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Eine Katastrophe für den Fußball

Man hat gedacht, der vergangene 20. Spieltag war der Tiefpunkt, doch auch an diesem Bundesliga-Spieltag war es nicht viel besser. Ein Armutszeugnis für überforderte Schiedsrichter!

Wofür ist eigentlich der VAR da? Er soll Fehlentscheidungen des Schiedsrichters korrigieren und den Fußball gerechter machen! Doch jetzt versagen nicht nur die Schiedsrichter, die etwas auf dem Platz falsch einschätzen, auch die Unparteiischen im sogenannten „Kölner Keller“. An diesem Spieltag gleich zweimal! Im Moment sind die Schiedsrichter hoffnungslos überfordert.

Szene 1: Im Spiel FC Bayern gegen Hoffenheim kam es im Hoffenheimer Strafraum zu einem Gerangel zwischen Akpoguma und Bayern-Stürmer Diaz, Stieler pfeift sofort Elfmeter.

Das ist so dermaßen klar falsch. Der Angreifer packt zuerst mit den Händen zu. Wenn überhaupt Stürmerfoul die richtige Entscheidung aber niemals Elfmeter und erst Recht keine rote Karte!

Es bleibt schleierhaft, warum der Video-Assistent-Referee nicht eingreift und warum sich Stieler die Szene nicht am Spielfeldrand anschaut. Schiedsrichter können Fehler machen und etwas falsch wahrnehmen. Der VAR hat in der Bundesliga über 20 Kameraeinstellungen zu Verfügung, kann sich jede einzeln minutenlang anschauen. Da muss er das Erkennen und den Schiedsrichter an den Monitor schicken.

Sei das noch nicht schlimm gewesen, war es der Gipfel der Ungerechtigkeit, dass Akpoguma wegen einer vermeintlichen glasklaren Verhinderung der Torchance, auch noch die rote Karte sah. So musste der Außenseiter im Spitzenspiel -auf das sich die Fans freuten- nach 17 Minuten in Unterzahl spielen und wird dann relativ schnell langweilig. Eine absolute Katastrophe für den Fußball!

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Szene 2: Beim Spiel Mainz gegen Augsburg kam der Mainzer Ball im Strafraum eher an den Ball, Augsburgs Rexhbecaj zog trotzdem voll durch, schlug dann aber am Ball vorbei. Schiri Ittrich wartet kurz und pfeift Elfmeter für Mainz.

Auch hier prüfte der VAR (neun) minutenlang um am Ende zu seiner Entscheidung zu kommen, dass die Entscheidung nicht offensichtlich falsch ist. Das war für die Augsburg schon nach acht Minuten „spielentscheidend“

Im „Doppelpass“ bei Sport1 war Ittrich noch vorm Essen live zugeschaltet und hat sich ausführlich geäußert. Auf dem Platz hatte er subjektiv einen Kontakt wahrgenommen und sofort gepfiffen – er sah es als Foul. Er hatte Kontakt mit dem VAR, weil die Überprüfung so lange dauerte. Der VAR sagte ihm: „Wir können nicht auflösen, ob es einen Kontakt gab oder nicht“ (also keine klaren Bilder, die eindeutig Foul oder kein Foul beweisen). Deshalb ging Ittrich nicht selbst zum Monitor (On-Field-Review), weil er sich fragte: Bringt mir das wirklich neue, überzeugende Bilder? Der VAR verneinte das quasi. Im Nachhinein, nach Sichtung der TV-Bilder, räumte er ein: „Wenn ich die Bilder sehe, muss man wahrscheinlich davon ausgehen, dass es eher keiner ist.“ Er nannte seine eigene Entscheidung „eher dünn“ und „auf gar keinen Fall ein tausendprozentiger Elfmeter“. Wörtlich sinngemäß: „Da haben wir keine Argumente mehr. Natürlich bin ich überhaupt nicht zufrieden damit. Ich kann den Frust des FC Augsburg verstehen.“

Zusammengefasst: Ittrich gab den Fehler offen zu (kein klarer Kontakt, Phantom-Foul-ähnlich), schob es aber teilweise auf die unklaren VAR-Bilder und die Protokoll-Lage (keine klare Korrekturmöglichkeit). Er nahm den VAR nicht voll in Schutz, betonte aber das Prinzip „clear and obvious“ – wenn der VAR nichts Klares sieht, bleibt die Platzentscheidung stehen, auch wenn sie im Nachhinein falsch war.

Am Sonntag äußerte sich dann Schiri-Boss Knut Kircher im Fußball-Talk bei Bild und bezieht sich auf die Rote Karte in München, bei der der Schiedsrichter auf dem Platz Elfmeter gegeben und eine Rote Karte gezeigt hat – der VAR hat aber nicht eingegriffen. Solche extrem klaren oder sehr auffälligen Fehlentscheidungen („klar and obvious error“), bei denen der VAR eigentlich zwingend eingreifen müsste, werden wir nicht akzeptieren. Wir werden daran arbeiten müssen“ heißt: Das Schiedsrichter- und VAR-Team (inklusive Kircher als Boss) weiß, dass es hier ein Problem gibt → die Eingriffsschwelle oder die Interpretation im VAR-Raum war falsch/zu hoch/zu lax. Sie wollen das intern analysieren, Schulungen anpassen, Prozesse verbessern usw., damit der VAR in Zukunft bei solchen krassen Fällen zuverlässiger korrigiert.

Kurz gesagt: Es war ein offensichtlicher VAR-Fehler (kein Eingriff trotz klarer Fehlentscheidung auf dem Platz), den Kircher nicht schönredet. Stattdessen gibt er indirekt zu, dass der VAR hier versagt hat, und verspricht Besserung – weil man so etwas in der Bundesliga einfach nicht durchgehen lassen will/will akzeptieren. Das ist typisch für seine klare, selbstkritische Linie seit 2024: Er redet Fehler offen an, statt alles zu verteidigen, sagt aber gleichzeitig, dass man daran arbeitet, damit es seltener vorkommt.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. G. Fuchs

    Gute Analyse, aber Ihre Einschätzung zu Hr. Kircher teile ich mit Blick auf die seine bisherige Amtszeit nicht. Dagegen spricht die Leistungsentwicklung während seiner Ägide sowie die „alles im Ermessensspielraum des SR“ Rhetorik. Aber mit Blick nach vorne darf er mich sehr gerne eines Besseren belehren.

  2. Abdullah

    Achja es wird analysiert und verbessert. Dann schauen wir mal was besser wird. Bisher ist die Qualität der Schiedsrichter und die des VAR immer schlechter geworden. Das Schiri Wesen taumelt, ähnlich wie die Politik, ihrem Ende entgegen

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