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Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 33. Spieltag | 2. Liga

Auch in der zweiten Liga endete der vorletzte Spieltag und es gab einige Entscheidungen in der Tabelle. So unter anderem stieg Preußen Münster ab und spielt zukünftig in Liga 3. Aus Schiedsrichtersicht war es ein ganz gutes Wochenende. Es gab nur wenige strittige Szenen die man streng unter die Lupe nehmen musste. Besonders zu erwähnen ist das Abschiedsspiel von Dr. Robert Kampka der seine Schiedsrichter Laufbahn bei der Partie Bochum – Hannover beendete! Wir wünschen ihn alles gute für die Zukunft! Alles weitere wie gewohnt in der Analyse und hier die Top 3 des Spieltages:

Platz 🥇 – Dr. Robert Kampka:
Auf dem ersten Platz des 33. Spieltag haben wir bei seinem letzten Spiel in der zweiten Liga Dr. Robert Kampka aus Köln der zu seinem Abschied die Partie zwischen VfL Bochum und Hannover 96 leiten durfte. Eine besondere Partie, da es nicht nur zwei sehr große Vereine sind, sondern geht es zeitgleich für Hannover um den Aufstieg. Kampka meisterte diese Aufgabe aber mehr als souverän, war stets aufmerksam auf dem Platz zu sehen und lieferte eine zufriedenstellende Abschlusspartie für seine Karriere!

Platz 🥈 – Wolfgang Haslberger:
Auf dem zweiten Platz haben wir Wolfgang Haslberger aus St.Wolfgang der eine tabellarisch sehr wichtige Partie erhielt mit Fortuna Düsseldorf – SV Elversberg. Düsseldorf kämpft um den Abstieg und Elversberg um den Aufstieg. Eigentlich eine Begegnung die gegen Ende häufig Bundesliga Schiedsrichter bekommen, jedoch erhielt Haslberger eine Menge Vertrauen die sich komplett auszahlte. Haslberger lieferte über 90 Minuten eine gute Spielleitung ab und war vorallem kommunikativ mit den Spielern sehr aktiv. Vielleicht war dies der letzte Test für einen möglichen Bundesliga-Aufstieg!

Platz 🥉 – Lukas Benen:
Auf dem dritten Platz haben wir Lukas Benen aus Nordhorn der ebenfalls eine wichtige Partie mit Preußen Münster gegen SV Darmstadt erhielt. Für Münster ging es nämlich um den direkten Abstieg, der am Ende der Partie auch statt fand. Benen war in 2 Szenen stark gefordert, als er einmal zurecht die rote Karte zeigen musste und später noch einen Elfmeter für Darmstadt geben musste. Beide Entscheidungen waren goldrichtig. Die Partie war teils sehr zerfahren und Benen hatte einiges zu tun. Mit ganz leichten Schwächen, lieferte aber auch er eine mehr als zufriedenstellende Spielleitung ab!

Preußen Münster – SV Darmstadt (SR: Lukas Benen)

Szene 1: Jorrit Hendrix ist mit offener Sohle und ohne Chance auf den Ball in den Zweikampf gegangen und hatte Killian Corredor oberhalb des rechten Knöchels erwischt. Schiedsrichter Lukas Benen hat das Foul vollkommen richtig mit Rot bestraft. [TV-Bilder – ab 01:45 Minuten]

Szene 2: Yassine Bouchama leistete sich den entscheidenden Fehler beim weiten Abschlag von Marcel Schuhen: Der Ball rutschte ihm über den Fuß, sodass Killian Corredor frei auf das Tor zulaufen konnte. Johannes Schenk kam heraus und erwischte Corredor regelwidrig in den Beinen Schiedsrichter Lukas Benen entschied folgerichtig auf Strafstoß. Der Angreifer ist da zwar auf den Kontakt aus, aber Schenk ist da etwas zu angriffsustig und hat nur den Mann im Blick. Das war ein klares Foul des Keepers. Schenk war eindeutig zu spät dran und trifft ihn zu Fall. [TV-Bilder – ab 02:25 Minuten]

Hertha BSC – Greuther Fürth 2:1 (SR: Michael Bacher)

Szene 3: Nach abgewehrtem Eckball startete Fürth den Konter, Noel Futkeu spielte den Ball in den Lauf von Felix Klaus. Josip Brekalo ist als letzter Mann hinterher und traf Klaus von hinten in die Hacken. Klaus kam zu Fall. Das ist eine klare Notbremse. Schiedsrichter Michael Bacher zögerte keine Sekunde und zeigte sofort Rot. Das ist regeltechnisch einwandfrei. Wer als letzter Mann die klare Torchance verhindert (DOGSO), ihm von hinten in die Hacken läuft, muss mit der roten Karte rechnen. Intensität spielt bei einer echten Notbremse keine Rolle, solange der Kontakt die klare Torchance zunichtemacht. Auch wenn es nur eine minimale Berührung war, reicht der Kontakt und die Position vollkommen aus. Klaus hatte freie Bahn Richtung Tor, kein anderer Herthaner hätte mehr eingreifen können. [TV-Bilder – ab 01:35 Minuten]

Szene 4: Nach Fehlpass von Ltaief schalteten die Herthaner schnell um, Fabian Reese kam rechts in den Strafraum. Jannik Dehm hielt ihn leicht am Trikot fest, Reese ging zu Boden und fordert Elfmeter. Es gab einen leichten Kontakt am Trikot und einen kleinen Schubser. Reese ging aber sehr willig und etwas übertrieben zu Boden. Typisch für eine suchende Aktion. Für einen Elfmeter war der Kontakt eindeutig zu gering. In der aktuellen Auslegung braucht es mehr als einen leichten Trikot-Zupfer oder minimalen Schubser, besonders wenn der Stürmer ohnehin schon etwas Tempo mitbringt und die Balance verliert. Schiedsrichter Michael Bacher ließ weiterspielen.

Eintracht Braunschweig – Dynamo Dresden 2:1 (SR: Christian Dingert)

Szene 5: Bei einem Befreiungsschlag im Strafraum drehte sich Fabio Kaufmann um und erwischte den hinter ihm heraneilenden Vincent Vermeij unabsichtlich mit dem Ellenbogen am Kinn/Kopf. Vermeij musste behandelt werden. Schiedsrichter Christian Dingert wurde vom VAR an den Monitor geschickt und entschied nach Review auf Elfmeter für Dresden. Körperkontakt mit dem Arm/Ellenbogen im Gesicht in der aktuellen Auslegung sehr streng bewertet – besonders im Strafraum. Es spielt für die Foul-Entscheidung keine Rolle, ob es Absicht war oder der Ball schon weg war. Entscheidend ist der gefährliche Kontakt und die Tatsache, dass Vermeij dadurch behindert wurde. Die Entscheidung ist nach aktuellem Regelverständnis nachvollziehbar und vertretbar, aber sie liegt im Grenzbereich. Viele Schiris hätten das auch durchwunken, ohne dass man sie massiv kritisiert hätte. Klassische Monitor-Entscheidung, bei der der VAR den Ref etwas in eine Richtung drückt. Eine harte, aber keine keine klare Fehlentscheidung. Weil es ein Ellenbogentreffer ins Gesicht war, sah der VAR das als möglichen „serious missed incident“ und hat Dingert an den Monitor geschickt. Dingert musste das Foul nicht pfeifen. Es war eine Grenzentscheidung (unabsichtlich, Ball schon weg, aber klarer Kontakt ins Gesicht). [TV-Bilder – ab 03:10 Minuten]

Holstein Kiel – 1. FC Magdeburg 1:3 (SR: Martin Petersen)

Szene 6: Bei einem Schuss von Magdeburg berührt ein Kieler Spieler im Fallen den Ball mit dem vom Körper abstehenden Arm. Schiedsrichter Martin Petersen und der VAR haben das nicht als Handspiel gewertet. Der Spieler ist im Fallen, die Armbewegung ist eine natürliche Reaktion zum Abfangen des Sturzes. Der Arm steht zwar etwas ab, aber aktuelle Regelauslegung berücksichtigt stark den Kontext keine bewusste Vergrößerung der Körperfläche, keine klare Absicht in einer schnellen unkontrollierte Situation.[TV-Bilder – ab 03:55 Minuten]

1.FC Kaiserslautern – Arminia Bielefeld 2:0 (SR: Tobias Welz)

Szene 7: Nach der starken Parade von Kersken gegen Marlon Ritters Schuss blieb der Ball im Spiel. Maxwell Gyamfi kämpfte um den zweiten Ball an der rechten Grundlinie, und Tim Handwerker sprang übermotiviert und ungestüm seitlich in ihn hinein. Schiedsrichter Tobias Welz ließ kurz spielen, überlegte einen Moment und zeigte dann klar auf den Punkt. Handwerker ging nicht zum Ball, sondern direkt in den Gegenspieler. Der Sprung ist übermotiviert und unkontrolliert. Gyamfi hatte eine gute Position und wäre wahrscheinlich zum Abschluss gekommen. Korrekte Entscheidung der Strafstoß für Lautern. [TV-Bilder – ab 0:50 Minuten]

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