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So lief es für Florian Badstübner bei Leverkusen vs. St. Pauli

Bayer Leverkusen hat mit einem Heimsieg gegen den FC St. Pauli (3:0) das Halbfinale im DFB-Pokal erreicht. Der Schiedsrichter leitete gut – allerdings mit Makeln.

Szene 1: Joel Chima Fujima (St. Pauli) trat Palacios an der Seitenlinie von hinten gegen die Wade. Schiedsrichter Florian Badstübner aus Windsbach zeigte für den Hamburger die gelbe Karte.  Zwar war es nicht mit höchster Intensität, aber statt Gelb hätte dies eigentlich  eher Rot sein müssen für Fujita. Er tritt ihn von hinten mit den Stollen voraus, der Kontakt an der Wade/Achillessehne mit relativ hoher Intensität. Die Entscheidung ist ein Grenzfall mit Tendenz zu Rot, weil die Intensität auch in einem hohem rücksichtslosen Rahmen war. Es war definitiv kein weiches Foul und Stollenkontakt im Achillessehnenbereich, wo die Verletzungsabsicht besonders hoch ist. Und wenn Schiri-Boss Knut Kircher zuletzt sagte, man wolle bei Grenzentscheidungen eher Rot als Gelb sehen, dann wäre für mich Rot die zumindest bessere Entscheidung gewesen.

Szene 2: Nach knapp einer halben Stunde gab es eine Strafraumszene. Patrik Schick (Leverkusen) monierte ein Foul von Manolis Saliakas (St. Pauli). Für Schiedsrichter Badstübner allerdings zu wenig. Diese Einschätzung teile ich klar. Es ist ein leichter Stoß / Halten und Schik lässt sich etwas übertrieben fallen. Es als ein normales Körperspiel welches man öfters durchgehen lässt – da es kein klares rücksichtsloses oder gefährliches Foul war (kein Tritt, kein Ellenbogen etc.). [TV-Bilder – ab 04:00 Minuten]

Szene 3: Auch der Einsatz von Robert Andrich (Leverkusen) gegen Ibrahima Cissé (St. Pauli) im Vorfeld des 3:0 ist grenzwertig, nicht als Foul zu ahnden. Andrich checkte Cissé mit angelegtem Arm relativ einem harten Schulter- oder Körpercheck weg, bei dem Andrich seinen Arm einsetzt, um Cissé mit einem gegnerorientierten Foul aus dem Weg zu räumen – ohne das er den Ball spielen konnte. Für mich hätte das Tor wegen des Fouls im Vorfeld nicht zählen dürfen, denn er schiebt ihn mit dem Arm zu Boden. Bei einem harten Check mit angelegtem Arm (besonders wenn der Arm aktiv eingesetzt wird, um den Gegner zu behindern oder zu treffen) kann das nach IFAB-Regel 12 als reckless (rücksichtslos) gewertet werden. In der Bundesliga wird so etwas oft mit einer gelbe Karte geahndet (rücksichtsloses Spiel), wenn es klar sichtbar ist und der Gegner spürbar beeinträchtigt wird. Wenn es sehr hart oder gefährlich wirkt (z.B. hohe Geschwindigkeit und Arm am Kopf/Halsbereich), könnte es sogar Rot-würdig sein. [TV-Bilder – ab 05:10 Minuten]

Fazit: Florian Badstübner hat das Pokalspiel gut, unaufällig mit einer großzügigen Linie geleitet. Korrekt das Foul Saliakas gegen Schick nicht zu ahnden, vertretbar das 3:0 nach Foul im Vorfeld, hätte aber Fujima Rot geben können. Kritikpunkte ist klar die Anerkennung zum 3:0 und die fehlende Rote Karte: Die Szene mit Fujita an Palacios (Tritt von hinten gegen die Wade mit Stollenkontakt) ist grenzwertig. Gelb ist wegen der Intensität noch möglich, aber wegen der vorgegebenen Kircher-Linie bei groben Fouls eher Rot. Ähnlich der Andrich-Check gegen Cissé mit angelegtem Arm (harter Körperkontakt, potenziell rücksichtslos) – durchgelaufen ohne Karte. Das sind zwei Szenen, wo eine strengere Linie (mindestens eine weitere Gelbe oder sogar Rot für Fujita) plausibel gewesen wäre. Der Kicker kritisiert solche „großzügigen“ Entscheidungen oft und zieht die Note runter, besonders wenn es um potenzielle „Spielveränderer“ geht (z.B. Fujita hätte bei Rot früh runter müssen) (Note: 3-/3,5)

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