Nun ist es endlich soweit: Eine Woche nach dem Bundesliga-Debüt von Dr. Max Burda ist am kommenden Wochenende auch Richard Hempel an der Reihe. Der 28-jährige Sachse von der SG Großnaundorf leitet die Partie zwischen dem SC Freiburg und Borussia Mönchengladbach und feiert damit seine Premiere auf großer Bühne. Nach Burda ist Hempel der zweite der beiden Aufsteiger, die in dieser Saison erstmals regelmäßig in der Bundesliga zum Einsatz kommen. So geht sächsisch… 😉
Vom kleinen Fußballplatz bis auf die große Bundesliga-Bühne.
Damit geht für den 28-jährigen Sachsen ein Traum in Erfüllung, auf den er viele Jahre hingearbeitet hat. Nach zahlreichen Einsätzen in der 2. Bundesliga und internationalen Erfahrungen folgt nun der Schritt auf die größte nationale Bühne. Und vielleicht darf man an dieser Stelle mit einem kleinen Augenzwinkern sagen: So geht sächsisch.
Vom Nachwuchs bis in die Bundesliga
Richard Hempel stammt aus Großnaundorf bei Radeberg und gehört seit Jahren zu den auffälligsten Talenten im deutschen Schiedsrichterwesen. Über die Nachwuchsförderung des DFB arbeitete er sich kontinuierlich nach oben und etablierte sich schließlich in der 2. Bundesliga.
Dort überzeugte Hempel nicht nur mit guten Spielleitungen, sondern vor allem mit seiner ruhigen und klaren Art. Entscheidungen trifft der Sachse mit einer bemerkenswerten Selbstverständlichkeit. Dabei steht er selten im Mittelpunkt – genau das, was man sich von einem Schiedsrichter wünscht.
Nun folgt der nächste Schritt.
Der DFB hatte Hempel gemeinsam mit Dr. Max Burda zur Saison 2026/27 in den Bundesliga-Kader berufen. Beide sollten damit die Plätze von erfahrenen Referees übernehmen, die ihre Laufbahn im Sommer beendet hatten.
Während Burda bereits am vergangenen Wochenende beim Spiel des SC Paderborn gegen den SC Freiburg seine Bundesliga-Premiere feiern durfte, muss Hempel noch eine Woche warten. Ausgerechnet Freiburg führt ihn nun auf die große Bundesliga-Bühne.
Premiere mit besonderer Konstellation
Dass Hempel ausgerechnet den SC Freiburg pfeift, sorgt dabei für eine interessante Verbindung. Denn erst vor einer Woche stand bei Freiburg mit Dr. Max Burda bereits einer der beiden neuen Bundesliga-Schiedsrichter auf dem Platz.
Burda leitete am zweiten Spieltag die Partie zwischen Paderborn und Freiburg. Die Begegnung endete 0:1, Freiburg nahm damit drei Punkte aus Ostwestfalen mit.
Nun bekommt Hempel beim Heimspiel der Breisgauer seine Chance.
Für den Sachsen ist es dabei mehr als nur ein weiteres Spiel. Ein Bundesliga-Debüt ist für jeden Schiedsrichter ein besonderer Moment. Zum ersten Mal laufen die Kameras aus allen Winkeln, Entscheidungen werden in Zeitlupe analysiert und jede Szene wird von Millionen Fußballfans bewertet.
Doch genau für diese Situationen werden Schiedsrichter über Jahre ausgebildet.
Hempel bringt dafür die nötige Erfahrung mit. Seine bisherigen Leistungen haben gezeigt, dass er auch in hektischen Situationen einen kühlen Kopf bewahren kann. Seine Spielleitungen leben weniger von großen Gesten als von Klarheit, Kommunikation und einer guten Präsenz.
Freiburg mit Rückenwind
Auch für den SC Freiburg ist der Saisonstart gelungen. Nach dem 4:1-Heimsieg gegen Werder Bremen gewann die Mannschaft von Julian Schuster zuletzt beim SC Paderborn mit 1:0. Damit steht der Sport-Club nach zwei Spieltagen bei sechs Punkten.
Nun wartet mit Borussia Mönchengladbach der nächste Bundesligist.
Das Duell findet im ausverkauften beziehungsweise gut gefüllten Europa-Park Stadion statt und verspricht damit auch für Hempel eine besondere Atmosphäre. Freiburg hat sich in den vergangenen Jahren zudem zu einem Verein entwickelt, bei dem Heimspiele häufig von einer intensiven, aber grundsätzlich positiven Stimmung geprägt sind.
Für einen Debütanten ist das eine gute Bühne.
Nicht zu klein, um die Bundesliga-Premiere unter Wert zu verkaufen – aber auch kein Spiel, das von vornherein von einer außergewöhnlichen Rivalität oder maximalem Druck geprägt ist.
Der zweite Sachse folgt
Mit Hempel setzt sich gleichzeitig eine kleine sächsische Erfolgsgeschichte fort.
Während Richard Hempel nun den Sprung in die Bundesliga schafft, hat sich Sachsen schon seit Jahren als interessante Schiedsrichter-Region etabliert. Hempel steht dabei exemplarisch für den Weg, den der DFB mit seiner Talentförderung gehen möchte: junge Schiedsrichter früh erkennen, gezielt fördern und Schritt für Schritt an höhere Aufgaben heranführen.
Dass Hempel nun gemeinsam mit Burda den Sprung in die Bundesliga geschafft hat, zeigt, dass die Nachwuchsarbeit Früchte trägt.
Und vielleicht ist es auch ein bisschen typisch Hempel: kein großes Aufheben, keine lauten Töne – einfach weiterarbeiten und irgendwann steht man eben auf dem Rasen eines Bundesliga-Stadions.
Die Aufgabe
Die Partie Freiburg gegen Mönchengladbach wird für Hempel vor allem eines sein: eine Bewährungsprobe auf höchstem nationalem Niveau.
Dabei wird es nicht darum gehen, jede Entscheidung spektakulär zu verkaufen. Viel wichtiger wird sein, das Spiel früh zu lesen, eine klare Linie zu finden und diese über 90 Minuten konsequent umzusetzen.
Gerade bei einem Debüt ist die Versuchung groß, besonders viel zeigen zu wollen. Hempel sollte deshalb genau das machen, was ihn schon in den vergangenen Jahren ausgezeichnet hat: ruhig bleiben, klare Entscheidungen treffen und Fußball spielen lassen, wenn Fußball gespielt werden kann.
Seine Assistenten werden ihn dabei ebenso unterstützen wie der Video-Assistent. Am Ende soll der Schiedsrichter aber das sein, was er am liebsten ist: möglichst wenig Thema.
Fazit
Nach Dr. Max Burda ist nun Richard Hempel an der Reihe.
Der eine durfte am vergangenen Wochenende seine Bundesliga-Premiere feiern, der andere folgt nun sieben Tage später. Zwei Aufsteiger, zwei Debüts – und beide kommen aus dem Osten Deutschlands.
Für Hempel ist Freiburg gegen Mönchengladbach der nächste große Schritt auf seinem Weg.
Und vielleicht passt deshalb ein Satz besonders gut:
So geht sächsisch. 😎
Ruhig. Klar. Bodenständig. Und nach vielen Jahren harter Arbeit nun auch ganz offiziell Bundesliga-Schiedsrichter.
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