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RB vermöbelt den VfB

Im zweiten Freitagsspiel der neuen Bundesligasaison hat RB Leipzig nach der Auftaktniederlage gegen Mainz den VfB Stuttgart zuhause mit 4:0 geschlagen. Die Tore für RB erzielten Szoboszlai (38. und 52.), Forsberg (46.) und Silva per Strafstoß (65.). Schiedsrichter Badstübner lieferte insgesamt einen runden Auftritt ab, auch wenn der Handelfmeter diskutabel war.

Die Partie leitete Florian Badstübner aus Windsbach. In seinem 11. Bundesligaspiel assistierten ihm Markus Schüller und Philipp Hüwe. Als Vierter Offizieller wurde Christof Wünsch eingeteilt. Guido Winkmann beobachtete als Videoassistent das Geschehen in der Red Bull Arena. Er wurde in Kölner VAC von Markus Häcker unterstützt.

Die Partie startete sehr ausgeglichen. Schiedsrichter Badstübner hatte in der Anfangsphase mit dem Spiel keine Probleme, in der 13. Minute sorgte sein Headset aber für eine kurze Unterbrechung. Der Stecker vom Headset hatte sich aus dem Sender gelöst. Assistent Philipp Hüwe half aus und konnte die Sache schnell wieder in Ordnung bringen. Die erste richtig gute Chance hatte RB in der 16. Minute durch Nkunku, der aus 7 Meter gut auf das Stuttgarter Tor schoss. Stuttgarts Torwart Müller konnte klasse parieren lenkte den Ball aber direkt auf den Kopf von Forsberg, der aber nicht wirklich gezielt köpfen kann. Der Ball sprang von seinem Kopf ins Toraus. In der 29. Minute forderte RB Elfmeter nach einem Zweikampf zwischen Mavropanos und einem eigenen Stürmer im Stuttgarter Strafraum. Mavropanos ging der der Grätsche ein großes Risiko, traf aber zuerst deutlich den Ball bevor er mit dem RB Stürmer kollidierte. Badstübner ließ weiterlaufen und lag damit vollkommend richtig. VAR Winkmann bestätigte die Entscheidung kurz darauf. Nach einer VfB-Chance in der 33. Minute treffen 5 Minuten später die Leipziger zum 1:0. Dominik Szoboszlai sorgte mit einem tollen Schuss aus 20 Metern ins lange Eck für die insgesamt doch verdiente Führung für RB vor der Pause.

Nach der Halbzeit legten die Leipziger direkt einen richtigen Blitzstart hin. Mit dem Anstoß kombinierten sie sich innerhalb von 16 Sekunden durch bis Forsberg aus wenigen Metern das 2:0 machte. Damit stand der VfB erstmal mit dem Rücken zur Wand. Das zeigte sich wenige Minuten spätestens mit dem 3:0 für RB. Wieder ist es Dominik Szoboszlai, der einen Freistoß aus guten 35 Metern direkt aufs Tor bringt. Mehrere Spieler kamen mit dem Kopf nicht mehr an den Ball und so schlug die wohl gedachte Flanke ohne weitere Berührung im rechten Eck ein. VfB-Keeper Müller konnte nur noch zuschauen. Nachdem sich die Partie zunächst etwas beruhigte, zeigte Florian Badstübner in der 63. Minute auf den Punkt. Der Grund war ein Handspiel von Marc Oliver Kempf. Der streckte den Arm zunächst weit zur Seite aus, um einen Gegenspieler auf Distanz zu halten und zog ihn dann als der Ball kam zum Körper. Ob hier wirklich die Absicht bestand den Ball zu spielen, bleibt ein Rätsel. In jedem Fall wurde die Körperfläche unnatürlich vergrößert, das später Heranziehen an den Körper kann man als Bewegung zum Ball auslegen. Diskutabel ist hier sicherlich, dass der Ball wohl noch leicht vom Körper an den Arm sprang. Die spricht wieder gegen ein strafbares Handspiel.

VAR Guido Winkmann überprüfte die Szene und griff am Ende nicht ein. Der DFB kommunizierte die Begründung „unnatürlich Vergrößerung der Körperfläche“. Es ist eine diskutable Szene, weil es sowohl Argumente für ein strafbares Handspiel als auch dagegen gibt. Am Ende bleibt es eine noch vertretbare Entscheidung im Ermessensspielraum des Schiedsrichters, bei der der VAR nicht eingreifen soll. Silva trat zum Strafstoß an und verwandelte souverän zum 4:0. Kempf sah für das Handspiel noch die gelbe Karte, die ist bei einem Pfiff folgerichtig, da ein Torschuss dadurch aufgehalten wurde. 4 Minuten später sah Philipp Förster die nächste Verwarnung für ein rücksichtsloses Foulspiel an Simakan. Wiederrum 3 Minuten später zeigte Schiedsrichter Badstübner Mavropanos die gelbe Karte ebenfalls für ein rücksichtsloses Foulspiel. Dieses Mal traf es Emil Forsberg. Alle drei Verwarnungen waren korrekt. Danach passierte nicht mehr viel, Badstübner pfiff nach 90 Minuten pünktlich ab.

Fazit: In einem zunächst ruhigen-, später durchaus intensiveren Bundesligaspiel lieferte Florian Badstübner einmal mehr einen souveränen Auftritt ab. Die Zweikampfbewertung passte über die gesamte Partie hinweg, die Akzeptanz für seine Entscheidungen hatte er stets bei allen Beteiligten. Der Strafstoß ist zwar diskutabel, am Ende jedoch noch vertretbar durch die Vergrößerung der Körperfläche.

Simon Schmidt

Sportjournalist Simon Schmidt aus Bayern stieg 2020 bei IG Schiedsrichter ein und übernimmt dort die wöchentliche Kolumne zur 1. Bundesliga und den Video-Assistenten. Seither ist er Mitglied des Kompetenzteams. In seiner Freizeit engagiert er sich als Fußball-Schiedsrichter und ist leidenschaftlicher Fußball-, Formel 1- sowie Technik-Fan.

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Arthur langer

    Ich dachte ihr hättet endlich akzeptiert das der Mensch Arme hat. War wohl nicht so.

    1. Volker

      Wenn schon einer der ersten 11m dieser Saison für diese unterschiedlichen Wahrnehmungen (und damit Entscheidungen) sorgt, kann an der Regeländerung etwas NICHT stimmen. Der Spieler Kempf zeigt mit dem Heranziehen seiner Hand deutlich, dass er den Ball mit dieser NICHT spielen will. Ob der Strafstoß auf der anderen Seite auch gepfiffen worden wäre? Solche Regeländerungen helfen der Spielidee „Fußball“ leider nicht!

      1. Simon Schmidt

        Es wurde wieder mehr wert auf die Absicht und die unnatürliche Armhaltung gelegt. Diese Beurteilung ist natürlich immer individuell zu treffen und somit haben die Schiedsrichter wieder einen größeren Ermessensspielraum. In diesem Fall zieht Kempf den Arm nicht nur zum Körper, sondern auch zum Ball. Hätte er den Arm die ganzen Zeit da gehabt, würde keiner über ein Handspiel reden, bei der ungeschickten und absolut unnatürlichen Handhaltung vorher kann ich aber einen Pfiff schon nachvollziehen. Bitte hier keine Verschwörungstheorien. In dieser Partie hat der Strafstoß eh keinen Einfluss mehr auf den Spielausgang gehabt.

        1. Joe

          Die Hampelei mit zurückgenommen Armen auf dem Rücken durch den Strafraum laufen, ist das eine natürliche Bewegung? Nein es ist eine Schande für diesen Sport. Es ist das Ergebnis von unprofessionellen Wichtigtuern.

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