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Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 22. Spieltag | 3. Liga

Wie auch in der Bundesliga gab es an diesem Spieltag in der 3. Liga überwiegend negative Schiedsrichter-Leistungen. Besonders im Fokus stand diesmal der sonst so gute Martin Wilke der einen rabenschwarzen Tag bei der Partie 1860 München – Aachen erwischte. Auch Daniel Bartnitzki stand erneut im Fokus, der beim Derby Schweinfurt – Regensburg im Einsatz war und bei der roten Karte im Mittelpunkt stande. Die weiteren Szenen in der Analyse und hier die Top 3 des Spieltages:

Platz 🥇 – Leonidas Exuzidis:
Erneut in den Top 3 und diesmal auf Platz 1 zu finden ist Schiedsrichter Leonidas Exuzidis der das Sonntagabend-Spiel RW Essen – Wehen Wiesbaden bekam. Eine sehr kurze Anreise hatte Exuzidis, da er aus dem naheliegenden Castrop-Rauxel kommt und somit wahrscheinlich am Sonntagabend noch nach Hause fuhr. Die Rückreise konnte er aber mit einem sehr positiven Gefühl antreten, da er das Spiel über 90 Minuten unter Kontrolle hatte, eine gute Kommunikation an den Tag legte und nie im Mittelpunkt stand! Eine sehr gute und souveräne Leistung und vielleicht ja ein weiteres Argument für einen möglichen Aufstieg für ihn in die Liga 2!

Platz 🥈 – Cengiz Kabalakli:
Den Auftakt des Spieltages machte Cengiz Kabalakli aus Gelsenkirchen der zur Partie Havelse – Aue musste. Früh in dem Spiel gab es eine strittige Handspielszene, die aber vom Gespann rund um Kabalakli richtig bewertet wurde, da es erstens Abseits und zweitens auch kein strafbares Handspiel war. Gut gesehen in der Szene! Ansonsten plätscherte das Spiel vor sich hin, es gab 1-2 Kleinigkeiten wo Kabalakli paar Diskussionen schlichten musste, aber ansonsten war es eine rundum akzeptabele Leistung!

Platz 🥉 – Sebastian Hilsberg:
Der junge Schiedsrichter Sebastian Hilsberg aus dem Südwesten hatte am Sonntag die Partie Ulm – Duisburg. Gleich in mehreren Szenen war Hilsberg gefordert die allesamt in der Analyse zu lesen sind. Alle drei Entscheidungen gingen in Ordnung, waren teilweise aber eng und andere Schiedsrichter würden es vielleicht anders beurteilen. Ansonsten war es kein sehenswertes Spiel aus Fußballersicht. Auch aus diesem Grund war Hilsberg abgesehen von dem Szenen nicht oft gefordert, jedoch wirkte er sehr konzentriert und konsequent in seinen Entscheidungen!

1.FC Schweinfurt – SSV Jahn Regensburg 0:1 (SR: Daniel Bartnitzki)

Szene 1: Wegen Schiedsrichterbeleidigung flog Regensburgs Felix Strauß mit glatt Rot vom Platz, als er Schiedsrichter Daniel Bartnitzki mit „ihr seid so blind“ beleidigt hatte. Rot die folgerichtig konsequente Entscheidung. Vorausgegangen war ein Zweikampf bei dem der Regensburger Kapitän den Ball spielte, was Bartnitzki fälschlicherweise mit Foul ahndete, aber solche Beleidigungen gegen das Schiedsrichterteam dürfen nicht toleriert werden. Rot die folgerichtig richtige konsequente Entscheidung, aber das Foul zu ahnden für mich eine Fehlentscheidung.  Er spielte klar den Ball, klar mit etwas Gegnerkontakt, aber das ist kein ahndungswürdiges Foulspiel. Nichts großes, entscheidendes daher ist die Reaktion von Strauß übertrieben. [TV-Bilder – ab 01:50 Minuten]

Szene 2: In der Nachspielzeit reklamierte Schweinfurt nochmal Elfmeter als Müller im Strafraum von Mätzler bearbeitet wurde. Doch hier hielten beide Spiele ein bisschen. Zurecht gab Daniel Bartnitzki einen Strafstoß. Es war ein klassisches gegenseitiges Halten ohne klares Foul eines Spielers. Kein einseitiges Foulspiel, daher kein Elfmeter – eher ein Kampf im Zweiraum der korrekt als gegenseitiges Halten gewertet wurde. [TV-Bilder – ab 02:40 Minuten]

Fazit: Abgesehen von der umstrittenen Szene vor der roten Karte für Felix Krauß hat Schiedsrichter Daniel Bartnitzki (Erfurt) eine wirklich solide bis gute Leistung im Derby abgeliefert.

1.FC Saarbrücken – VfL Osnabrück 0:1 (SR: Lars Erbst)

Szene 3: Beim Spiel im Ludwigsparkstadion hat Zweitligaschiri Lars Erbst (Gerlingen) eine sehr gute bis souveräne Leistung gezeigt, bei dem keine nennenswerte Fehler und Aufreger gab. Die einzig wirklich nennenswerte Szene gab es in der 20. Minute, als Elijah Krahn (Saarbrücken) nach einem Zweikampf im Osnabrücker Strafraum zu mit Wiemann Boden ging. Betrachtet man die Szene genau, spielt der Osnabrücker bei der Grätsche zuerst den Ball, dann bleibt der Saarländer an dem Bein hängen und fällt darüber. Da war der entscheidende Impuls für das Zufallkommen nicht die Ursache für den Sturz. Korrekte Entscheidung von Erbst, da der Verteidiger ballorientiert grätscht, den Ball spielt  und der Kontakt kein übermäißges Foul darstellt. [TV-Bilder – ab 01:50:30 Minuten]

TSV 1860 München – TSV Alemannia Aachen 2:2 (SR: Martin Wilke)

Szene 4: Gleich zu Beginn gab es eine höchststrittige Szene, als Schiedsrichter Wilke (Merzhausen) den Hausherren einen Elfmeter verwehrte. Eine klare Fehlentscheidung. Wegmann trifft Philipp klar am Sprunggelenk, was einen Strafstoß zur Folge haben müsste. Es war ein Foul im Strafraum was zwingend einen Strafstoß geben müsste. [TV-Bilder – ab 0:15 Minuten]

Szene 5: Philipp Maier (1860) patzt im Strafraum, spitzelte den Ball unter Druck von Gindorf zu Mika Schroers (Aachen), der dann ins Rollen kam Maier griff zu und riß Schroers klar am Trikot. Ein klares Trikotreißen das im Strafraum zu Recht mit Elfmeter geahndet wurde. Wilke zeigte sofort auf den Punkt und zog Gelb für Maier nach taktischem Foul zur Verhinderung eines aussichtsreichen Angriffs. Da das Foul schwerwiegend war um den Angriff zu verhindern, wird auch nicht die gelbe Karte reduziert. Das war definitiv eine richtige Entscheidung.

Doch im Vorfeld gab es einen kleinen Patzer von Assistent 2 Mika Forster, der auf Abseits entschied. Doch kam hier der Ball vom eigenen Mann, weshalb das Abseits aufgehoben wurde. Wilke hat das per Headset-Kommuniktion sofort korrigiert und die Fahne zurückgenommen, um das Spiel weiterlaufen zu lassen- Wilke hat es fix erkannt und den Fehler korrigiert – gute Teamarbeit! Dann war das Ziehen zu viel. [TV-Bilder – ab 0:30 Minuten]

Szene 6: Wenig später erneut eine strittige Strafraumszene als Gindorf im Strafraum zu Fall kam. Doch berührte ihn Schifferl nicht, der ohne entscheidenden Gegnerkontakt zu Fall kam. Keine echte Schwalbe, aber für mich auch kein Elfmeter. [TV-Bilder – ab 01:30 Minuten]

Szene 7: Nach der Pause gab Wilke Elfmeter für die Löwen, als Aachens Torwart Fotis Pseftis einen Rückpass bekam, der Ball versprang im leicht beim Annehmen. Patrick Hobsch (1860) reagierte blitzschnell spritzte dazwischen und ging Richtung Ball. Pseftis versuchte, den Ball noch zu erreichen, traf aber Hobsch auf der Strafraumlinie. Die Linie gehört zum Strafraum. Wilke zeigte sofort auf dem Punkt und dem Aachener Gelb. Doch es war eine klare Torchancenverhinderung, denn Hobsch war letzter Mann in Torrichtung und mit einem reinen Körpercheck ohne Ballberührung den Angreifer gestoppt. Das erfüllt alle Kriterien für eine klare Notbremse und eine rote Karte. [TV-Bilder – ab 02:26 Minuten]

Szene 8: Damjan Dordan (1860) grätschte auf Höhe der Mittellinie ungestüm mit dem gestreckten Bein in Nadjombe (Aachen) hinein, Schiri Wilke zeigte nur Gelb. Das ist ein klassischer Spielerschutz-Fall, wo für mich Gelb eine Fehlentscheidung ist. Dordan grätschte auf Höhe der Mittellinie ungestüm mit gestrecktem Bein und der offenen Sohle in Pierre Nadjombe hinein und brachte die Aachener Bank zum kochen. Knut Kircher hat neulich erklärt den Spielerschutz stärker zu priorisieren. Er will mehr Konsequenz bei gefährlichen Fouls und grobem Spiel, um Verletzungen vorzubeugen – das sei ein zentraler Punkt seiner Agenda als Schiri-Boss. Speziell bei gestreckten Beinen / offener Sohle oder nicht-ballorientierten Aktionen (wie Rempeln ohne Ballchance) Rot gezogen werden, wenn Gefährdung vorliegt – das sei „nicht verhandelbar, weil Verletzungsrisiken (z.B. Bänderrisse, Frakturen) zu hoch seien. Daher war die gelbe Karte zu milde, Rot wäre aus Spielerschutz-Gründen die richtige Entscheidung gewesen. Kircher hat das neulich explizit so formuliert, um die Refs intern und extern auf mehr Härte bei Gefährdung einzuschwören. [TV-Bilder – ab 02:07:35 Minuten]

Szene 9: Der frisch eingewechselte Sigurd Haugen mit einem letzten großen Aufreger in der Nachspielzeit, als der Münchner bei einem langen Ball auf dem Weg Richtung Löwen Tor geschickt wurde und vor dem Strafraum von Marius Wegmann (Aachen) als letzter Mann rüde umgecheckt wurde und zu Fall kam. Die Löwen schrieen und wollten einen Freistoß, doch Schiedsrichter Wilke ließ weiterlaufen. Eine klare Fehlentscheidung, Es hätte Freistoß für die Löwen und eine rote Karte wegen der klaren Torverhinderungsaktion durch ein nicht ballorientiertes Rempeln geben müssen, da Haugen ohne den Schubser allein auf das Tor zugelaufen wäre. Wegmann ist letzter Mann, es ist kein Ball im Spiel, ein reiner Schubser nur gegen den Mann. [TV-Bilder – ab 02:09.00 Minuten]

FC Hansa Rostock – FC Ingolstadt 04 0:3 (SR: Felix Bickel)

Der ambitionierte Zweitligaschiri Felix Bickel aus Wolfsburg hat im Ostseestadion eine sehr starke Leistung abgeliefert – im bestem Sinne unauffällig, souverän und fehlerarm. Insgesamt wenig strittige Szenen in einem einseitig fairen und nicht übermäßig hitzig geführten Spiel. Ein paar gelbe Karten bei Konter-Unterbrechung und Costly nach einem Ellenbogentreffer am Kopf – beides korrekt und konsequent. Keine großen Aufreger, keine Elfmeteransprüche, Abseitsdiskussionen oder Fouls im Strafraum, die eskaliert wären. Bickel ließ das Spiel laufen, wo es vertretbar war, blieb ruhig und hatte die Partie im Griff. [Highights]

FC Energie Cottbus – TSG Hoffenheim II (SR: Kevin Behrens)

Szene 9: Eine umstrittene Szene ereignete sich beim 60. Energie-Geburtstag nach knapp einer Stunde, als Justin Butler (Cottbus) auf den TSG-Keeper Petersson zu lief, von diesem zu Fall gebracht wurde und Schiedsrichter Kevin Behrens (Algermissen) nur Gelb zeigte. Das war ein klassischer Notbremsen-Fall und für mich eine klare Fehlentscheidung. Petersson brachte den Angreifer mit einem klaren Körperkontakt außerhalb des Strafraums zu Fall. Butler wäre durch gewesen und auf dem Weg Richtung Tor. Somit Notbremse, letzter Mann. Er verhindert eine vielversprechende Torchance durch Foulspiel ohne echten Ballbezug. Auch wenn der Ball Richtung Ecke rollte, Butler ist schnell, der hätte den Ball im nächsten Moment bekommen und das leere Tor vor sich gehabt. Daher wäre für mich die korrekte Entscheidung der Freistoß und die rote Karte gewesen. [TV-Bilder – ab 01:43:00 Minuten]

FC Viktoria Köln – SV Waldhof Mannheim 1:3 (SR: Luca Jürgensen) 

Szene 10: In der zweiten Halbzeit gab es eine heftig kritisierte Elfmeterszene, die als klare Fehlentscheidung und für mich als Strafstoß und einer gelben Karte gewertet werden müsste. Ein Waldhof-Spieler drang in den Strafraum ein und kam nach einem Zweikampf/Kontakt mit dem Kölner Keeper zu Fall. Schiedsrichter Luca Jürgensen (Hamburg) ließ weiterspielen. In den Bildern ist zu erkennen, wie Arne Schulz (Köln) beim Versuch an den Ball zu kommen, mit den Händen daneben in die Beine des Angreifers griff. [TV-Bilder – ab 01:18 Minuten]

TSV Havelse – Erzgebirge Aue 3:1 (SR: Cengiz Kabalakli)

Szene 11: Bei diesem Spiel gab es für Drittligaaufsteiger Cengiz Kabalakli (Gelsenkirchen) keine großen Aufreger oder strittigen Szenen. Zusammen mit den Assistenten Hofheinz und Simpson lieferte er ekine solide, unaufgeregte und fehlerarme Leistung. Es war ein klassisscher Abstiegskampf mit viel Kampf und vielen kleinen Fouls, Ballverlusten und wenig spielerischen Highlights. Die einzig stritittige Szene war bereits früh als ein Abpraller bei Fallmanns Schuss vom Arm Duans (Havelse) abgefälscht wurde, doch in der Folge stand Okancey im Abseits, was korrekt angezeigt wurde. Aber auch ohne das Handspiel wäre es für mich kein strafbares Handspiel, da der Arm sich in einer natürlichen Armhaltung befand und es kein absichtliches Spielen des Balls mit dem Arm war. [TV-Bilder – ab 31:50 Minuten] vom Oberschenkel an die Hand prallt  Minuten]

SSV Ulm 1846 Fussball – MSV Duisburg 1:0 (SR: Sebastian Hilsberg)

Szene 12: Leon Dajaku (Ulm) tankte sich gut in den Strafraum, legte quer in die Mitte – der Ball wurde gefährlich aufs eigene Tor von Alexander Hahn (Duisburg) abgefälscht. Keeper Maximilian Braune (Duisburg) parierte stark mit Reflex, der Abpraller landete bei Dennis Chessa (Ulm), der im Zweikampf mit Tobias Fleckstein (Duisburg) zu Boden ging. Ulm reklamierte sofort Elfmeter nach einem leichten Kontakt am Fuß beim Versuch, den Ball zu spielen oder zu klären. Schiedsrichter Sebastian Hilsberg (Mainz) ließ weiterlaufen. Es war ein minimaler Kontakt, kein klares Umreißen, kein Halten oder Treten, Fleckstein agierte ballorientiert und verteidigte fußballtechnisch sauber. Ein klassischer 50:50-Zweikampf im Strafraum. Für mich eine richtige Entscheidung für die es zurecht keinen Elfmeter gab– leichter Kontakt beim Versuch, den Ball zu spielen, ist kein strafbares Foul. Ulm war sauer, aber die Entscheidung war regelkonform und kein sonderlich großer Fehlpfiff. [TV-Bilder – ab 0:50 Minuten]

Szene 13: Vor dem Führungstor gab es im Mittelfeld eine Situation, in der Patrick Sussek (Duisburg) zu Fall kam. Duisburgs Trainer Dietmar Hirsch sahen darin ein klares Foul an Sussek, das den Angriff von Ulm hätte unterbunden hat – Schiedsrichter Hilsberg ließ jedoch weiterlaufen. Ein kurzer Arm auf der Schulter, der Ulmer stützt sich minimal auf, ließ sofort wieder los – und Sussek nutzte den leichten Kontakt, um schnell runterzugehen. Solche Szenen werden oft als „weich“ oder simuliert gewertet, besonders wenn der Kontakt nicht massiv ist und der Spieler den Fall dramatisiert. Mir ist das zu wenig und reicht für mich nicht für ein Foul aus. Im modernen Refereeing muss ein Foul spürbar den Laufrhythmus stören oder deutlich behindern – ein flüchtiger Arm auf der Schulter, der sofort weg ist, zählt oft als erlaubter Körperkontakt im Zweikampf. Wenn der Gefoulte den Kontakt aktiv nutzt, um zu fallen, kippt es schnell in Richtung Schwalbe/Simulation – Schiris pfeifen das dann seltener. Ohne Super-Slow-Mo aus allen Winkeln, wirkt es subjektiv: Duisburg sieht ein Halten, die Ulmer sagen maximalen Minimal-Kontakt. Es ist eine hellgraue Szene, die man pfeifen kann aber keinesfalls muss. Lutz-Michael Fröhlich sagte mal auf einem Lehrgang „nicht ganz sauber, nicht ganz rein, es muss ja nicht gleich ein Foul sein“. So würde ich das auch hier sehen. [TV-Bilder – ab 44:10 Minuten]

Szene 13: Die zweite Elfmeter-Forderung von Ulm in diesem Spiel betraf Florian Krüger (Duisburg) und Max Brandt (Ulm). Krüger wollte im Strafraum direkt abnehmen, trat dann aber neben den Ball. Er ging zu Boden und reklamierte Elfmeter wegen der wieder leichten Berührung durch Brandt beim Versuch, den Ball zu spielen. Erneut blieb die Pfeife von Hilsberg stumm. Es war kein klares Foul – eher ein normaler Zweikampf, bei dem Krüger selbst etwas initiativ hinfiel, nachdem er den Ball verpasst hatte. Das unterstreicht Hilsbergs solide Leistung, der solche 50/50-Zweikämpfe moderat durchwunk und sich gar nicht auf Elferforderungen einließ. War für mich beides klar zu wenig Kontakt im Strafraum. Klar reklamierte Ulm, die die Punkte im 3. Liga-Abstiegskampf brauchen, aber dafür bekommt man im Normalfall keinen Elfmeter. [TV-Bilder – ab 02:35 Minuten]

Sportclub Verl – VfB Stuttgart II 4:0 (SR: Jonah Besong)

Szene 14: Dominik Nothnagel (Stuttgart) verlor am gegnerischen Strafraum den Ball und griff dann in die Beine von Mhamdi – Schiedsrichter Jonah Besong (Duisburg) zeigte ihm wenige Minuten nach seiner ersten Verwarnung die Zweite und schickte den Stuttgarter vom vorzeitig vom Platz – eine spielentscheidende Situation. Für mich ich die zweite gelbe Karte hart, unglücklich bis zu überzogen. Kurz: für mich eine Fehlentscheidung. Schon alleine die erste Verwarnung nach einem kurzen Trikotzupfer ist okay. Nothnagel zupfte am Trikot von Marco Wörner (Verl) – ein klassisches Trikotziehen im Aufbau oder beim Ballgewinn. Das ist taktisch zur Unterbindung eines aussichtsreichen Angriffs und Standard-Gelb in der 3. Liga, wenn es den Gegner spürbar behindert. Hier wirkt es nicht übertrieben hart, es ist taktisch und wird gepfiffen. Anders sieht es bei Gelb/Rot aus. Es passiert tief in der eigenen Verler Hälfte und es verhindert keinen aussichtsreichen Konter – Verl war ja im Ballbesitz und baute auf, kein direkter gefährlicher Angriff. Ein unnötiges Foul ja, aber nicht als „Notbremse“ bzw etwas, das den Spielverlauf massiv verändert hätte, wenn es dort kein Gelb gegeben hätte, denn ein aussichtsreicher Angriff wurde hier nicht unterbunden. Hier hätte es noch Spielraum für eine letzte Ermahnung gegeben. [TV-Bilder – ab 01:30 und 54:06 Minuten]

Szene 15: Der Elfmeter für Verl ist dann aber eine klare und berechtigte Entscheidung. Antonio Foti drang in den Strafraum ein. Mirza Catovic (Stuttgart II) unterläuft Foto im Strafraum und foukte ihn. Besong zeigte sofort auf den Punkt und die gelbe Karte. Unstrittig! [TV-Bilder – ab 03:55 Minuten]

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Abdullah

    Die Analysen sind immer sehr detailliert und gut nachzuvollziehen.

  2. Wolfgang Plonner

    In Szene 8 eine rote Karte zu fordern geht meiner Meinung zu weit.
    Wenn in jeder vergleichbaren Situation rot gegeben wird, enden die Spiele mit 8 gegen 8 oder so.

    1. Reiner KUhn

      Wie gesagt, Knut Kircher will weniger Grenzfälle beim Foulspiel und der Spielerschutz soll mehr Berücksichtung finden. Demnach ist es für mich vom Trefferbild her Rot (gestrecktes Bein, offene Sohle). Speziell im Bereich der technischen Zone wo es jeder sieht die Bank sofort aufgesprungen ist, muss man da härter agieren und die Konsequenzen ziehen.

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