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Die Frage nach der klaren Fehlentscheidung

In Mainz blieb ein Elfmeter bestehen, in Wolfsburg ein Platzverweis. Meine Einschätzungen der Sky-Konferenz: 

Von: Reiner Kuhn

1.FSV Mainz 05 – VfL Bochum 2:0 (SR: Dr. Matthias Jöllenbeck)

Szene 1: Nach einem Doppelpass mit Amiri rechts im Strafraum spielte sich Lee in den Rücken der Bochumer Abwehr. Bernardo wollte dazwischen gehen, traf aber Lee am Fuß. Dr. Jöllenbeck zeigte direkt auf den Punkt. Für mich ist das eine vertretbare Entscheidung. Er trifft den Mainzer klar am Fuß. Sicher ist das nicht wahnsinnig viel, aber bei Kontakt auch kein Fall für den VAR.

VfL Wolfsburg – FC Augsburg 1:3 (SR: Timo Gerach)

Szene 2: Kurze vor der Pause gab Schiedsrichter Timo Gerach Rot für Patrick Wimmer. Eine harte Entscheidung!  Wimmer versuchte einen Ballverlust gegen Kevin Mbabu wiedergutzumachen und riß ihn dabei kurz vor der Strafraumgrenze zu Boden. Maxence Lacroix  stand zwar noch in der Nähe, hätte auch im nächsten Moment eingreifen können. Für Timo Gerach war es jedoch die Notbremse und der VAR bestätigte die Entscheidung. Regeltechnisch vertretbar. Bei einer Notbremse wird immer der Moment als Foulspiel gewertet. Zu diesem Zeitpunkt im gedanklich eingefrorenen Bild war Wimmer der letzte Mann und somit Rot. Jedoch hätte Lacroix möglicherweise im nächsten Moment eingreifen können. Rein vom Regelwerk ist der Platzverweis machbar, aber für mich dann auch eine Fehlentscheidung. Zwar das Foulspiel aus sehr zentraler Position und der Angreifer hätte abschließen können, aber Lacroix ist mir da zu nahe dran um die klare Verhinderung der Torchance zu sehen. Möglicherweise wird der DFB die rote Karte mittragen, weil halt schon auch etwas für eine rote Karte spricht. Deswegen griff wohl auch der Video-Assistent nicht ein.

Szene 3: Das 1:2 von Kristijan Jakic wurde auf ein mögliches Handspiel von Philipp Tietz im Vorfeld überprüft. Timo Gerach ging an die Seitenlinie. Doch der Treffer zählte, da der Arm von Tietz angelegt war. Dies war auch nicht unmittelbar vorm Tor vom Torschützen. Hier war eine Ballabgabe auf Jakic.

1.FC Union Berlin – SV Werder Bremen 2:1 (SR: Daniel Schlager)

Szene 4: Union ging mit dem ersten Torschuss in Durchgang zwei in Führung! Vogt schickte Aaronson mit einem langen Ball auf die linke Seite. Der US-Amerikaner konnte sich gegen Malatini durchsetzen und gab ab für Gosens, der es links im Strafraum mit einer flachen Hereingabe an den Fünfmeterraum versuchte. Diese konnte Lynen zwar abwehren, klärte aber unfreiwillig direkt vor die Füße von Vertessen, der kompromisslos mit dem linken Vollspann in den linken Winkel einschweißte! Für mich verwunderlich, dass der Treffer nicht überprüft wurde. Klar wäre Zetterer vermutlich nicht mehr drangekommen, aber Kaufmann stand im Sichtfeldabseits. Das wäre für mich Abseits.

Szene 5: Nach einem abgefälschten Schuss im Strafraum von Tousart, den Veljkovic noch sehr leicht mit dem Arm berührt, reklamierten die Berliner Elfmeter. Der Video-Assistent checkte die Szene und es blieb bei keinem Strafstoß nach der minimalen und nicht absichtlichen Berührung von Veljkovic.

1.FC Heidenheim – Borussia Monchengladbach 1:1 (SR: Martin Petersen)

Szene 6: In der Nachspielzeit der ersten Hälfte gab Schiedsrichter Petersen Strafstoß für Heidenheim! Ein Geschenk der Borussia, der Strafstoß kam aus dem Nichts. Lainer verlor den Ball viel zu einfach gegen Beste, der Ball rollte in den Strafraum. Dort räumte Elvedi Kleindienst ab, der klar zuerst am Leder war. Jedoch meldete sich der Kölner Keller Bei Bestes Balleroberung stand Kleindienst knapp im Abseits, der Strafstoß  daher zu Recht zurückgenommen.

Quelle: ig-schiedsrichter.de/rk

Dieser Beitrag hat 8 Kommentare

  1. Haas

    Können wir mal darüber reden, was mit Schlager heute los war?
    Eigentlich ein ruhiger, unauffälliger Spielleiter. Heute wurden Karten um sich geworfen in einem eigentlich fairen Spiel, einige Fehlentscheidungen, kurz vor Ende der Schiri-Ball zu Rönnow verlegt, die Nachspielzeit nicht verlängert. Er mutierte zu einem Hauptdarsteller was ganz ungewöhnlich ist… einer der schwächsten Schiri-Auftritte der Saison in einem normal zu leitenden Spiel… sehr überraschend!

  2. Eisi

    Ich gehe bei den meisten Szenen mit, aber Szene 1 und 2 waren gravierende und leider spielentscheidende Fehlentscheidungen bei denen der VAR versagt hat. In Szene 1 wird nach Ansicht der gezeigten Wiederholungen sofort klar, dass Bernardo zuerst klar den Ball spielt, bevor er Lee berührt.

    Bei Szene 2 sind noch 2 weiter Verteidiger in der Nähe. Mit annähernd 100%iger Wahrscheinlichkeit verhindert Lacroix im nächsten Moment die Torchance und greift aktiv in die Szene ein. Er kommt im Vollsprint von der Seite und hat einen deutlich kürzeren Weg als Mbabu. Hier von einer vertretbaren Entscheidung zu sprechen, halte ich für mehr als falsch.

  3. Ludger Nienhaus

    Nach den letzten Wochen wird immer klarer wie schlecht unsere Schiedsrichter sind. Ich hoffe es wird keiner mehr in der Champions League eingesetzt. Blamage für Deutschland vorprogrammiert.

  4. Dieter Albrecht

    Ludger Nienhaus, warum diese Pauschalkritik? In Deutschland ist alles schlecht, schreiben Sie. Dem widerspreche ich. Felix Zwayer bekommt herausragende Spielansetzungen in der CL Er wird mit hoher Wahrscheinlichkeit als Nummer eins, gemeinsam mit Daniel Siebert bei der anstehenden EM pfeifen. Hinter der Nummer drei, Tobias Stieler, kommt mit Sven Jablonski unser größter Hoffnungsträger. Harm Osmers wird stark gefördert. Es ist nicht alles so schlecht. Unverkennbar bleibt dennoch, dass es Probleme beim Nachwuchs gibt. Das ist in anderen Ländern auch nicht anders.

  5. Reinhold Schwaiger

    Es hängt auch davon ab zu welchem Schiedsrichter welcher VAR beigestellt wird! Siehe Brych (SR) und Zwayer (VAR) bei einer WM. Und die Verwicklung Zwayers bei einem Wettskandal scheint vergessen.
    War übrigens Mal selbst SR….

  6. Dieter Albrecht

    Herr Schwaiger, wie lange wollen Sie Felix Zwayer seine nie vollständig geklärte Beteiligung am Wettskandal noch vorhalten? Angeblich soll er 300 € vom Betrüger Hoyzer erhalten haben. Glauben Sie wirklich, dass sich ein Schiedsrichter mit einem derartig lächerlich geringen Betrag bestechen lässt? Er ist dafür vom DFB sanktioniert worden. Das liegt 20 Jahre zurück.
    Ich handele nach dem Prinzip: Jeder hat eine zweite Chance verdient. Das gilt selbstverständlich auch für unseren derzeit besten Schiedsrichter, der im internationalen Bereich tätig ist. Die Nominierung zur EM 2024 ist ihm leistungsmäßig sicher. Das allein ist aus seinen hochwertigen Spielansetzungen in der FIFA / UEFA zu erkennen.
    Vor einem Jahr stand Zwayer psychisch kurz vor dem Ende seiner Laufbahn. Dazu beigetragen hat auch die anhaltende Zermürbungstaktik des ehemaligen Schiedsrichters Manuel Gräfe, dem Besserwisser und sogenannten Saubermann des deutschen Schiedsrichterwesens. Zwayer hat nach einer mehrwöchigen Pause weitergemacht und das ist gut so.

    1. Reinhold Schwaiger

      Geschätzter Herr Albrecht, ich halte Hr. Zwayer nichts vor. Ich halte nur die SR-Ansetzungen für ungeschickt. Und vor 20 Jahren waren die sog. Aufwandsentschädigungen für SR und LR, heute SR-Assistent, deutlich geringer. Polemisch klingt eher Ihre Abwertungen des Herrn Gräfe, der sehr deutlich Missstände innerhalb des DFB und SR-Ausschusses benennt. Siehe auch Amarell / Kempter!

  7. Dieter Albrecht

    Herr Schwaiger: Früher war eben vieles anders. Das gilt vor allem auch für die Bezahlung der Schiedsrichter. Da gab es für ein Bundesligaspiel noch 72,– DM. Der Betrag errechnete sich für drei Tage (Hinreise, Spielleitung und Rückreise), damit keine Steuern auf die Nebeneinnahmen zu entrichten waren.
    Manuel Gräfe hat sicher auch Missstände benannt, vor allem aber zum gewaltigen Rundumschlag mit der Abwertung nahezu aller Schiedsrichter ausgeholt. Er war und ist nach seiner Auffassung der Allergrößte. Das glaubt er zumindest immer noch. Da Gräfe offenbar ohne geregelten Job und Einkommen ist, will er vom DFB nahezu eine Million EURO einklagen, gerechnet bis zum 52.(?) Lebensjahr. Da hat ihn sein Anwalt offensichtlich nicht gerade uneigennützig beraten, um damit sein Honorar in die Höhe zu treiben.
    Gräfe war sicher ein guter Schiedsrichter, hat immer die herausragenden Spiele in der Bundesliga bekommen. Seine erhebliche Charakterschwäche ist jedoch unverkennbar. Deshalb haben sich das ZDF und SPORT 1 von ihrem sogenannten Experten nach kurzer Zeit wieder getrennt.
    Zur Sache Amerell und Kempter ist bereits alles gesagt. Manfred Amerell hat ihn gefördert und als er seine persönlichen Wünsche nicht erfüllt hat, wie eine heiße Kartoffel wieder fallen lassen. Bitter war für Michael Kempter, dass ihm der DFB danach eine zumeist übliche zweite Chance verwehrt hat. Er war als Schiedsrichter ein absolutes Multitalent, hätte in den vergangenen Jahren ganz oben auf der internationalen Liste gestanden.
    Felix Zwayer wird Deutschland bei der WM 2026 vertreten. Er hat es in den vergangenen Jahren aufgrund seiner konstant guten Leistungen geschafft, zu den weltweit absoluten Top-Schiedsrichtern zu gehören. Wünschen wir ihm und seinen Assistenten eine erfolgreiche Weltmeisterschaft.

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