Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen

20. August 2017 0 Von Reiner Kuhn

Auch am vergangenen Samstag standen die Schiedsrichter im Mittelpunkt. Sie müssen 22 Spieler im Auge behalten und haben keine Zeitlupe für strittige Szenen. Wir nehmen einige Entscheidungen noch einmal unter die Lupe.

Rot-Weiß Erfurt – SC Paderborn (0:1) Schiedsrichter: Markus Wollenweber (Mönchengladbach)

Nach gut einer halben Stunde ging der SCP in Führung: Srbeny setzte sich auf links gegen Menz und Odak durch und legte anschließend in die Mitte, wo Michel völlig frei war und nur noch einzuschieben brauchte (34.). Allerdings hatte Paderborn Glück das Assistent Dustin Sikorski übersehen hatte, dass der Ball kurz zuvor bereits im Toraus gewesen war (im Video ab 0:50). Eine Fehlentscheidung des Assistenten! Der Ball hatte bereits vollständig die Torauslinie überschritten. Der Assistent hatte einen guten Blickwinkel und muss sehen, dass der Ball im Toraus gewesen ist.

Kurz nach Wiederanpfiff stand Markus Wollenweber, in seinem ersten Drittligaspiel erneut im Fokus als in der 54. Minute Ben Zolinski das vermeintliche 0:2 erzielte (im Video ab 1:40).  Der Passgeber spielte den Ball quer in die Mitte auf Zolinski daher kein Abseits. Auch diese Fehlentscheidung ist hier dem Assistenten zuzurechnen.

Das vermeintliche Handspiel vom Erfurter Benamar (im Video ab 0:50) war wegen der kurzen Distanz eher nicht strafbar.  Die richtige Entscheidung des Schiedsrichters!

Für den unrühmlichen Höhepunkt sorgte in der Nachspielzeit Jens Möckel: Der RWE-Kapitän brachte Referee Wollenweber bei Protesten über einen nicht gegebenen Elfmeter zu Fall und musste mit glatt Rot vom Platz. Bei der Strafstoßsituation ist etwas Mut gefragt um den Elfmeter zu pfeifen. Er hat es wahrscheinlich laufen gelassen, weil er die etwas tiefere Position des Stürmers wahrgenommen hat. Nach Betrachtung der Fernsehbilder hätte es hier aber einen Strafstoß geben müssen. Eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters. Dennoch rechtfertigt keine Entscheidung einen Angriff auf den Schiedsrichter und somit Rot die richtige Entscheidung. So geht es nun mal nicht. Auch wenn das nicht die klassische „Tätlichkeit“ gegen den Schiedsrichter war, sondern übermotiviert und unglücklich.

Bei der Chemnitzer FC – VfL Osnabrück (0:0) (Schiedsrichter: Patrick Ittrich (Hamburg) forderte Osnabrück einen Handelfmeter (ab 4:00 im Video).  Bei  einer Eingabe von rechts bekam Tom Scheffel den Ball vom Fuß an den Arm. Laut DFB-Anweisung soll man da kein Handspiel pfeifen. Die richtige Entscheidung vom Schiedsrichter!

Hallescher FC – SpVgg Unterhaching (1:2) SR: Marcel Schütz, Worms

Nach einem Foulspiel von Pohl an Taffertshofer entschied der Referee auf Freistoß für Unterhaching (ab 0:44 im Video). Die richtige Entscheidung! Pohl stößt seinen Gegenspieler im Laufduell taktisch um  und hatte keine Chance den Ball spielen zu können. Anschließend wurde es kurios. Die „HFC-Mauer“ positionierte sich etwa 6m vom Ball. Marcel Schütz beorderte die „Mauer“ weiter zurück. Dies war den HFC-Spielern zu weit weg, doch die Entscheidung stand. Vom Gefühl her, könnte es ein stück zu weit sein, aber dies lässt sich ohne „Sky-Linie“ nur schwer ermitteln. Hier ist die Entscheidung des Schiedsrichters zu akzeptieren.

Beim vermeintlichen Ausgleichstreffer von Petr Sliskovic erkannte das Schiedsrichterteam auf Abseits (ab 2:50 im Video). Aus der Kamerasicht schwer zu ermitteln, aber tendenziell bin ich bei keinem strafbaren Abseits, denn beim Kopfstoß von Sliskovic sind wieder Fetsch noch El-Helwe im Abseits. Die richtige Entscheidung des Schiedsrichters!

Bibiana Steinhaus leitete am gestrigen Samstag das Schwabenderby der 3. Liga zwischen Sonnenhof – VfR Aalen (0:0) und hatte zwei brenzlige Situation zu bewerten. Nach einem Laufduell zwischen Gyau und Matthias Morrys berühren sich beide Schulter an Schulter der Ball ist nicht spielbar (ab 1:35 im Video). Hier liegt eine aus meiner Sicht 50/50-Entscheidung vor. Der Einsatz von Gyau ist gerade noch zu vertreten. Der Angreifer fällt mir da ein bisschen zu leicht. Eine vertretbare Entscheidung der Schiedsrichterin! Gyau hätte sich aber nicht beschweren dürfen, wenn da gepfiffen worden wäre. Im Falle eines Freistoßes hätte es aber maximal Gelb geben können. Rot deswegen nicht, weil hier keine Ballkontrolle vorliegt.

Die zweite Entscheidung ist dann schon ein bisschen schwieriger. In der 54. Minute konterten die Aalener. Matthias Morrys spielte den Ball quer im Strafraum auf Marcel Bär. Dieser schloss ab und auf der Torlinie „rettete“ Özdemir mit einem Handspiel (ab 2:25 im Video).

Der Verteidiger zieht beide Arme in Torwartmanier zum Ball und verhindert mittels absichtlichen Handspiels einen Treffer. Der Verteidiger wird es zwar als „Schutzhand“ deklarieren, weil er den Ball voll gegen die Brust bekommen hätte, aber Schutzhand gibt es ja nicht. Somit hätte es hier einen Handelfmeter und die Rote Karte wegen absichtlicher Torverhinderung geben müssen. Eine Fehlentscheidung der Schiedsrichterin!

Zum Abschluß des Spieltages, speilt heute (ab 14:00, live bei Telekom Entertainemt und Telekom Sport) Würzburg gegen Lotte den ersten Jahr 2017  an, paraell spielt Jena in Lotte.

 

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