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Mit Video | Ball im Aus oder nicht?

Dynamo Dresden hat den Kellerkrimi gegen Wehen Wiesbaden mit 1:0 für sich entschieden und damit die Rote Laterne an den Gegner abgegeben. Der VAR kassierte im ersten Abschnitt einen Treffer der Gäste ein, ehe Jeremejeff die Hausherren auf Kurs brachte.

Schäffler hatte einen Konter aus 14 Metern humorlos mit links abgeschlossen, beim vorausgegangenen Dynamo-Angriff hatte das Spielgerät die Torauslinie aber offenbar mit vollem Umfang überquert: Nach VAR-Analyse nahm Referee Martin Petersen den Gästetreffer zurück.

Die Szene ist auf jeden Fall strittig, da man in keiner der gezeigten Einstellungen einen klaren deutlichen ‚Ball im Aus‘ erkannte. Wie gesagt der Ball ist rund und wenn sich auch nur eine Ecke des Balls auf der Linie befindet, ist dieser weiterhin im Feld. Allerdings sagen die Regeln, wenn eine Regelwidrigkeit im gesamten Angriffszug vorhanden ist (hier der Ball möglicherweise im Toraus) darf das nachfolgende Tor nicht zählen, völlig egal wieviel Sekunden dazwischen liegen, es zählt dann hier der Angriffszug. Da Assistent Robert Wessel das mögliche Aus nicht mit der Fahne signalisiert, wurde es somit nicht faktisch auf dem Feld entschieden und Petersen durfte sich die Situation draußen nochmal ansehen.

Aber es bleibt wirklich Frage offen, war der Ball mit voller Umdrehung im Toraus und dann kann die schräge TV-Perspektive nicht einhundertprozentig beweisen. Das ist eine Frage der Perspektive, die der Video-Schiedsrichter aber auch der Schiedsrichter bewerten muss. Es geht darum, ob der Ball vor der Torerzielung in der eigenen Hälfte im Toraus war. Zwar hat Wehen Wiesbaden nach dieser Situation ohne zwischenzeitlichen Eingriff der Dresdener den Angriff geführt. Ob man im eigenen Strafraum bereits von einem Beginn der Angriffsphase sprechen kann, ist für mich höchst zweifelhaft.

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Der Ball war im vollem Umfang im Toraus,sehr gut auf Sky in einer Nahaufnahme aus einer anderen Kamera / Torkamera / zu sehen gewesen.Wenn der Ball nicht im Aus war dann war es der Ball von Konè letzte Woche in Stuttgart ,mit darauffolgenden Tor von Jeremejew,auch nicht und dort war es knapper !

    1. IG Schiedsrichter

      Ja, aber das ist glaube ich eine optische Täuschung. Das kann genau auf der Linie wieder anders aussehen. Solange es keine Kamera gibt sollte man das dem Assistent überlassen. Die Situation ist äußerst strittig und ich hätte das niemals per Video entscheiden wollen nach der Einstellung das es Aus ist und finde auch das man das nicht bewerten kann. Also ich finde es ziemlich strittig sich das daraus zu nehmen und per Video zu entscheiden das der Ball klar im Aus war. Das IFAB hat beim Elfmeter von Kiel noch davon gesprochen, dort nicht einzugreifen, dann finde ich soll man das hier auch nicht tun und dem Schiedsrichter (Assistent) die Entscheidung überlassen, auch wenn es vielleicht regeltechnisch ein korrekter Eingriff war, aber das ist so der Öffentlichkeit nicht zu verkaufen. Da muss man sagen, wenn es nicht EINDEUTIG belegt werden kann, muss der VAR da die Klappe halten, da es keine klare offensichtliche Fehlentscheidung gewesen ist.

  2. Tim Nerlich

    Liebes IG-Schiedsrichter-Team,
    ich habe das Spiel selber gesehen und auch bei dieser Szene gesagt der Ball war im Aus. Wenn er dort wirklich im Aus war, muss das Tor aus dem folgenden Angriff folgerichtig zurückgenommen werden. Wenn der Assistent diese Szene anders bewertet hätte (also Ball im vollen Umfang über der Linie), dann wäre es nie zu dieser Situation gekommen. Da der Schiedsrichter hier einen Hinweis bekommen hat und selber entschieden hat, dass der Ball im Aus war, musste er das Tor korrekterweise zurück nehmen. Ob der Ball wirklich im vollen Umfang hinter der Linie war, kann ich leider nicht sagen. Sollte er aber vollumfänglich im Aus gewesen sein, ist die Entscheidung so wie sie gefällt wurde aus meiner Sicht korrekt.

    1. IG Schiedsrichter

      Es wäre wünschenswert gewesen wenn es schneller von statt gegangen wäre, das stimmt. Allerdings bei dieser knappen Sache musste er a) erst die richtigen Bilder suchen, b) möglicherweise reicht in Dresden auch die Goal-Linie bis da raus (in manche Stadien ist das möglich) c) musste er sich dann auch selbst diese Bilder sichten und für sich von einem klaren Fehler sprechen und das kann bei dieser knappen Millimeterentscheiung durchaus 17 Sekunden dauern. Durch das gefallene Tor ist es natürlich äußerst unglücklich gelaufen. Und jetzt kommt es: Solange der TV- und Stadionzuschauer nicht die geprüften Bilder auf die Leinwand bekommt, wird es immer wieder solche Diskussionen geben. Und selbst wenn der Ball im Aus war muss nicht solange zurück gehen und am Ende irgendwas zu suchen wegen einem Scheiß Abstoß. Das Konzept des VAR ist noch lange nicht ausgereift. Das ist lächerlich und braucht kein Mensch solche Entscheidungen. Das IFAB hat letztens beim Elfmeter in Kiel gesagt man solle da nicht eingegreifen. Solch eine Entscheidung ist der Entscheidung ist der Öffentlichkeit nicht zu verkaufen und so macht man den Videobeweis kaputt, auch wenn er vielleicht doch ein Milimeter im Aus war. Das ist eine Frage der Perspektive und man darf nicht vergessen, der Ball ist rund und wenn nur eine Ecke des Balls drauf ist dann ist der Ball im Feld. Wir müssen den Schiedsrichtern auch mal eine Entscheidung auf dem Platz treffen lassen sonst brauchen wir keine Schiedsrichter mehr und können alles aus Köln regeln. Ich halte das als sehr fragwürdigen Eingriff.

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