Du betrachtest gerade Stieler und Wacker verlassen die FIFA-Liste
Tobias Stieler und Karoline Wacker beenden ihre internationale Laufbahn

Stieler und Wacker verlassen die FIFA-Liste

Zum Jahresende kommt es zu größeren Veränderungen auf der deutschen FIFA-Liste. Tobias Stieler und Karoline Wacker beenden freiwillig ihre internationale Laufbahn und machen damit den Weg für jüngere Kollegen frei. Auch die Schiedsrichter-Assistenten Lasse Koslowski und Christian Gittelmann werden künftig nicht mehr auf der FIFA-Liste stehen. National bleiben alle vier dem deutschen Spitzenfußball erhalten.

Für Tobias Stieler endet damit nach zwölf Jahren ein großes Kapitel seiner Karriere. Der heute 45-Jährige wurde 2014 FIFA-Schiedsrichter und erfüllte sich drei Jahre später einen persönlichen Traum: Im August 2017 leitete er mit Juventus Turin gegen Olympiakos Piräus erstmals ein Spiel in der Champions League.

Insgesamt kam Stieler auf 22 Einsätze in der Königsklasse, 26 Spiele in der Europa League und drei Partien in der Conference League. Hinzu kamen zahlreiche Qualifikationsspiele, Länderspiele und Einsätze im internationalen Juniorenbereich.

„Zwölf Jahre waren eine sehr intensive Zeit, mit Höhen, aber auch Tiefen“, blickt Stieler zurück. Mit seinem freiwilligen Abschied verbindet er nach eigenen Worten auch eine gewisse „Erleichterung“. Sein großes Ziel, Champions League zu pfeifen und die berühmte Hymne auf dem Platz zu hören, habe er erreicht.

Stieler macht bewusst Platz für die nächste Generation

Bemerkenswert ist vor allem der Zeitpunkt seines Abschieds. Stieler beendet nicht seine Karriere und bleibt weiterhin Bundesliga-Schiedsrichter. Vielmehr gibt er seinen Platz auf der FIFA-Liste freiwillig frei.

Peter Sippel, Sportlicher Leiter Bundesliga, würdigt diesen Schritt ausdrücklich. Stieler habe über viele Jahre auf konstant hohem Niveau gearbeitet und sei als Mitglied der höchsten UEFA-Kategorie „Elite“ in sämtlichen Wettbewerben eingesetzt worden. Durch seinen freiwilligen Rückzug mache er nun „den Weg für einen jüngeren Kollegen frei“.

Auch Karoline Wacker gibt ihr FIFA-Badge ab

Auch für Karoline Wacker endet zum Jahreswechsel ihre internationale Laufbahn. Die 35-Jährige stand insgesamt zehn Jahre auf der FIFA-Liste.

In der Saison 2022/23 feierte sie beim Spiel zwischen FK Vllaznia und dem FC Chelsea ihr Debüt in der UEFA Women’s Champions League. Insgesamt leitete Wacker 18 internationale Partien im Seniorinnenbereich, darunter mehrere Länderspiele. Dazu kamen zahlreiche Einsätze bei europäischen Juniorenturnieren.

Auch Wacker hat sich ganz bewusst dafür entschieden, ihren Platz für die nächste Generation freizumachen.

„Es gehört zum Lauf des Lebens und auch zum Fußball dazu, dass Talente nachkommen, eigene Erfahrungen sammeln und sich auf dieser Bühne beweisen können“, erklärt sie. Deshalb wolle sie einer jüngeren Kollegin die Möglichkeit geben, ähnliche Erfahrungen zu sammeln.

Ihre nationale Karriere geht weiter. Wacker wird auch künftig Spiele in der Frauen-Bundesliga leiten.

Koslowski und Gittelmann ebenfalls nicht mehr auf der Liste

Veränderungen gibt es auch bei den deutschen FIFA-Assistenten. Gemeinsam mit Stieler beendet Lasse Koslowski seine internationale Laufbahn. Der 39-Jährige war seit der Saison 2017/18 international im Einsatz und kam auf insgesamt 43 Partien, darunter sieben Spiele in der Champions League.

Koslowski bezeichnet die vergangenen Jahre als „tolle, aber auch intensive Zeit“. Der Abschied seines langjährigen Teamchefs Stieler sei für ihn ebenfalls Anlass gewesen, nach Gesprächen mit der sportlichen Leitung seine FIFA-Zeit zu beenden.

Auch Christian Gittelmann scheidet aus. Der 43-Jährige stand acht Jahre auf der FIFA-Liste und blickt auf eine umfangreiche internationale Laufbahn zurück. 19 Champions-League-Spiele, 20 Einsätze in der Europa League und fünf Partien in der Conference League stehen in seiner Bilanz.

Anders als Stieler, Wacker und Koslowski hätte Gittelmann seine internationale Laufbahn gerne fortgesetzt. Er macht zugleich deutlich, dass er die strategischen Entscheidungen im Spitzensport respektiere.

Vier Plätze werden neu vergeben

Damit werden zum Jahreswechsel gleich mehrere Positionen auf der deutschen FIFA-Liste frei. Wer Stieler, Wacker, Koslowski und Gittelmann nachfolgt, steht offiziell noch nicht fest. Der DFB will die Namen erst nach der Bestätigung durch die FIFA bekannt geben.

Knut Kircher, Geschäftsführer Sport und Kommunikation der DFB Schiri GmbH, sieht darin zugleich eine Chance für die nächste Generation. Die vier hätten das deutsche Schiedsrichterwesen über viele Jahre auf internationaler Bühne würdig vertreten. Ihr Ausscheiden eröffne nun aufstrebenden Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern die Möglichkeit, sich ebenfalls international zu beweisen.

Für Stieler und Wacker endet damit zwar die Zeit mit FIFA-Badge – auf den deutschen Plätzen werden beide aber weiterhin zu sehen sein.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.