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Sascha Stegemann wurde von VAR Sören Storks im Stich gelassen.

So macht man den Fußball kaputt

Was für ein Horror-Spieltag von unseren Bundesliga-Schiedsrichtern! In Hamburg, Leipzig, Augsburg, Leverkusen gab man Witzelfmeter, die keine waren, die Eintracht hätte Rot sehen müssen. Verfolger Dortmund hatte gegen Heidenheim Schiri-Glück und profitierte von Fehlentscheidungen. Die Spieltagsanalyse der Bundesliga:

Borussia Dortmund – 1. FC Heidenheim 3:2 (SR: Dr. Matthias Jöllenbeck)

Szene 1: Für mich hätte das aberkanntes Tor für Heidenheim zählen müssen. BVB-Torwart Gregor Kobel wurde nicht regelwidrig angegangen, er wurde zwar leicht von Mainka berührt, aber das ist nicht ausreichend dafür, dass er den Ball nicht festhalten konnte.  Ihm klitschte der Ball durch seine nassen Handschuhe. Wenn der Torwart den Ball durch schlechten Grip (Regen/Feuchtigkeit → nasse Handschuhe) verliert und der Angreifer dann fair dran ist, ist das kein Foul und dann sollte das Tor zählen – es liegt dann am Torwart selbst, den hohen Ball im Herauslaufen sicher zu fangen. Das ist mehr ein Torwartfehler, als ein Regelverstoß durch den Angreifer. Glück für Dortmund! [TV-Bilder – ab 0:50 Minuten]

Szene 2: Nach 32. Minuten erneute eine Szene die belegt, warum das Spiel so diskussionswürdig war. Nach einer Ecke von Yan Couto setzte sich Anton am zweiten Pfosten gegen Mainka und Hennes Behrens durch, Mainka hielt und umklammert ihn leicht und zog ihn zu Boden. Dortmund protestierte massiv auf Elfmeter, aber Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck (Freiburg) winkte durch – für ihn reichte die Aktion nicht für einen Strafstoß. Für mich ist das ein zu langes und intensives Halten um den Dortmunder zu Fall bringen. Das ist ein Strafstoß und für mich eine Fehlentscheidung. [TV-Bilder – ab 2:10 Minuten]

Szene 3: Kurz vor der Pause ging der BVB in Führung obwohl Heidenheim massiv protestierte, weil Guirassy Ramaj im Luftduell ihn behindert haben will als er den Ball fallen ließ, staubte Anton ab. Diese Szene ist absolut vergleichbar wie zuvor bei Kobel gegen Mainka. Und für mich muss man beide Treffer nicht abpfeifen. Das sind normale Strafraumgerangel und wenn kein klares Halten, Schubsen, Ziehen vorliegt, wird weitergespielt. Ein Torwart in der Bundesliga muss in der Lage sein, trotz leichter Berührungen den Ball sicher zu fangen. Was aber überhaupt nicht geht, dass ein Schiedsrichter zweimal in gleichen Situationen jeweils anders entscheidet.  Wo ist da die Einheitlichkeit in der Bewertung? [TV-Bilder – ab 02:55 Minuten]

Szene 4: Eine weitere diskussionswürdige Szene ist der aberkannte Heidenheimer Treffer und der Elfmeter für Dortmund.  Bei einer Dortmunder Flanke springt ein Heidenheimer Verteidiger hoch, um den Ball per Kopf zu klären. Er berührt aber den Ball mit dem Arm. Dieser ist dabei über Schulterhöhe ausgestreckt, vergrößert die Silhouette und berührt den Ball mit der Hand – klassische Kriterien für unnatürliches Handspiel nach aktueller Regel. Eine Armposition außerhalb der natürlichen Körperhaltung und die Vergrößerung der Fläche führen immer zum Handelfmeter – unabhängig von der Absicht. [TV-Bilder – ab 06:05 Minuten]

Szene 5: Auch der zweite Elfmeter für Dortmund, der Foulelfmeter in der 85. Minute war auch eine sehr glückliche Entscheidung aus BVB-Sicht – und passt perfekt in die Serie von Glück für Dortmund in diesem verrückten 3:2-Spiel. Heidenheims Innenverteidiger Tim Siersleben kam ins Zweikampf-Duell. Es gab einen leichten Kontakt kaum spürbaren Kontakt am Knöchel/Bein von Guirassy von Tim Siersleben und war sehr minimal. Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck pfeift trotzdem sofort Elfmeter. Eine klare Fehlentscheidung wars hier nicht, aber eine sehr harte Entscheidung. Der BVB hatte heute in mehreren Situationen großes Schiriglück und profitierte vom Ausrutscher der Bayern. [TV-Bilder – ab 08:18 Minuten]

Hamburger SV – FC Bayern München 2:2 (SR: Harm Osmers) 

Szene 6: Das Spiel begann gleich mit einem Aufreger, als Harrys Kane viel zu ungestüm ins Duell mit Heuer Fernandes ging und ihn hart am Fuß getroffen hatte. Das Tor von Karl im Nachhinein zählte deshalb nicht. Für dieses rücksichtlose und harte Foul hätte der Münchner zwingend die gelbe Karte sehen müssen. Kane traf den Keeper mit dem gestreckten Bein hart am Fuß, verfehlte weitestgehend den Ball, traf primär nur den Mann. Obwohl das Einsteigen rücksichtslos und mit hohem Risiko für den Torwart war – nach DFB-Regeln (rücksichtsloses Foulspiel) wäre mindestens Gelb fällig gewesen, besonders bei Kontakt am offenen Bein/Fuß ohne Ballgewinn mit einer hohen Intensität. Man könnte hier auch über Rot nachdenken, da aber Kane bei diesem Einsteigen leicht den Ball und den Keeper nicht mit der vollen Sohle traf (Fußspitze traf den Fuß und Ball) ist Gelb für dieses Foul für mich ausreichend. [TV-Bilder – ab 0:08 Minuten]

Szene 7: Michael Olise und Daniel Elfadli gerieten in der 9. Minute mit einem weiteren klassischen Aufreger aus diesem Schiri-Wahnsinns-Spiel aneinander – und aus Bayern-Sicht absolut kein Elfmeter. Olise dribbelte von rechts in den Strafraum, setzte Elfadli unter Druck. Olise ging nach leichtem Kontakt am Knie/Bein/Körper) zu Boden – TV-Bilder zeigten den minimalen Touch. Schiedsrichter Harm Osmers lässt weiterlaufen. Olise reklamierte, die Bayern-Bank tobte – aber die Szene wurde zur Recht als kein strafbares Foul gewertet, weil der Kontakt zu gering ist und Olise teilweise abhebt oder den Fall initiiert. [TV-Bilder – ab 0:45 Minuten]

Szene 8: Nach einer halben Stunde der größte Aufreger des Spiels. Joshua Kimmich trifft vermeintlich Nicolai Remberg am linken Schienbein. Remberg ging sofort zu Boden, Schiedsrichter Harm Osmers pfiff ohne Zögern Elfmeter für HSV. Für mich eine klare Fehlentscheidung! Es war ein leichter kaum sichtbarer Kontakt. Man erkennt in der Zeitlupe den Kontakt nicht. Selbst wenn es ein touchieren am Schienbein ist, ist das ein so minimaler Kontakt, der nicht für ein Foul ausreicht. Eine klare Fehlentscheidung, der der VAR hätte korrigieren muss! [TV-Bilder – ab 02:30 Minuten]

Szene 9: In der Nachspielzeit nochmal Aufregung bei diesem Nord/Süd-Klassiker. Der Arm von Daniel Elfadli war nah am Körper angelegt, keine unnatürliche Vergrößerung der Silhouette oder aktive Bewegung zum Ball. [TV-Bilder – ab 06:54 Minuten]

RB Leipzig – 1. FSV Mainz 05  1:2 (SR: Daniel Schlager)

Szene 10: Auch bei diesem Spiel gab es riesen Diskussionen. In Minute 4 konterte Mainz nach Ballgewinn in der eigenen Hälfte, Hollerbach war durch, Bitshiabu hängte als letzter Mann dran. Bitshiabu machte das clever: lief mit, setzt sich neben/leicht hinter Hollerbach, es kam zu einem robustem Kontakt. Der Mainzer Hollerbach strauchelte, verlor das Gleichgewicht und kam nicht zum Abschluss. Schiedsrichter Daniel Schlager hört kurz nach pfiff aber nicht – weder Elfmeter noch Ecke. Für mich ist das ein Elfmeter. Der Mainzer ist mit schnellen Schritten auf den Weg Richtung Tor und bekam vom Leipziger den klaren Wirkungsstoß in den Rücken, wodurch er außer Tritt kam und fiel. Hier sollte auch der VAR korrigierend eingreifen. [TV-Bilder – ab 0:35 Minuten]

Szene 11: Ein Beleg für den absolut schlechten Spieltag der Schiedsrichter ist diese Szene, als Schlager plötzlich Elfmeter für Mainz pfeift. Was für ein Witz, die das Spiel komplett drehte! Phillip Tietz stellte den Fuß raus, suchte den Kontakt aktiv (statt den Ball zu spielen), Raum kam zu spät und trifft ihn leicht – aber Tietz nahm den Kontakt dankend an, ging theatralisch zu Boden und bekam den Strafstoß. Hier hätte VAR Tobias Reichel eingreifen müssen! [TV-Bilder – ab 03:30 Minuten]

VfB Stuttgart – SC Freiburg 1:0 (SR: Florian Badstübner)

Szene 12: Max Rosenfelder (Freiburg) bekam bei einer Flanke im eigenen Strafraum den Ball an den Arm. Stuttgart reklamierte, doch Schiri Badstübner pfiff. Er lag richtig, weil der Arm nah am Körper war und der Ball wuchtig an den Arm geschossen wurde. Dadurch ging der Arm erst weg vom Körper. Ein Handspiel ist nur strafbar, wenn der Arm unnatürlich positioniert ist (ausgestreckt, über Schulterhöhe, vergrößert die Körperfläche aktiv) und der Ball dadurch torverhindernd wirkt oder Vorteil bringt. Bei angeschossenem Arm (Ball trifft unerwartet, Arm in normaler Haltung) gilt kein strafbares Handspiel – selbst wenn der Arm durch Wucht leicht abhebt. Das ist Standard-Interpretation im Sinne des IFAB-Regelwerks. [TV-Bilder – ab 0:28 Minuten]

Szene 13: Erneut reklamierte der VfB ein Handelfmeter eines Freiburgers im Strafraum, doch hier pfiff Florian Badstübner den Schubser von Deniz Undav (Stuttgart als er Philipp Treu (Freiburg) mit beiden Händen am Elfmeterpunkt schubste. Undav ging ins Duell schubst den Verteidiger klar in den Rücken/Körper – das ist ein klares Offensivfoul (Behinderung, Stoßen ohne Ball), wodurch das nachfolgende Handspiel im Strafraum nicht mehr relevant wird und Stuttgart vergeblich auf Handelfmeter reklamiert Gutes Auge vom Schiedsrichterteam! [TV-Bilder – ab 01:28 Minuten]

Eintracht Frankfurt – Bayer 04 Leverkusen 1:3 (SR: Robert Schröder)

Szene 14: Nach einem weiten Einwurf von Arthur Theate (Frankfurt) landete der Ball im Leverkusener Strafraum. Arnaud Kalimuendo (Eintracht-Stürmer) ging zum Ball, Robert Andrich (Leverkusen) wollte klären/den Ball spielen, kam aber zu spät und traf Kalimuendo mit dem Fuß am Bein. Er trifft nur das Bein, kein Versuch den Ball zu spielen.  Kalimuendo ging zu Boden, Schiedsrichter Robert Schröder (Hannover) lässt zunächst weiterlaufen. VAR Daniel Siebert machte alles richtig, griff ein, Schröder ging an den Monitor – doch nach Review verkündet er, dass kein Foul vorläge. Eine klare Fehlentscheidung! Es hätte Elfmeter geben müssen. Der Kontakt ist spürbar, Kalimuendo fiel nicht freiwillig. [TV-Bilder – ab 0:45 Minuten]

Szene 15: Ellyes Skhiri (erst in der 69. Minute für ein Foul an Arthur an der Seitenlinie verwarnt) zog im Mittelkreis das Bein noch einmal unnötig gegen Christian Kofane (Leverkusen) hoch. Der Ball war längst weg, Kofane war schon durch – Skhiri traf ihn mit offener Sohle am Bein und brachte ihn klar zu Fall. Schiedsrichter Robert Schröder zeigte sofort die zweite Gelbe Karte. In den Fußballregeln ist ein Foul mit offener Sohle mit gestrecktem Bein und der Sohle voraus oft zwar als grobes brutales Foul einzustufen – und je nach Höhe des Treffers kann das direkt zu einer Roten Karte führen. Die entscheidende Grenze ist die Knöchelhöhe:

  • Über Knöchelhöhe getroffen (z.B. am Schienbein oder höher): Das gilt als übermäßige Härte oder gefährliches Spiel und muss in der Regel mit Rot geahndet werden. Das ist unabhängig von Absicht, Geschwindigkeit oder ob der Ball zuvor berührt wurde – der Schutz des Spielers steht im Vordergrund.

  • Unter Knöchelhöhe getroffen (z.B. am Fuß oder genau am Knöchel): Hier liegt die Entscheidung beim Schiedsrichter – es kann Gelb (rücksichtslos) oder eine Verwarnung sein, je nach Intensität und Situation. In der Szene mit Ellyes Skhiri: Er zog das Bein unnötig hoch und traf Christian Kofane mit offener Sohle am Bein, was ihn zu Fall brachte. Schröder gab zweite Gelbe (Ampelkarte), weil es als rücksichtslos (nicht als übermäßig hart) gewertet wurde – wahrscheinlich traf es nicht klar über dem Knöchel oder die Härte reichte nicht für direkt Rot. Aber viele Fans und Experten sehen solche Aktionen oft als „Rot-würdig“, besonders wenn der Ball schon vorbei ist und der Kontakt vermeidbar war. Skhiri hatte Glück, dass es „nur“ die zweite Gelbe war – bei strengerer Auslegung (z.B. wenn höher getroffen) hätte es direkt Rot sein können.

Wenn ich jetzt ehrlich bin, für mich ist das vom Trefferbild eine glattrote Karte. Er kommt hier von hinten, trifft ihn mit dem gestreckten Bein und der offenen Sohle im Grenzbereich zwischen Fuß und Knöchel. Der Spielerschutz soll priorisiert werden es soll in Grenzfällen die rote Karte gezeigt werden. Für mich daher eine Fehlentscheidung im Grenzbereich – besonders wenn man das Trefferbild genau betrachtet: von hinten kommend, gestrecktes Bein, offene Sohle und der Kontakt im Grenzbereich Fuß/Knöchel/Schienbein-Anfang. Das ist genau der Bereich, in dem die DFB/IFAB-Richtlinien (und die Praxis in der Bundesliga) den Spielerschutz priorisieren und in Zweifelsfällen direkt Rot geben sollen. [TV-Bilder – ab 06:20 Minuten]

Szene 16: Eine weitere höchst strittige Szene ereignete sich im Frankfurter Strafraum. Patrik Schick (Leverkusen) im Strafraum ist und hatte Glück, dass es keinen Elfmeter für Leverkusen gab. Es kam zu einem klarem Stoß von hinten – Schick wurde deutlich gestoßen und ging strauchelnd zu Boden. Für mich eine Fehlentscheidung und die Eintracht hatte Glück, dass es keinen Elfmeter gab. Der Stoß war klar spürbar. Schick wurde aus dem Gleichgewicht gebracht, ohne dass er den Ball spielt oder selbst foul spielt. Regeltechnisch ein strafbares Stoßen/Behinderung im Strafraum → Elfmeter für Leverkusen. [TV-Bilder – ab 06:55 Minuten]

Werder Bremen – Borussia Mönchengladbach 1:1 (SR: Felix Zwayer)

Szene 17: Kevin Stöger bekam den Ball nach einer Flanke von Romano Schmid aus kurzer Distanz an die Hand geschossen, versucht aber instinktiv, die Hand mit einer Reflexbewegung zurückzuziehen aber Schiedsrichter Felix Zwayer pfiff keinen Handelfmeter. In der Bundesliga ist die Linie bei Handspiel streng: Wenn der Arm unnatürlich positioniert ist z.B. durch leichtes  abgespreizt, vergrößert die Silhouette oder der Ball torverhindernd wirkt, gibt’s oft Elfer – auch bei Reflexbewegungen aus kurzer Distanz (Beispiele: Cucurella-ähnliche Szenen, Guirassy-Hand oder frühere Fälle wie Engelhardt bei Gladbach. Hier spricht der Versuch des Zurückzuziehen für kein absichtliches Handspiel und natürliche Position. Der für mich korrekt kein Elfer nach aktueller Auslegung (angeschossen + Reflex = wird oft durchgewunken). [TV-Bilder – ab 03:50 Minuten]

TSG Hoffenheim – 1. FC Union Berlin (SR: Dr. Robin Braun)

Szene 18: Fisnik Asllani (Hoffenheim) ist im Strafraum vorne dran und ging zum Ball. Leopold Querfeld (Union Berlin) versucht einen Befreiungsschlag kommt aber zu spät. Querfeld traf zuerst klar Asllani am Bein, bevor er den Ball berührt – klassisch „Mann vor Ball“. Schiedsrichter Dr. Robin Braun (Wuppertal) pfiff sofort Elfmeter für Hoffenheim. Ein klarer Elfmeter. Zwar ist Querfeld eindeutig zu spät, will den Ball spielen, aber die Bilder zeigen, er trifft erst den das Bein, erst danach den Ball. [TV-Bilder – ab 01:50 Minuten]

Szene 19: Nach einem hohen Ball ins Hoffenheimer Strafraum-Gewühl fiel der Ball Ilyas Ansah (Union) vor die Füße. Ansah legte ab auf Rani Khedira (Unions Kapitän), der aus zentraler Position abzog – ein Rechtsschuss, der durch Grischa Prömel (Hoffenheim) noch abgefälscht wurde. Der abgefälschte Ball schlug unhaltbar unten links ein – Oliver Baumann (Hoffenheim-Torwart) ist geschlagen, weil die Richtungsänderung durch Prömel perfekt war. Schiedsrichter Robin Braun pfiff zunächst wegen eines vermeintlichen Offensivfouls von Ansah an Albian Hajdari im Vorfeld bei einem für ihn leichten Körperkontakt beim Ballgewinn ab. Video-Assistent Nicolas Winter griff ein, Braun ging an den Monitor und korrigierte sich: Kein Foul. Ansah beging kein Foul an Hajdari. Das Tor zählte im Anschluss zum 3:1-Endstand zurecht. [TV-Bilder – ab 05:55 Minuten]

FC Augsburg – FC St. Pauli 2:1 (SR: Sascha Stegemann)

Szene 20: Zum Schluss noch die wohl klarste Fehlentscheidung des 20. Bundesliga-Spieltags, als Schiedsrichter Sascha Stegemann (Niederkassel) auf dem Elfmeterpunkt deutete dem vermeintlichen Sünder noch Gelb zeigte und der VAR Sören Storks nicht eingriff. Skandal! Marius Wolf (Augsburg) grätschte im eigenen Strafraum entschlossen, um den Ball wegzuspielen – er traf den Ball klar und sauber zuerst. Direkt danach (durch die Folgebewegung des gestreckten Beins) traf er Manolis Saliakas (St. Pauli) am Knöchel/Bein – Saliakas ging zu Boden. Stegemann pfiff  sofort Elfmeter für St. Pauli (zeigt auf den Punkt), kein VAR-Eingriff. Danel Sinani verwandelte zum 0:1. Es ist unfassbar, aber solche Elfmeter machen den Fußball kaputt und führen den VAR zum völligen ad adsurdum. Wolf spielt den Ball, das ist mit Risiko verbunden, aber es ist kein Foul – da verstehe ich den Ärger der Augsburger. Bei ballspielender Grätsche (Ball zuerst getroffen) gilt der nachfolgende Kontakt oft als unvermeidbar / kein Foul, besonders wenn keine übermäßige Härte vorliegt (kein Stollen hoch, kein brutales Einsteigen). Hier war’s eine saubere Rettungsgrätsche, der Kontakt war Folge – kein klares Foul. Stegemann pfiff hart, wohl wegen des „Nachsetzens“ oder Foul mit Intensität, aber der VAR hätte korrigieren müssen.  Hier sollte der DFB die gelbe Karte für Marius Wolf und für Augsburgs Trainer Manuel Baum aufheben, denn diese waren nicht nur falsch, sondern auch wegen dieser Entscheidung nachvollziehbar. [TV-Bilder – ab 03:10 Minuten]

Dieser Beitrag hat 12 Kommentare

  1. Tobi

    Die beiden Situationen in Dortmund, bei denen die Torhüter den Ball fallen lassen, werden hier als gleich dargestellt. Guirassy geht mit angelegten Arm zum Kopfball hoch während Mainka mit nach oben/vorne gestreckten Armen in den Zweikampf geht und mit dem Arm den fangbereiten Arm von Kobel zur Seite drückt.
    Erst einmal frage ich mich, wieso dieser deutliche Unterschied nicht erwähnt wird, der diese Szenen mMn überhaupt nicht vergleichbar macht und dann, wie dies hier eingeschätzt wird? Es steht ja vollkommen außer Frage, dass es einen Torwart behindert, wenn seine Arme im fangbereiten Zustand auseinander gedrückt werden.
    So, wie es hier steht und beide Szenen als identisch dargestellt werden, könnte man auch schreiben, das die Elfmeter von Dortmund beide Tore waren, schließlich waren sie identisch, der gleiche Schütze hat geschossen

  2. G. Fuchs

    Das Dilemma ist hausgemacht. Mich erinnern diese hilflosen Versuche der SR-Führung seit Jahren an „Und täglich grüßt das Murmeltier“ oder „immer und immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten ist die Definition von Wahnsinn“. Bzgl. Frankfurt – Leverkusen hätte ich mir zudem gewünscht, auch den kann-Elfmeter für Frankfurt in der 59 Minute zu erwähnen. Sonst könnte man ja den Eindruck gewinnen, das Versagen von Hr. Schröder an diesem Spieltag hätte sich letztlich ausgeglichen. Apropos Hr. Schröder: Ich habe mich gefragt, wie es zu dieser Nichtleistung trotz VAR Eingriff kommen konnte. Also „Cui Bono (wem nützt es)“, so wie bei abstrusen wirtschaftlichen/politischen Entscheidungen auch. Meine These: Es ging ihm nur um sich und seine Spielbewertung. Ich habe hier ja zu meiner Verwunderung gelernt, dass ein erfolgreicher VAR Eingriff dem SR negativ ausgelegt wird. Dies lasst sich im Umkehrschluss dann sicher vermeiden, wenn er entscheidet „nein, meine Meinung war richtig“. Über die Rückendeckung der SR-Leitung kann er sich ja recht sicher sein, seit Hr. Kircher nahezu alles im Ermessensspielraum der SR sieht. Oder – Stichwort Ego – wollte er sich von dem „hierarchisch höher stehendem“ Hr. Siebert als VAR nichts vorschreiben lassen? Mit dem nötigen Schuss Sarkasmus könnte man auch denken, er wollte sich in die gute Tradition der SR einfügen, glasklare Elfmeter für Frankfurt in Spielen gegen Leverkusen nicht zu geben.

  3. Mor

    VAR oder nicht…die Qualität der Schiedsrichter ist einfach ein Witz, der absolut unlustig ist und nix mehr mit Fußball zu tun hat…
    Es ging über Jahrzehnte besser!!

    1. Thomas B.

      Ging es wirklich besser? Oder haben wir nur das wahrgenommen, was auch die SR sahen? Ohne 10 Kamera-Perspektiven und die dazugehörigen Zeitlupen – mit Betonung auf Lupe?
      Jeder hat gute und schlechte Tage – JEDER.

  4. Thomas Diederich

    Die Entscheidung des Schiedsrichters auf dem Platz basiert auf seiner konkreten Sicht und ist erstmal zu akzeptieren.

    Kameras aus anderen Perspektiven liefern häufig bessere Blickwinkel, die dem Schiedsrichter in Echtzeit nicht zur Verfügung stehen, was uns allen jedes Wochenende auch klar wird wenn Zuschauer auf einem Wall oder Hügel oder der Tribüne das Spiel munter kommentieren.

    Genau hier liegt dann die Aufgabe des VAR:
    unterstützen, wenn die Bilder eine klare Fehlentscheidung zeigen.
    Nicht eingreifen, wenn die Situation interpretierbar bleibt.
    Das war leider am Wochenende schlecht.
    Punkt.

    Das Spiel ist schnell, die Spieler sind taktisch klug.
    Umso wichtiger ist, dass Kameratechnik und VAR verlässlich funktionieren und ihre Rolle sauber ausfüllen: als Absicherung, nicht als Ersatz für den Schiedsrichter.

    1. G. Fuchs

      Nur muss ich dann die Absicherung auch annehmen! Es ist doch absurd, wenn ein FIFA-SR wie in Frankfurt mit seinem Eingriff als VAR eine klare Fehlentscheidung anzeigt und der SR denkt „och nee, sehe ich anders, weil ich ja der Beste und der Chef bin“. Sorry, das ist absurd; hier wäre TEAMWORK angesagt (so könnte man bspw. auch den 4. Offiziellen miteinbeziehen; aber dazu müsste man bessere Entscheidungen wollen. Andere Sportarten machen das vor). Vielleicht sollte man zur Erklärung der Entscheidung parallel auch die Bilder auf den Anzeigetafeln laufen lassen. Dann würden sicher solch abstruse Ergebnisse nicht passieren.

    2. Thomas Bierl

      Danke! Ein sehr guter, weil mich ansprechender Kommentar.
      So lange Menschen entscheiden, ist es subjektiv. Da kannste noch so viele objektive Regeln, Gesetze, Verordnungen sowie Durchführungsbestimmungen haben, es bleibt subjektiv. Nicht nur im Fußball. Strafrecht: Der eine verurteilt zum Mord, der andere zum Totschlag. Diebstahl: der eine „gibt Knast“, der andere ne Geldstrafe. Der Staatsanwalt plädiert so, der Rechtsanwalt natürlich anders. Aber die Tatsachen und Beweise sind erstmal objektiv gleich! Und möge es lange so bleiben, sonst regiert die KI und dann gute Nacht!

  5. Norman

    Warum wurde im Bayern-Spiel der Schubser in den Schlussminuten nicht bewertet?

  6. Abdullah

    Wahnsinn was am Wochenende abging… Und dann sind das auch fast alles noch FIFA SR. Auch das Stegemann vom VAR im Stich gelassen wurde, ist ja nur die Spitze des Versagens. JEDER hat gesehen, dass dies kein Elfer war… JEDER da brauch ich keinen VAR. Osmers ist mittlerweile der mit Abstand schlechteste Schiri der Bundesliga. Unfassbar was die Spieler auf beiden Seiten sich da erlaubt haben. Dazu seine zahlreichen Fehlentscheidungen. Keine Persönlichkeit, kein Spielmanagement… Nichts. Bei Schlager und Schröder ist mir jedes Wort zu viel. Diese vier sollten dauerhaft in der J League oder auf Zypern pfeifen oder es gut sein lassen. Es wird nicht mehr besser – hab jede Hoffnung verloren

  7. Appelmann walter

    Der VAR gehört in seinen Entscheidungsbereich auf ein minimum beschränkt. Sofortige Änderung beim VAR, keine aktiven BL SR in den Keller, so wird vermieden dass sie sich gegenseitig in die Pfanne hauen. Sofortige Einführung zu einem Leistungsklassen Prinzip bei den SR, so wie in allen anderen Spielklassen auch , mit Auf – und Abstieg. Schluss mit der Wohlfühloase bis zur Altersklasse. Rückkehr zur alten Handspielauslegung und zum Lauf und Stellungsspiel…Sie stehen nur noch im Weg, werden ständig abgeschossen, ein SR hat im Strafraum nix verloren.

  8. Ernie

    HSV-Bayern noch eine weitere Fehlentscheidung.
    Aus dem Stadion beobachtet. TV-Bilder Zeugen ein Foul an Viera an der Seitenlinie, gepfiffen wird Einwurf für Bayern. Was im Fernsehen nicht zu sehen ist: Nachdem Viera am Boden liegt und liegen bleibt, stehen sofort 5 Bayern Spieler um ihn herum und reden auf ihn ein.
    Bin nicht so regelfest, aber da muss es doch auch irgendwann mal Handlungen geben?

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