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Warum sich der VfB trotz Sieg beschwert

Während Robert Schröder zweimal vom VAR korrigiert wurde, ging ein möglicher Strafstoß für den VfB irgendwie durch. Auch in Sinsheim hat der VAR früh eingegriffen, weswegen Werder 88 Minuten in Unterzahl spielen musste – und verlor. Die gesehenen Szenen aus der DAZN-Konferenz:

TSG Hoffenheim – Werder Bremen 1:0 (SR: Sören Storks)

Szene 1: Gleich in der 2. Minute setzte Sugawara ein frühes, sehr unerfreuliches Ausrufezeichen, indem er Touré unweit der Seitenlinie auf die rechte Wade trat. Unverständlicherweise kam der Japaner zunächst ohne Gelbe Karte davon. Der aufmerksame Video-Assistent Nicolas Winter bat den Schiedsrichter Sören Storks aber an den Monitor, wo er das sehr harte Einsteigen sah und korrekterweise den sehr frühen Platzverweis aussprach. Das war einfach ein zu hartes Einsteigen weit über dem Knöchel in gesundheitsgefährdender Art und Weise. Schön wäre es aber gewesen, hätte des der Unparteiische selbst auf den Platz erkannt. Der Treffer mit hoher Intensität, kein Versuch, den Ball zu spielen, das Verletzungsrisiko ist bei solchen Fouls mit der Sohle extrem hoch.

Szene 2: Kurz vor Schluss reklamierte Werder ein mögliches Handspiel, Schiedsrichter Storks hatte gute Sicht und ließ weiterspielen. Hier hing der Arm eng am Körper in natürlicher Armhaltung herunter und zog diesen sogar noch nach hinten weg. Kein Handspiel. Solche Szenen werden besonders engen Spielen trotzdem reklamiert, besonders kurz vor Schluss, aber nach den aktuellen Handspielregeln ist das kein strafbares Handspiel. Gute Sicht für Storks und eine klare Nicht-Entscheidung.

VfB Stuttgart – Bayer 04 Leverkusen 3:1 (SR: Robert Schröder)

Szene 3: In Minute 19 eine sehr strittige Szene! Tapsoba versuchte einen Abpraller zu klären, schoß den Ball, schwenkte das Bein aber mit offener Sohle ans Schienbein von Stiller durch. Ein gestrecktes Bein mit offener Sohle auf die Wade (vor allem seitlich oder von hinten) ist extrem gefährlich – das geht weit über normales Tackling hinaus und erfüllt die Kriterien für ein schweres Foulspiel („endangering the safety of an opponent“). Solche Szenen werden in der Bundesliga (und international) zurecht hart bestraft. Hier hätte Video-Assistent Bastian Dankert eingreifen müssen und Schröder an den Monitor schicken müssen. Auch wenn der Ball vorher berührt wurde, ist das harte Einsteigen unnötig und verletzungsgefährdend. Für mich daher höchst fragwürdig, warum das nicht geschah. Da hat WM-VAR Dankert massivst gepennt. Hier wird das klare Trefferbild als brutales Einsteigen gewertet (gestrecktes Bein, offene Sohle, Tritt über Knöchel und hohe Intensität). Alle Kriterien für ein grobes Foulspiel sind regeltechnisch erfüllt. Das Balltreffen ist kein klares spielen des Balls, sondern touchieren. [TV-Bilder]

Szene 4: Kurz vor der Pause wurde in Stuttgart ein möglicher Strafstoß überprüft. Beim Querpass von Stiller streckte Edmond Tapsoba das rechte Bein raus und traf Ermedin Demirović klar. Das ist ein klassisches Foul im Strafraum. Kein Ballkontakt zuerst, nur ein reines „Mann statt Ball“, das Bein wird rausgestellt und behinderte den Angreifer deutlich wodurch Demirović wird zu Fall gebracht.

Szene 5: Die zweite Hälfte begann erneut mit einer langen Unterbrechung. Wieder ein Tor nach weniger als einer Minute – aber das Tor zählte nicht! ! Flekken blockte einen Schuss von Undav nur nach vorne. Chema und Tapsoba rangen um den Abstauber, aber da freut sich der Dritte. Demirović schob unten links ein, allerdings pfiff Schröder sofort das Foul ab. Nach VAR-Prüfung gab es aber keinen Elfmeter. Zunächst wurde ein Foul an Tapsoba geprüft, das sich eher als Foul von Tapsoba herausgestellt hat. Allerdings stand Undav schon im Abseits, als er den ersten Schuss abgegeben hat, der das ganze Durcheinander ausgelöst hat. Entsprechend gibt es den Freistoß für Leverkusen. Korrekte Entscheidung, die man erstmal ordnen musste – kein Foul, aber Abseits. Undav stand im Abseits, als er den ersten Schuss abgegeben hatte. Das ist der entscheidende Punkt. Alles, was danach passiert (Abpraller von Flekken, Gerangel zwischen Chema/Tapsoba, Abstauber von Demirović), gehört zur gleichen Spielphase. Sobald der Ursprungsspieler im Abseits war, ist die komplette Aktion ungültig – unabhängig von späteren Fouls.

FC Augsburg – Borussia Mönchengladbach 2:0 (SR: Tobias Reichel)

Szene 6: In der 28. Minute erhöhte Michael Gregoritsch auf 2:0 für den FCA. Im Zuge einer Umschaltsituation schickte Wolf Kade über rechts, der den am zweiten Pfosten lauernden Kömür sah. Der probierte es nicht direkt, sondern legte überlegt per Kopf für den in der Mitte lauernden Gregoritsch ab, der erneut nur noch das Leder über die Linie drücken muss. Der VAR prüfte und Referee Reichel nahm den Treffer zurück. Gregoritsch stand hauchdünn im Abseits.

Bei so einem hauchdünnen Abseits („millimeter“) ist der VAR verpflichtet, genau hinzuschauen. Wenn Gregoritsch auch nur mit einem kleinen Körperteil (Schulter, Hüfte, Fußspitze) vor dem Ball/Abwehrspieler stand, als der Pass kam, dann muss das Tor zurückgenommen werden. Die Abseitsregel sieht kein „Vorteil“ bei minimalem Offside vor, macht aber solche Entscheidungen oft extrem ärgerlich, aber regelkonform ist sie.

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Joshua

    Robert Schröder – absoluter Skandal und gefährlich. Sorry aber mein Verständnis für so eine Spielleitung inkl. dem VAR geht gegen Null. Normale Deutsche Schiedsrichter, 170k pro Jahr kassieren, an jeder Ecke jammern, dass man für seine Minderleistung nicht genug Respekt bekommt und 170k pro Jahr einsammeln.

  2. Abdullah

    Es spielt keine Rolle wer wie pfeift. Die Teams müssen halt lernen damit umzugehen.

  3. G. Fuchs

    Hr. Schröder scheint ein großes Herz für Leverkusen zu haben (ok, damit ist er in den vergangenen 2-3 Saison nicht alleine). Wieder eine völlig unverständliche Entscheidung; ob ein VAR Eingriff was geändert hätte? Man vergleiche hier das Spiel Frankfurt vs. Leverkusen am 20. Spieltag und die Kommentare hier und bspw. auch im Kicker. Glücklicherweise hat sich Stiller nicht verletzt.

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