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Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 34. Spieltag | 3. Liga

Das Wochenende in der 3. Liga ging zu Ende und der 34. Spieltag lieferte einige spannende Spiele. So unter anderem das Topspiel zwischen Cottbus – Essen, welches Cottbus nach Hattrick von Cigerci in kurzer Zeit dreht. Aus Schiedsrichtersicht war es in manchen Stadien durchwachsen. So lag der junge Schiedsrichter Sebastian Hilsberg bei Schweinfurt – Rostock mit der roten Karte falsch. Alle weitere Szenen wie gewohnt in der Analyse und hier die Top 3 des Spieltages:

Platz  1 – Assad Nouhoum:
Schiedsrichter des Spieltages ist diesmal für uns der bayrische Aufstiegskandidat mit Assad Nouhoum. Der 32-Jährige aus Fürstenfeldbruck lieferte eine weitestgehend souveräne Spielleitung in Duisburg ab und lag bei der möglichen Notbremse gegen Hoffenheim richtig und gab zurecht nur gelb. Nouhoum behielt jederzeit in diesem Spiel die Ruhe, war gewohnt sehr kommunikativ mit den Spielern und am Ende sprach keiner über den Schiedsrichter! Gute Leistung vom bayrischen Schiedsrichter!

Platz 2 – Kevin Behrens:
Nach langer Verletzungspause sahen wir endlich wieder Kevin Behrens aus Berlin in Liga 3 auf dem Platz, der bei der Partie zwischen Verl – Viktoria Köln sein Comeback feierte. Positiv zu sehen war es, dass man bei Behrens nicht merkte, dass er länger raus war. Behrens knüpfte an seine starken Saisonspiele an und lieferte wie auch Nouhoum eine nahezu perfekte Spielleitung ab. Es gab keine strittige Szene worüber man diskutieren muss und kam am Ende auch nur mit 2 gelben Karten auf jeder Seite aus. Starkes Comeback von Kevin Behrens!

Platz 3 – Felix Weller:
Auf dem dritten Platz haben wir, wie mittlerweile gefestigt in den Top 3, Felix Weller aus Neunkirchen (Siegen). Er war am Samstagnachmittag bei der Partie zwischen FC Ingolstadt und dem VfL Osnabrück im Einsatz. Das Spiel entwickelte sich gerade in der Anfangsminuten als brisant, da es einige Nickligkeiten gab wo Weller eingreifen musste. Weller lag im Spiel nicht immer richtig, war aber in den wichtigen Situationen jederzeit gut zur Stelle. Wie auch Behrens in Verl kam er bei 4 gelben Karten aus und legte mehr Wert auf die Kommunikation mit den Spielern.

MSV Duisburg – TSG Hoffenheim II 3:1 (SR: Assad Nouhoum)

Szene 1: Dominik Kother entwischte dem Hoffenheimer und rannte im Vollsprint auf die linke Strafraum-Seite zu. Lührs ging mit einem Foul dazwischen und legte den Duisburger auf Kosten einer leicht dunkelgelben Karte wegen Notbremse! Für mich aber eher noch Gelb, da der Ball nach außen wegging und und zum Zeitpunkt des Fouls der Angreifer eher nicht mehr erreichen konnte. Gut gesehen von Assad Nouhoum! [TV-Bilder – 48:15 Minuten]

1.FC Saarbrücken – TSV 1860 München 0:0 (SR: Cristian Ballweg)

Szene 2: Florian Pick bekam die tiefe Vorlage von Dominic Baumann läuft am rechten Fünfmeterraum-Eck ein und wurde von Raphael Schifferl klar am Bein/Standbein getroffen. Pick ging zu Boden und forderte vehement Elfmeter. Schiedsrichter Christian Ballweg ließ weiterlaufen. Zwar ist das wieder etwas zu wenig und dann ist er auf den Elfer aus, aber es ist ein klarer Tritt erkennbar. Den hätte man durchaus geben können und für mich eher ein potentieller Strafstoß. Unterm Strich, Glück für die Löwen. Ob beim Anspiel Abseits vorlag, ist aus den Bildern nicht zweifelsfrei erkennbar. [TV-Bilder – ab 03:15 Minuten]

SSV Ulm – TSV Havelse 2:1 (SR: Justin Joel Hasmann)

Szene 3: Lucas Röser steckte halblinks vor dem Sechzehner schön auf Max Brandt durch. Brandt lief frei ein und netzte aus ca. 10 Metern souverän ein – sah erstmal nach dem verdienten 1:0 für Ulm aus. Dann ging aber sofort die Abseitsfahne hoch.Die Entscheidung war knapp, aber richtig. Brandt war beim Zuspiel von Röser mit einem Fuß zu weit vorne. [TV-Bilder – ab 01:30 Minuten]

Szene 4: Niklas Kölle ging nach einem Zweikampf im Strafraum zu Boden, nachdem Marko Ilic ihn mit einem leichten Rempler berührt hat. Kölle forderte sofort Elfmeter. Schiedsrichter Justin Hasmann stand sehr gut positioniert und winkte direkt ab – Weiterspielen. Für mich sieht es nach einem Stoß in den Rückenbereich aus. Der Schubser ist nicht ballorientiert und abgesehen vom leicht theatrischen Sturz ursächlich für den Fall. Eher ein Elfmeter. [TV-Bilder – ab 01:21:42 Minuten]

1.FC Schweinfurt – Hansa Rostock 0:0 SR: Sebastian Hilsberg)

Szene 4: Ekin Çelebi ging mit hohem Tempo und einer rustikalen Grätsche in den Zweikampf gegen den Rostocker Florian Carstens. Er traf den Fuß des Gegners mit der offenen Sohle, sehr niedrig auf Knöchelhöhe – unterhalb des Knöchels. Der Ball war schon weg, und der Kontakt sah gefährlich aus. Schiedsrichter Hilsberg entschied sich auf Rot. Ich bin ganz ehrlich, für mich eine sehr harte (Fehl)-Entscheidung, weil der Kontakt sehr weit unten ist und ohne übermäßige Kraftaufwendung oder Verletzungsabsicht. [TV-Bilder – ab 03:10 Minuten]

Jahn Regensburg – Alemannia Aachen 1:3 (SR: Richard Hempel)

Szene 5: Im Gewühl im Strafraum ging Joel da Silva Kiala zu Boden, nachdem es einen leichten Kontakt mit einem Regensburger Verteidiger gab. Schiedsrichter Richard Hempel ließ weiterlaufen.Es lag zwar eine Berührung vor, aber Kiala hob da auch etwas ab. Den kann man, muss ihn aber nicht pfeifen. Es war eine typische 50/50-Szene im Strafraum-Gedränge nach einer Ecke – nichts Klares, kein offensichtliches Foul von hinten oder mit viel Kraft. Da Silva Kiala den Kontakt etwas mitgenommen hat, was in Echtzeit schwer zu bewerten ist. [TV-Bilder – ab 46:00 Minuten]

Szene 6: Eine weitere strittige Szene, zehn Minuten vorm Ende. Nadjombe ging im Strafraum rechts nach einem leichten Stoß oder Schubser von Saller zu Boden. Auch das wieder so ein Zweikampf wie die erste Szene, nicht ganz astrein, aber auch kein klares Foul. Es wart ein Schubser mit einer Hand, wo er aber auch wieder sehr leicht zu Boden ging. Es könnte sich eher zu Elfmeter ändern, wenn er ihn zusätzlich am linken Fuß berührt hat. Für mich aber eher auch kein ahnundungswürdiges Foulspiel, die zur Linie des Unparteiischen gepasst hätte. [TV-Bilder – ab 02:10:00 Minuten]

Energie Cottbus – Rot-Weiss Essen 5:3 (SR: Robert Hartmann)

Szene 7: Can Moustfa zog von links in den Sechzehner, bekam von Michael Schultz einen zarten Tritt in die Hacken, ging zu Boden und holte den Strafstoß heraus. Schiedsrichter Robert Hartmann entschied sofort auf Elfmeter – und das war richtig, Es war ein klassischer kleiner, aber klarer Kontakt von hinten in die Hacken, als Moustfa schon am Ball war. Kein Schubser oder Theatralik – einfach ein Foul, das den Angriff gestoppt hat. [TV-Bilder – ab 02:28 Minuten]

VfB Stuttgart II – Erzgebirge Aue 2:2 (SR: Jonah Besong)

Szene 8: Alexander Groiß sprang nach einem schnell ausgeführten Freistoß von Stuttgart II hoch und bekam den Ball an die Hand. Der Arm ist deutlich. vom Körper entfernt und blockt den Ball unnatürlich ab. Schiedsrichter Jonah Besong entschied sofort auf Elfmeter für Aue – und das war richtig entschieden. Es war kein absichtliches Handspiel, aber nach den aktuellen Regeln eine unnatürliche Vergrößerung der Körperfläche und ein klarer Handelfmeter. Aue konnte dadurch in der Schlussphase noch zum 2:2 ausgleichen und den Abstieg zumindest um eine Woche verschieben. [TV-Bilder – ab 03:55 Minuten]

Wehen Wiesbaden – Waldhof Mannheim 3:3 (SR: Yannick Sager)

Szene 9: Sascha Mockenhaupt warf den Ball von rechts ein, bekam ihn direkt wieder und flankt halbhoch in den Strafraum. Dort sprang Niklas Hoffmann in den Ball und berührte ihn mit der Hand. Schiedsrichter Yannick Sager zeigt sofort auf den Elfmeter für Wiesbaden. Absicht ist nicht mehr das Kriterium für ein absichtliches Handspiel aber für mich ist der Arm sehr nah am Körper in einer natürlichen Armhaltung. Trotzdem war die Entscheidung nach den aktuellen Handspiel-Regeln im Grenzbereich zwischen vertretbar bis korrekt: Absicht spielt seit Jahren keine Rolle mehr. Entscheidend ist, ob der Arm eine unnatürliche Position einnimmt und den Ball blockt. In der schnellen Wiederholung sah es für den Unparteiischen wohl so aus, als wäre der Arm etwas zu weit vom Körper entfernt bzw. die Hand in einer Stellung, die den Ball unnatürlich abfängt. Aber es ist schon eine sehr harte Entscheidung, weil der Arm eine Stellung hatte, die vor dem Körper gezogen war und nur wenig vom Körper absteht. [TV-Bilder – ab 01:34 Minuten]

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