte. Er lief erst seitlich mit Blick zum Ball, dann hüpfte er ohne Gegenspieler hoch. Schauen sie doch einfach genauer hin und verstecken sich nicht hinter irgendwelchen Regel die die Entscheidung des Schiedsrichter decken.