Wenn im Sommer die Temperaturen in die Höhe schießen, kommen nicht nur die Spieler ins Schwitzen – besonders für die Schiedsrichter wird das Spiel oft zur absoluten Hitzeschlacht.
Während Spieler ausgewechselt werden können, muss das Schiedsrichtergespann die vollen 90 Minuten (oder mehr) durchhalten und dabei konstant hochkonzentriert bleiben.
Hier ist ein Überblick darüber, wie sich Hitze auf Schiedsrichter auswirkt und mit welchen Strategien sie der Sonne trotzen:
Die extremen physischen Anforderungen
Schiedsrichter laufen während eines Fußballspiels im Schnitt 9 bis 11 Kilometer – oft in intensivem Intervalltempo (Sprints, Richtungswechsel, Rückwärtslaufen). Bei Temperaturen über 40 °C führt das zu:
– Enormem Flüssigkeitsverlust: Bis zu 2 bis 3 Liter Schweiß pro Spiel.
– Steigender Herzfrequenz: Das Herz muss deutlich schneller schlagen, um den Körper zu kühlen und die Muskeln zu versorgen.
– Schnellerer Ermüdung: Die Muskulatur übersäuert rascher, das Risiko für Krämpfe steigt.
Die mentale Herausforderung: Fokus trotz Hitze
Das größte Problem bei Hitze ist nicht nur die körperliche Erschöpfung, sondern der Konzentrationsverlust.
– Bei Dehydration schrumpft die Aufmerksamkeitsspanne.
– Fehlentscheidungen in den letzten 15 Minuten eines Spiels häufen sich statistisch, wenn die Hitze dem Gehirn zusetzt.
– Der Schiedsrichter muss trotz schweißnasser Augen und dröhnendem Kopf in Sekundenbruchteilen knifflige Abseits- oder Foulsituationen bewerten.
Daher gilt immer viel, viel Trinken (Wasser mit einer Prise Salz, keine Saftschorlen, kein Alkohol) um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
Wichtig für den Amateurbereich: Die Unparteiischen und auch die Verbände haben da eine Eigenverantwortung für sich und die Spieler, wobei speziell auch bei Minderjährigen die Eltern ihr Einverständnis geben müssen. Spiele sollten, wenn überhaupt, in den frühen Morgenstunden oder in den späten Vorabendstunden stattfinden. Besser ist es aber, Spiele bei über 40 Grad Schattenwerten ganz abzusagen bzw. zu verlegen. Leider macht da jeder Kreisverband seine eigenen Regeln.
Im Gegensatz zu den Profis, die medizinisch top betreut werden, müssen Schiedsrichter in den unteren Ligen selbst extrem auf sich achten. Die offizielle Regelung erlaubt es Schiedsrichtern jederzeit, bei extremer Hitze pro Halbzeit mindestens eine Trinkpause anzuordnen – zum Schutz der Spieler und zum eigenen Schutz.
Ein kleiner Fun-Fact zum Schluss
Früher waren Schiedsrichtertrikots traditionell schwarz – bei 35 °C im Schatten eine absolute Qual. Heute greifen die Unparteiischen bei Hitze liebend gerne zu hellen Neonfarben wie Gelb oder Hellblau, die das Sonnenlicht deutlich besser reflektieren.
