Du betrachtest gerade DFB räumt Fehler nach Effzeh-Ärger ein

DFB räumt Fehler nach Effzeh-Ärger ein

Der 1. FC Köln musste gegen den BVB eine 1:2-Heimpleite einstecken. Das Spiel wurde überschattet von einer krassen Fehlentscheidung in der Nachspielzeit. Der DFB räumte den Fehler am Tag nach dem Spiel ein.

Es war wieder einmal viel los im Spiel des 1. FC Köln gegen Borussia Dortmund. Es gab insgesamt drei strittige Szenen, die nach Schlusspfiff für ausreichend Gesprächsstoff sorgten.

Für den größten Ärger sorgte die Hand-Szene in der Nachspielzeit, als BVB-Verteidiger Yan Couto den Ball nach einer Flanke an den ausgestreckten Arm bekam. Schiedsrichter Daniel Siebert ließ weiterlaufen und auch Videoschiedsrichter Benjamin Cortus sah keinen Anlass, um einzuschreiten.

Hand-Ärger gegen den BVB: DFB gibt VAR-Fehler zu

Der DFB hat sich nun gegenüber EXPRESS.de zu der strittigen Szene geäußert. „Der Schiedsrichter nahm kein Handspiel wahr, deshalb ließ er weiterspielen. Nach Ansicht des Video-Assistenten war die Armhaltung von Yan Couto im Sprung natürlich, auch wenn er den Ball mit dem Kopf verfehlte. Deshalb sah er von einer Intervention ab“, heißt es in einer Stellungnahme der Sportlichen Leitung der DFB Schiri GmbH.

Dabei gab der DFB aber auch zu, dass der VAR hätte eingreifen müssen. „Der Ball war für den Dortmunder aufgrund der großen Distanz erwartbar, zumal er seine Richtung nicht änderte. Zudem war Yan Coutos Arm vom Körper abgespreizt. Deshalb spricht aus unserer Sicht so deutlich mehr für eine Bewertung des Handspiels als strafbar, dass eine Intervention des VAR angebracht gewesen wäre“, heißt es deutlich.

DFB gibt Fehler zu! Das ist allerdings nur ein schwacher Trost für den FC, der in dieser Saison schon einige Male benachteiligt wurde. „Das eine klare Vereitelung einer Torchance. Das war eine spielentscheidende Szene. Ich wundere mich sehr, dass das der Schiedsrichter nicht gesehen hat. Aber er hat zwischendurch ja auch einen Elfmeter gesehen, der keiner war“, polterte Thomas Kessler.

In der Tat hatte Siebert, der nach Schlusspfiff ein angekündigtes Sky-Interview kurzerhand absagte, in der 66. Minute zunächst auf Foul von Cenk an BVB-Stürmer Silva entschieden. Immerhin griff der VAR in dieser Szene ein und überzeugte Siebert vom Gegenteil.

Dazu schreibt der DFB: „In der Wahrnehmung des Schiedsrichters verfehlte der Kölner den Ball und traf den Dortmunder am Fuß, deshalb entschied er auf Strafstoß. Die Überprüfung der Entscheidung durch den VAR ergab jedoch, dass Özkacar zuerst den Ball gespielt hatte. Deshalb war es korrekt, dem Unparteiischen ein On-Field-Review zu empfehlen.“

Auch beim Rot-Foul von Simpson-Pusey lag der VAR richtig. Der FC-Verteidiger traf Gegenspieler Beier mit offener Sohle an der Achillessehne. Doch auch das beurteilte Siebert zunächst falsch.

„Da es sich um ein gesundheitsgefährdendes Foulspiel handelte, das auf dem Spielfeld jedoch nur mit einer Verwarnung geahndet wurde, empfahl der Video-Assistent dem Schiedsrichter zu Recht ein On-Field-Review. Anschließend korrigierte der Unparteiische richtigerweise seine Entscheidung und sprach gegen Simpson-Pusey einen Feldverweis aus“, schreibt der DFB.

Drei strittige Entscheidungen, dreimal lag der Feldschiedsrichter falsch, einmal der VAR. Kein Wunder, dass der Frust beim FC nach Schlusspfiff tief saß.

Dieser Beitrag hat 9 Kommentare

  1. Stefan Wild

    Schiri Siebert hat zugesagtes Interview wieder abgesagt.
    Warum wohl.
    Interviews gibts warscheinlich nur wenn im Spiel nichts strittiges vorgefallen ist und nichts kritisch nachgefragt werden kann.
    Das zeigt die wahre Größe.
    Aber groß Fifa Referee auf dem Trikot.

  2. Abdullah

    Der BVB wird dieses Jahr zwanghaft bevorzugt… Schlotterbeck ist schon 2 Platzverweisen entgangen (gegen Pauli und Bayern) dazu zahlreiche weitere kritische Entscheidungen die zugunsten des BVB ausgelegt werden. Wenn der BVB allerdings verliert ist immer und ständig der Schiedsrichter Schuld zumindest bei den Verantwortlichen… Ohne die unbeabsichtigte Hilfe der SR wäre der BVB vermutlich auf Position 4

  3. G. Fuchs

    Der VAR ist in der 8. oder 9. Saison. Beim Spiel des BVB in Köln sind mir, auch im Kontext der letzten Wochen, die beiden Begriffe „Willkürlich“ (jenseits der digitalen Entscheidungen, Beispiel siehe Abdullah. Wobei die rote Karte für mich richtig ist) und „organisatorische Disfunktionalität“ eingefallen. 8 oder 9 Jahre – Null Entwicklung. Das muss man erst mal schaffen. So was ist nur in Verbandsstrukturen möglich, wo andere Dinge wichtiger sind als Leistung…Schafft den VAR jenseits von Abseits/Torlinientechnik ab und gebt das eingesparte Geld in den Jugendbereich. Und das der BVB aktuell hoch im Kurs bei den SR steht, empfinde ich auch so…Sarkasmus an: Aber das sollten wir verstehen – die Bundesliga muss doch spannend gehalten werden…

    1. Dieter Albrecht

      So einfach ist das nicht, Herr Fuchs. Der DFB hat keine Möglichkeit, den VAR wieder abzuschaffen. Das obliegt allein der Entscheidung durch die FIFA und UEFA. Auch ich bin mit einigen Eingriffen oder Nichteingriffen des VAR nicht einverstanden. Da gibt es einiges zu verbessern.

      1. G. Fuchs

        Das der DFB das alleine nicht entscheiden kann, weis ich. Der Wunsch, Hr. Albrecht, ist schlicht meinem Frust geschuldet, dass er schlicht nicht gut funktioniert und viel mehr Willkür bringt, als erhofft – zumindest meiner Meinung nach. Und die angedachten Neuerungen machen es, fürchte ich, nicht besser. Es wird nichts an der Grundsystematik/Struktur verändert.

      2. Thomas B.

        Ist laut Regelwerk der IFAB nicht der VAR als eine Möglichkeit aufgeführt und die Landesverbände entscheiden selbst? Ich meine, die Schweden verzichten bislang und England hat zumindest darüber nachgedacht, ihn wieder abzuschaffen.

        1. Dieter Albrecht

          Ich muss mich insofern korrigieren, dass ein Ausstieg aus dem VAR vom Grundsatz her möglich ist, jedoch von der FIFA / UEFA unerwünscht. Die Einführung stößt bei einigen Ländern wegen der Kosten auf Widerstand. Noch hat kein Land einen Ausstieg vollzogen.
          Es bleibt immer zu bedenken, dass der Fußball durch die Korrekturen des VAR weitestgehend gerechter geworden ist. In der Bundesliga ist eine Abschaffung trotz gelegentlicher Unzufriedenheit kein Thema. Es wird sogar schon davon gesprochen, die Einführung auf die 3. Liga zu erweitern, dürfte hier aber an den technischen Voraussetzungen bei einigen Vereinen von vornherein scheitern.

  4. Abdullah

    Ich halte die rote Karte auch für berechtigt gegen Köln. Ich meinte die zwei roten Karten die es gegen Schlotterbeck nicht gab…

  5. Helmut Wittiger

    Die strittigen Szenen wenn erst der Ball und dann der Gegner getroffen wird werden in den Diskussionen von allen Parteien unterschiedlich bewertet. Hier sollte man mal klare Linien und eine einheitliche Bewertung und Auslegung finden.

Antworte auf den Kommentar von Helmut Wittiger Antwort abbrechen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.